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Freiwilliger Treuhanddienst – ein Erfolg

15 Jahre Treuhanddienst von Pro Senectute Kanton Zürich

Bild: Mitarbeiterinnen von Pro Senectute Kanton Zürich: Ursina Iselin, Teamleiterin Treuhanddienst, Andrea Briegel und Susanne Keller, Leiterin von mehreren Treuhanddienstgruppen (von links).

Was anfangs 1997 mit einer Gruppe von Freiwilligen und einer Sozialarbeiterin seinen Anfang nahm, hat sich zu einer veritablen Erfolgsgeschichte entwickelt, schreibt Pro Senectute Zürich in ihrem Medienbericht.

“Ich komme wieder in zwei Wochen. Telefonieren Sie mir, wenn Sie etwas brauchen.” Damit verabschiede ich mich von meiner Kundin. Irma dankt mir und erkundigt sich nach meinen Arthrosebeschwerden. Sie ist seit ihrer Kindheit körperlich behindert und wohnt in einer Alterssiedlung. Mit ihren Finanzen möchte sie nichts zu tun haben. Sie hat mit Pro Senectute einen Vertrag abgeschlossen. Ich bin ihre Treuhänderin, führe ihre Buchhaltung und erstelle ihre Steuererklärung. Alle vierzehn Tage legt sie Rechnungen, Zahlungsformulare, Belege und den Ordner auf ihren Stubentisch, schön säuberlich, und das seit sieben Jahren. Vor meinem Besuch frage ich sie nach ihrem Bedarf an Nahrungsmitteln und bringe sie ihr mit meinem Auto, ausserhalb des Vertrags und als Nebenleistung, die mir nicht viel Mehrarbeit verursacht.

Wenn die Rente bis Ende Monat nicht mehr ausreicht

Meine zweite Kundin wohnt heute in einem Pflegeheim. Auch sie freut sich über meinen Besuch und lässt sich gerne in die Cafeteria einladen. An Geld ist sie nicht mehr interessiert. Das war anders vor unserer Zusammenarbeit vor acht Jahren. Damals hat ihr der Postbote die AHV anfangs Monat vor der Wohnungstüre bar übergeben. Mit der Rente bezahlte sie alle laufenden Rechnungen und ihren Lebensunterhalt. Manchmal ging ihr gegen Ende Monat das Geld aus. In diese Situation schickte sie sich ergeben und verzichtete auf Mahlzeiten. Ich überzeugte sie, Einzahlungen und Auszahlungen über ihr Bankkonto abzuwickeln, verhandelte mit Ämtern und half ihr, weitere Quellen für Einnahmen zu erschliessen. Ihre finanzielle Situation spielte sich rasch ein in geordnete Bahnen.

Läuft so der Treuhanddienst der Pro Senectute Zürich? Nein! Die Aufgaben stellen sich für jeden Kunden neu. Jedes der 675 Mandate ist ein Einzelfall. Jeder der 320 Treuhänder sucht nach dem besten Weg, um seine Kundin oder seinen Kunden nach Mass zu betreuen.

Ausbildung und Erfahrungsaustausch

Die Treuhänder werden von Pro Senectute Zürich ausgebildet und in Gruppen von 15 Personen von Mitarbeiterinnen des Dienstleistungscenters Zürich betreut. Die Gruppen treffen sich alle drei Monate zum Erfahrungsaustausch. Dabei wird informiert über Änderungen im gesetzlichen Bereich, über Steuern, Versicherungen, Ergänzungsleistungen, Pflegestufen. Persönliche Probleme können besprochen, Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Treuhänder erstellen zusammen mit ihren Mandanten ein Budget. Die Jahresabrechnungen wird von Pro Senectute abgenommen und bieten den Mandanten Gewähr, dass ihr Geld und ihr Vermögen korrekt verwaltet werden.

Pro Senectute setzt auf Pensionierte als Treuhänder, weil sie überzeugt ist, dass sich die Senioren am besten einfühlen können in die Bedürfnisse ihrer meist nur wenig älteren Kunden.

Die Treuhänder gewinnen einen wertvollen Einblick in die sehr unterschiedlichen Lebenssituationen älterer Menschen, in die Hilfsangebote, in das Versicherungswesen, in die verschiedenen Alters- und Pflegeheime. Die Amtsstellen sind hilfsbereit und dankbar, dass sich die Treuhänder um die Administration der hilfsbedürftigen Menschen kümmern. Die Treuhänder schätzen den Rückhalt durch Pro Senectute.

Langjährige Engagements

Beachtlich sei die Treue, welche die Freiwilligen dem Treuhanddienst entgegenbringen, stellt Pro Senectute Kanton Zürich in ihrer Medienmitteilung fest. Acht Freiwillige stammen noch aus der Gründerzeit vor 15 Jahren, 46 Freiwillige wurden am Jubiläumsfest am 14. Januar für fünf und zehn Jahre Mitarbeit im Treuhanddienst geehrt.

Bild: Pioniere aus der Gründerzeit, seit 15 Jahren im Treuhanddienst: Hottinger Peter, Steinmann Margrit, Huber Agathe, Haag Anton, Peterer Albert, Beyeler Hans, Schäfer Jakob, Brandstädter Rudolf.

Ein Treuhänder wird kaum je arbeitslos

Mit dem höheren Alter der Menschen nimmt auch der Bedarf an Helfern für den administrativen Bereich zu. Neue Treuhänder sind willkommen.

Wie wird man Treuhänder?

Medienmitteilung von Pro Senectute Kanton Zürich zum Ehrungsanlass im Anhang.

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