FrontKolumnenWörtersuche ist Glücksache

Wörtersuche ist Glücksache

Ostern ist zwar vorbei, aber in den Zeitungen geht die Suche nach dem richtigen Begriff fröhlich weiter. Leider werden nicht alle fündig. Und – ist George Clooney wirklich eine Frau?

Zeitung lesen ist für viele kaum mehr als Zeitverschwendung. Dabei ist es ungemein amüsant, sich vorzustellen, was gemeint sein könnte.

Hätte sie nicht einen Babybauch, man würde sie jünger schätzen als etwas über 30, wird eine Frau beschrieben. Ohne Babybauch also etwa auf 25? Oder noch jünger? Und wie alt wirkt eine 20-Jährige mit Babybauch? Fragen über Fragen.

Schüler mit langen Spiessen

Oder die Anmerkung, dass Schulklassen mit vielen fremdsprachigen Kindern für Lehrer zum Spiessrutenlauf werden. Was wohl heissen sollte, dass eine solche Klasse eine besondere Herausforderung für jeden Lehrer ist. Aber Spiessrutenlauf? Das war im 19. Jahrhundert eine militärische Strafe, welche bei schweren Vergehen ausgesetzt wurde.

Im übertragenen Sinn ist es ein Auftritt, der nicht frei von Peinlichkeiten ist, wo man zumindest belächelt, wenn nicht ausgelacht wird. Ob die fremdsprachigen Kinder so etwas wohl bezwecken? Oder sollte damit ausgedrückt werden, dass nicht alle Schüler mit gleich langen Spiessen zum Unterricht antreten. Was zwar auch eine Metapher ist.

Hurra, wir schrumpfen die Schule

Bleiben wir in der Schule: Schulklassen werden schrumpfen, wird da vermeldet. Wie das wohl geht? Werden da Klassen mitsamt Schulzimmer, Kindern, Wandtafel, Bänken und Lehrer verkleinert oder werden nur die Schüler geschrumpft, damit mehr in das Schulzimmer reinpassen? Oder ist es vielleicht grad andersrum?

Unaufgeregt ist ein Wort, das schwer in Mode ist. Eine Person, ein Bild, eine Haltung, ein Theaterstück wird heute mit diesem Adjektiv versehen. Aber ein Wald? Der stehe ganz unaufgeregt da, meldet eine Zeitung. Ja, hoffentlich. Oder soll er mit Ästen um sich werfen, Spaziergänger mit Tannzapfen bombardieren und den Rehen mit den Baumwurzeln den Haken stellen? Dann kämen wohl bald die Holzfäller und würden den ausser Rand und Band geratenen Wald umsägen. Ganz unaufgeregt natürlich.

Missglückte Metamorphose

Eine Wohnung zu finden, die man sich leisten kann, ist, zumindest in den Städten, manchmal wirklich ein Problem. Aber ob die Wohnung denn leistbar sein muss, das ist schon die Frage. Nicht jedes Verb läst sich so schnell in ein Adverb verwandeln. Deshalb ist leistbar, korrekt ausgedrückt, erschwinglich. Auch wenn man sich damit keine Wohnung erschwingen kann.

Zum Schluss noch Unerhörtes zum Frauenschwarm George Clooney. Dessen Beziehung zu anderen Frauen soll bisher eher kurz gewesen sein. Aber hallo, haben wir da etwas verpasst? Der schöne George ist eine Frau? Zumindest die Formulierung zu Beginn der kleinen Meldung lässt diesen Verdacht aufkommen. Dass Clooney von anderen Männern beneidet wird, das hätte man ja noch verstanden. Jetzt, wo er sich, das wird aber erst später vermeldet, eine schöne Anwältin angelacht hat.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Artikel