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Thun mag es heiss

Mit viel Humor und Pfiff: Die Thunerseespiele zeigen auf der Seebühne vor grandioser Bergkulisse das Musical „Sugar – Manche mögen`s heiss“.

Billy Wilders Filmkomödie „Manche mögen’s heiss“ des Jahres 1959 mit Marylin Monroe in einer der Hauptrollen hat unangefochten Kultstatus. Doch auch die Uraufführung von „Sugar“, der Musical-Version des Films, wurde ein aussergewöhnlicher Erfolg. Nicht zuletzt die swingende, eingängige Musik von Jule Styne, der in Hollywood und am Broadway als einer der ganz Grossen galt, hat daran ihren Anteil. Das Musical erreichte am Broadway nach seiner Uraufführung 1972 über 500 Aufführungen. Bis 27. August zeigen die Thunerseespiele das Musical „Sugar – Manche mögen`s heiss“ auf der Seebühne als schmissige Slapstick-Komödie.

Auf dem Bahnsteig (in der Bildmitte auf der Treppe Daphne und Josephine).

Ungewollte Zeugen eines Mafiamordes

Chicago 1929: Joe und Jerry, zwei chronisch mittellose Jazz-Musiker, werden unfreiwillig Zeugen eines Blutbades, das von Spats Palazzo und seiner Bande angerichtet wird. Da ihnen klar ist, dass ihre Lebenserwartung als einzige Zeugen eines Mafiamordes eher gering einzustufen ist, beschliessen sie, nach Florida zu fliehen – allerdings nicht, ohne sich vorher die Beine zu rasieren, denn ihre Mitreisegelegenheit bietet sich in Gestalt einer Damenkapelle. Und so werden aus Joe und Jerry Josephine und Daphne. Doch leider treten Komplikationen auf: Joe verliebt sich in die Sängerin Sugar Kane und muss einen Weg finden, seine Kostümierung loszuwerden; Jerry (Daphne) wird unbarmherzig von einem verliebten Millionär mit Yacht verfolgt, und als ob das nicht schon genug wäre, tauchen dann auch noch überraschend Spats Palazzo und seine Bande wieder auf…

Im Zug nach Miami…

Auch wenn das Wetter an den ersten Aufführungstagen übel mitspielte und die Show vorzeitig abgebrochen werden musste, das Premierenpublikum war von Werner Bauers Inszenierung der turbulenten Story vor einmaliger Bergkulisse mit Eiger, Mönch und Jungfrau im Hintergrund begeistert. Zu Recht, denn geboten wird ein spritziges, mit viel Situationskomik angereichertes Musical mit teils grossartigen Musik-, Tanz- und Lichteinlagen. Die Bühne präsentiert sich als riesige, offene Muschel mit zwei Aufbauten, die je nach Verlauf das Innere des Schlafwaggons und des Hotels Ritz in Miami zeigen. Die Darsteller sind in Kostüme im Stil der 20er Jahre gekleidet.

Professionelle und temporeiche Auftritte

Das Ensemble agiert professionell, temporeich, mit viel Humor und Pfiff. Das gilt vorab für die beiden Hauptdarsteller Franz Frickel und Maximilian Mann, die in ihren Rollen als Musikerduo Jerry und Joe, beziehungsweise als Daphne und Josephine halsbrecherisch über die Bühne stöckeln und ihre wahren Identitäten gekonnt komisch durcheinanderwirbeln. Mit von der Partie ist Walter Andreas Müller, der den liebestollen alten Millionär mit Yacht bravourös und mit bekannter WAM-Ironie meistert. Als Hingucker entpuppt sich Marie-Anjes Lumpp als Sugar Kane, die auch stimmlich zu überzeugen weiss. Lob verdient auch das Live-Orchester unter der Leitung von Iwan Wassilevski.

Die Damenkapelle im Einsatz (Fotos: Thunerseespiele).

Wer einen unbeschwerten Musicalabend mit Vorurteilen, Klischees und chaotischem Finale erleben möchte, dem sei der Gang nach Thun wärmstens empfohlen. Die Thunerseespiele zeigen «Sugar – Manche mögen’s heiss» noch bis zum 27. August. Sonntags finden keine Aufführungen statt. Montag und Dienstag sind jeweils Reservetage für verschobene Vorstellungen.

Mehr unter thunerseespiele.ch

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