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Gentests und kleine Kindergärtnerinnen

Liegt es an der Fasnachtszeit oder am Wetter, das den gesunden Menschenverstand einfrieren lässt? So viele skurrile Meldungen in den letzten Wochen, das ist schon aussergewöhnlich.

Fangen wir mit der Fasnacht an, die sicher nicht zu den Kernkompetenzen der Zürcher gehört. Umso erstaunlicher der Aufmacher auf der Titelseite einer Lokalzeitung: «Viele Gemeinden feierten bis spät in die Nacht». Dass es auch im Kanton Zürich begeisterte Fasnächtler gibt, bestreitet ja niemand. Aber gleich ganze Gemeinden, die wild feiern?

Einblick ins Redaktorenhandwerk

Aber in einer Redaktion, da gings ziemlich zur Sache: Da wird ein Wettessen zur Frage, wer die schärfsten Nudeln essen kann, «von der Redaktion sehnlichst erwartet.» Also bei uns , da wartete man noch sehnlichst auf angeforderte Fotos und verspätete Korrespondententexte, aber sicher nicht auf ein scharfes Nudelgericht.

Bleiben wir beim Thema. «An den scharfen koreanischen Nudeln beissen sich viele die Zähne aus.» Mein Rat: Nudeln vor dem Verzehr kochen. Ich zweifle aber, dass die Nudeln so scharf waren. Nehme an, es waren die Saucen. Und da sind die Zähne wohl wirklich nicht das Problem.

Onlinetests am Bildschirm

Fortschritte in der Medizin: Vaterschafttests können heute günstig online durchgeführt werden, steht zu lesen. Bisher habe ich gemeint, für diese Gentests brauche es Speichel- oder Haarproben der Beteiligten. Und heute soll das online gehen? Müsste man dazu den Bildschirm ablecken oder was?

Kindergärtnerinnen haben es nicht leicht. Sie kämpfen um mehr Lohn und mehr Anerkennung. In einer Gemeinde wurden sie jetzt auch noch Opfer eines Exhibitionisten. Der Mann stand jeweils am offenen Fenster und rieb sich sein «Pfiffeli», so stand es in der Zeitung.

Offenbar habe er kalt gehabt, vermuteten die Kindergärtnerinnen. Da reibt man sich die Augen: So naiv sind dort die Lehrkräfte? Schnell wird klar: Da waren keine Kindergärtnerinnen betroffen, sondern Kindergärtlerinnen. Ein Buchstabe nur – und 20 Jahre Altersunterschied.

Mit den Händen blasen

In einer Galerie – und da kommen wir zur aktuellen, jetzt zum Glück etwas abflauenden Kältewelle – in einer Galerie wird handgeblasenes Glas verkauft. Ja, der eine oder die andere hat sich in den letzten Tagen vielleicht mal in die klammen Hände geblasen. Nur Glas ist dabei wohl bei niemandem entstanden. Denn Glas wird nicht mit den Händen, sondern mit dem Mund geblasen.

Zuletzt noch eine Anmerkung, die vieles offen lässt – oder auch nicht: Eine Politologin findet, olympische Spiele sollten weder in Korea noch sonstwo auf der Welt stattfinden. Doch sie ist froh, dass sich dadurch das politische Klime entspannt. Ich finde, solche Kommentare sind nicht relevant und könnten deshalb weggelassen werden. Aber ich bin froh, dass sie Stoff für meine Kolumne liefern.

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