Gesellschaft

"Die letzte Ordnung"

Das Friedhof Forum der Stadt Zürich ist das erste Schweizer Kultur- und Servicezentrum zu Sterben, Tod, Bestatten, Trauern. Doch braucht der Tod Veranstaltungen?

Von September 2018 bis März 2019 bietet das Friedhof Forum erneut diverse Veranstaltungen an, die uns mit Fragen rund um die Vergänglichkeit unseres irdischen Daseins konfrontieren, denen wir noch so gerne ausweichen.

Ab 4. September folgt die Ausstellung mit dem lapidaren Titel: „Die letzte Ordnung. Tote hinterlassen Dinge.“ Sie kündigt sich wie folgt an: „Manchmal ist der Tod ganz handfest. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Zimmer, Wohnung oder Häuser verstorbener Personen zu räumen. Was auf den ersten Blick als „nur“ praktisches Vorhaben erscheinen mag, verbindet sich im Ernstfall oft mit aufwühlenden Erinnerungen. – Das Sichten eines Nachlasses ist durchzogen von Trauer, Erinnerungen, Versäumnissen, auch von guten und schwierigen Begegnungen mit Angehörigen. Und über allem schwebt und droht fast immer der Zeitdruck.“

Ausstellung Friedhof Forum der Stadt Zürich: „Die letzte Ordnung. Tote hinterlassen Dinge.“

Was ging in mir vor, als ich den Kontext las? Was, wenn einmal mein letztes Stündchen schlägt? Was soll dann noch mein aufbewahrter Aufsatz aus der 4. Primarklasse, als ich davon träumte, einmal Kinderarzt zu werden? Weshalb habe ich mein Maturazeugnis und die Studienausweise nicht längst entsorgt? Wer wird die Markensammlung meines Vaters noch durchblättern und nach Trouvaillen Ausschau halten? Überhaupt: Warum bringe ich die Hunderte von Büchern, die noch mit persönlichen Notizen versehen sind, nicht ins nächstbeste Antiquariat oder ins Brockenhaus? Ist es, weil meine Lebensgeschichte daran hängt? Weil ich nicht loslassen kann? Weil ich ein nostalgischer Sammler bin? „Die Ausstellung lässt Personen zu Wort kommen, zeigt Objekte und Geschichten und handelt von der Triage vorgefundener Dinge, von Menschen, die sich darum kümmern, von Beziehungen über den Tod hinaus“.

Wohin des Weges? Man fühlt sich mutterseelenallein – und entdeckt einen beseelten Ort.

Lebenshauch, unsterblich: Was ist die Seele?

Aus einer Vielzahl von Vorträgen, Lesungen, Musikdarbietungen und Gesprächen sei auf das Podium vom 1. November, 19 Uhr,  im Zürcher Stadthaus verwiesen. Christine Süssmann, Leiterin Friedhof Forum, und Susanne Brauer, Fachbereichsleiterin Paulus Akademie, laden zum Gespräch rund um die Seele: „Gesehen hat sie niemand, kennen tun sie alle: die Seele. Beim Sterben spielt sie in fast allen Kulturen eine zentrale Rolle. – Inwiefern braucht es Spiritualität, um die Seele aufzuspüren? Welche Vorstellungen von ihr sind hilfreich, beim Leben und beim Sterben? Mit einer Expertin in Palliativpflege, einem Psychiater und einer Schriftstellerin und Musikerin nähern wir uns einem Phänomen, das ebenso flüchtig wie faszinierend ist.“

 

Vernissage der Ausstellung: Donnerstag, 30.8.2018, 18.30 Uhr, im Friedhof Forum, Aemtlerstrasse 149, 8003 Zürich.

Öffnungszeiten: Dienstag, 4. September 2018 bis Donnerstag, 28. November 2019.

Di/Mi/Do: 12.30 – 16.30 Uhr. Führungen am 1. Dienstag im Monat von 18.30-19.10 (ausser an Feiertagen). An diesen Dienstagen ist das Friedhof Forum von 12.30 bis 20 Uhr geöffnet.

Veranstaltungskalender:

www.stadt-zuerich.ch/friedhofforum

Kontakt: friedhofforum@zuerich.ch

Anmeldung Podium: www.paulusakademie.ch