FrontGesellschaftHoffnung kann dein Leben ändern

Hoffnung kann dein Leben ändern

Die Psychologie widmete sich anfänglich vorwiegend möglichen seelischen Störungen. Seit der Jahrtausendwende gibt es auch die Positive Psychologie.

Das vorliegende Buch ist ein Studienwerk für akademische Fachleute, keine Frage. Die Autoren sind Andreas M. Krafft, unter anderem Forscher und Dozent an der Hochschule St. Gallen, und Andreas M. Walker, der unter anderem den jährlichen Hoffnungsbarometer, eine Umfrage über Hoffnungen und Erwartungen an die Zukunft, entwickelt und bis vor kurzem akademisch betreut hat. Krafft breitet die ganze Entwicklungsgeschichte der Positiven Psychologie mit allen hermeneutischen und semiotischen Grundlagen und Facetten aus, und Walker interpretiert unter Verwendung quantifizierter statistischer Werte die Ergebnisse der Umfragen des Hoffnungsbarometers.

Das erklärte Ziel des umfangreichen und vielseitigen Werks ist es, den Fachleuten im Bereich von Psychologie, Psychotherapie, Medizin, Pflege und Seelsorge die theoretischen Grundlagen für ihr Wirken zu vermitteln. Es umfasst philosophisch-historische Grundlagen, theologische und philosophische Konzepte und die erkenntnistheoretische Entwicklungsgeschichte. Verwurzelt ist der ganze Aufbau in Theoremen, die schon vor der Aufklärung in der Antike und teils gar in vor- und urgeschichtlichen Mythen ihren Ursprung haben. Gerade diese geschichtlichen und narrativen Einzelheiten und Entwicklungslinien sind auch für den entsprechend interessierten Nichtakademiker voller spannender Aussagen und wecken viel Verständnis für die an sich recht akademisch-theoretisch anmutenden Aussagen, Erörterungen, Herleitungen und Interpretationen.

Was allerdings zusätzlich hilfreich das Verstehen des akademisch schwierigen Textes unterstützt, sind die – sehr leserfreundlichen! – Zusammenfassungen und die Umsetzungen des Erörterten in plakativen Texten am Schluss jedes Kapitels.

So klärt die Beschäftigung mit diesem Werk den Sinn und die Bedeutung einer auf solche Weise wissenschaftlich erforschten und interpretierten Positiven Psychologie. Es geht darum, dem allgemeinen persönlichen Wohlbefinden, dem Glauben an sich selbst, der Zufriedenheit mit den selbst gestellten oder aufgetragenen Aufgaben und dem Glück von Gemeinschaften und sozialen Beziehungen eine angemessene Bedeutung zuzumessen. Die alte, durch Zeit und Geschichte, nicht zuletzt auch durch religiöse Dogmatik überlieferte Einschätzung der Opferrolle darf nicht länger im Bewusstsein der Menschen eine bestimmende Rolle spielen. Es gilt, gerade den widrigen Umständen von Zeitgeschichte, Gesellschaft und auch Zukunftsangst positive aus dem Innersten hervorgehende seelische Kräfte entgegen zu setzen. Und wenn Thornton Wilder geschrieben hat: «Hoffnung hat noch nie das morgige Wetter geändert» (Die Iden des März, 1948/1949), so setzen die Autoren dieses Werks die Hoffnung wieder in ihrer positiven Bedeutung ein.

Die Geschichte und Konzeption der Positiven Psychologie erarbeitet Andreas M. Krafft. Andreas M. Walker besorgt die wissenschaftliche Auswertung der Umfragen aus dem Hoffnungsbarometer, der schon seit 2009 besteht.

Hoffnungsbarometer

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