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Carl Spitteler zu Ehren

Carl Spitteler erhielt 1919 den Nobelpreis für Literatur – als bisher einziger Schweizer. Ist eine Sondermarke wert!

Die Grafikerin Bea Würgler und Ständerat Hans Stöckli enthüllen am 5. September in der Schweizerischen Landesbibliothek die Sondermarke der Schweizerischen Post. Sie erscheint zu Ehren von Carl Spitteler (1845-1924), der als bisher einziger Schweizer vor 100 Jahren den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Überall in der Schweiz und vor allem am 14. September in Luzern, dem langjährigen Wohnort des in Liestal geborenen Schriftstellers, gedenkt man dieses Ereignisses, gesteuert vom Verein «Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis 1919-2019».

Spannend ist, dass der schwedischen Jury des Literaturnobelpreises vor allem ein nicht literarisches Werk von Carl Spitteler Anlass zur Beschäftigung mit seinem Werk gibt, die Rede vor der Neuen Helvetischen Gesellschaft nämlich, mit welcher er am 14.12.1914 für die Bewahrung der Neutralität der Schweiz und für einen geschlosseneren Zusammenhalt der Schweizer der verschiedenen Landesteile und Sprachen eintrat. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs neigten die Romands eher der französischen Partei zu, die Deutschschweizer eher der deutschen, was zu binnenschweizerischen Spannungen führte. Spittelers Rede bleibt nicht ohne Wirkung und findet weit herum im In- und Ausland Beachtung. Das regt unter anderen auch das Nobelpreis-Komitee zur Beschäftigung mit weiteren Werken des Schweizers an, vor allem mit Spittelers Hauptwerk, dem Olympischen Frühling, aber auch mit seinem Roman Imago.

Das Sujet der Marke, Kraft der Worte, ist also dem ganzen Vorgang um die Verleihung des Literatur-Nobelpreises höchst angemessen. Die Briefmarke, doch auch das Leben und die Werke von Carl Spitteler würdigen der Präsident des Patronat-Vereins, Gerhard W. Matter, Kantonsbibliothekar Baselland, Hans Stöckli, Vizepräsident des Ständerats und Mitglied im Patronatskomitee des Vereins, Kurt Strässle, Kultur- und Partner-Management der Schweizerischen Post, Marie-Christine Doffey, Direktorin der Schweizerischen Nationalbibliothek und Irmgard Wirtz Eybl, Leiterin des Schweizerischen Literaturarchivs. Magnus Wieland zeigt einzelne Kostbarkeiten des von ihm im Schweizerischen Literaturarchiv betreuten Nachlasses. Es handelt sich dabei um Manuskripte, die beweisen, dass Carl Spitteler ein fleissiger Briefschreiber mit vielen familiären, persönlichen und erweiterten Kontakten gewesen ist. Auch weitere Einzelheiten aus dem Bereich dieser Nachlassverwaltung finden lebhafte Aufmerksamkeit.

Magnus Wieland mit seinen aufmerksamen Zuhörern vor der Vitrine mit den interessanten Briefmanuskripten. 

Bea Würgler (Gestalterin) und Ständerat Hans Stöckli enthüllen die Sondermarke

Spitteler – ein Leseheft. Herausgegeben vom Verein Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis», Liestal 2019. 64 Seiten.(Bild fv).

Der Verein verdient Anerkennung nicht nur mit den schweizweit organisierten Gedenkveranstaltungen. Mit der Herausgabe eines schmalen Leseheftes regt er zur «Neuentdeckung eines Literaturnobelpreisträgers» an.. Es enthält die erwähnte berühmte Rede Unser Schweizer Standpunkt. Von den bekannten kürzeren Werken sind Erstdrucke vorhanden: Xaver Z’Gilgen (1888), Das Kässtechen (1890) und Ei Ole (1887).

 

 

Übrige Bilder: (c) Joel Sames

Über weitere Veranstaltungen im Rahmen dieses Jubiläums und über Carl Spitteler, sein Leben und sein Werk informiert folgender Link: https://www.spitteler.ch
Die erwähnten Brief-Manuskripte finden sich hier: Spittelers Briefe

 

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