FrontKulturMagritte, Dalì und Co. auf Besuch

Magritte, Dalì und Co. auf Besuch

Das Basler Kunstmuseum zeigt für ein halbes Jahr herausragende Werke aus der Familienstiftung Esther Grether als Gäste in Tableau- oder Objektform im Rahmen der öffentlichen Sammlung. Ein inspirierender Dialog.

Wer sich in Basel nur ein bisschen für Kunst interessiert, dem ist bekannt, dass die Mäzenin und Sammlerin Esther Grether eine der auch international bedeutendsten privaten Kollektionen von der klassischen Moderne bis in die Gegenwartskunst zusammengetragen hat. Nun kann der Direktor des Basler Kunstmuseums Josef Helfenstein 19 Werke aus dieser Sammlung für ein halbes Jahr im Kontext der Museumsbestände zeigen.

Ausstellungsansicht. Giacomo Balla, František Kupka und Robert Delaunay (v.l.). Privatbesitz (Balla, Kupka), Kunstmuseum Basel (Delaunay), Foto: Julian Salinas

Helfenstein wies bei einer Medienführung auf die «komplementären Aspekte» öffentlichen und privaten Kunstsammelns hin und bezeichnete die nun zugänglichen 19 Werke als eine «Hommage an das Sammlerpaar». Esther Grether – obwohl an den Rollstuhl gebunden – besucht das Museum noch heute gelegentlich, der 1975 verstorbene Hans Grether war seinerseits ein wichtiger Exponent und Financier bei der Gründung der Alberto Giacometti-Stiftung. Dank seiner finanzellen Unterstützung könne das Kunstmuseum rund einen Siebtel des Giacometti-Bestandes aus der Stiftung dauerhaft zeigen.

Alberto Giacometti: Homme qui chavire. 1951, Privatbesitz, © Succession Alberto Giacometti / 2019, ProLitteris, Zurich, Foto: Bildpunkt, Robert Bayer

Und nun sind für ein paar Monate ein Bild und zwei Skulpturen Giacomettis, darunter Homme qui chavire von 1951 im neu eingerichteten Giacometti-Saal zu sehen. Dazu sind Werke von Salvador Dalì, Max Ernst oder Yves Tanguy eingebettet in die hauseigenen Bestände derselben Epochen. Zu erwähnen ist inabesondere René Magritte, der in der öffentlichen Sammlung Basels ganz fehlt. Magrittes rätselhaften Gemälden der 1930er bis 1960er Jahre, darunter La belle de nuit (1932/33) und L’Empire des lumières (1948- 1962), werden Man Rays Fotografien Le violon d’Ingres (1924) und La Prière (1930-1970) in einem speziellen Kabinett zur Seite gestellt.Ein Dialog, der inspiriert.

Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf den Beständen des Surrealismus, eine Bewegung, die in der Familiensammlung Grether einen besonderen Platz einnimmt. Weitere ausgewählte dialogische Bezüge zwischen den beiden Sammlungen entstehen durch die Präsenz eines Stillebens von Paul Cézanne im ersten Obergeschoss, je ein Gemälde von František Kupka und Giacomo Balla, die im Kontext des Kubismus und Futurismus gezeigt werden, und durch Francis Bacons Frühwerk Four Studies for a Self-Portrait (1967), das seinen Auftritt neben dem späten Picasso hat.

Die Werke der Sammlung Grether werden in der Präsentation im Kunstmuseum durch eine spezielle Kennzeichnung, nämlich graue Werkschildchen erkennbar gemacht.

Beitragsbild: Salvador Dalì: Cygnes se reflétants en éléphants. 1937. Privatbesitz, © Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador Dalí / 2019, ProLitteris, Zürich, Foto: Bildpunkt, Robert Bayer

Weitere Angaben zur Präsentation von Gemälden der Familiensammlung Esther Grether im Sammlungszusammenhang des Kunstmuseums.

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