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  1. Gedanken zur Kolumne von Judith Stamm vom 15. Oktober 2019 auf seniorweb

    Liebe Frau Stamm

    Wir wissen Ihr Feedback zu unserer aktuellen Sensibilisierungskampagne in Form einer Kolumne zu schätzen. Denn wir finden es wichtig, dass Kritik laut geäussert wird und eine Diskussion entsteht. Gerne erläutern wir die Überlegungen hinter der Kampagne.

    Am 1. Oktober, dem internationalen Tag des Alters, tritt Pro Senectute jeweils an die Öffentlichkeit. Zum einen sensibilisieren wir zu relevanten Themen der Altersarbeit. In vergangenen Jahren legten wir den Fokus auf Altersarmut, Finanzmissbrauch im Alter oder generell zur Selbstbestimmung im Alter, dieses Jahr geht es um die Thematik der Diskriminierung im Alter. Zum anderen bitten wir um finanzielle Unterstützung. Denn unsere Dienstleistungen sind gefragt und wir sind angesichts der steigenden Nachfrage aufgrund des demografischen Wandels und angesichts von plafonierten öffentlichen Beiträgen an Pro Senectute schlicht und ergreifend auf Spenden angewiesen, und dies je länger mehr.

    Der Slogan und das Motiv der diesjährigen Kampagne «Senioren gehören umsorgt, nicht entsorgt» löst verschiedenste Reaktionen aus. Die einen denken an Einsamkeit, die anderen an Diskriminierung. Das Bild der Dame, die auf einem dunklen Estrich verloren zwischen Schachteln und ausgemusterten Spielsachen sitzt, lässt nur wenige unberührt. Unsere Botschaft wird verstanden und löst Reaktionen aus. Und genau darum machen wir diese Kampagne. Wer, wenn nicht Pro Senectute, soll eine solche Diskussion anstossen?

    Wir wollen damit zum Nachdenken anregen und stellen die Frage, wie unsere Gesellschaft ältere Menschen behandelt. «Entsorgen» wir sie, sprich, stellen wir Seniorinnen und Senioren aufs Abstellgleis, grenzen wir sie aus und vergessen sie? Oder begegnen wir Ihnen mit Wertschätzung? Mit anderen Worten, «umsorgen» wir sie so, wie es sich für Menschen, die in ihrem langen Leben viel geleistet haben, gehört? Das Wortspiel und auch seine Auflösung pendeln zwischen diesen beiden Polen. Das Motiv wurde unter anderem auch gewählt, weil das Thema «Alter» in den Medien häufig mit gesellschaftlicher Belastung – Stichwort hohe Kosten – assoziiert ist. Pro Senectute sieht das anders. Ältere Menschen sind eine zentrale und wichtige Säule der Gesellschaft. Da gibt es unzählige Beispiele – zum einen die Freiwilligenarbeit, die wichtige Rolle als Grosseltern innerhalb der Familie, das bei älteren Menschen vorhandene Wissen und die gelebte Erfahrung ganzer Generationen innerhalb einer einzigen Biografie usw.
    Pro Senectute hat die Sujets der Kampagne in einer Umfrage im Sommer mit über 1’000 Senioren und Seniorinnen in der Deutschschweiz getestet (70% im Alter 70+, 30% im Alter 50-70). Dabei zeigte sich, dass der Slogan und das Kampagnenbild in erster Linie mit Einsamkeit assoziiert wurde, Diskriminierung folgte an zweiter Stelle. 58% der Befragten gaben an, das Sujet berühre sie, 25% sagten, das Sujet berühre sie sehr. 4% störten sich an der Umsetzung. Der Slogan wurde zwar als provokativ, jedoch überwiegend im Sinne eines positiven Denkanstosses wahrgenommen und verstanden.

    Freundliche Grüsse, Peter Burri Follath Leiter Marketing & Kommunikation und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von Pro Senectute Schweiz

    PS Zur gendergerechten Sprache: Die Kommunikation von Pro Senectute muss sich immer auch dem Kanal anpassen, damit sie wirkungsvoll bleibt und schnell verstanden wird. Ein Plakat zum Beispiel, lebt von kurzen prägnanten Worten. Wir haben bewusst mit der Formulierung Senioren gearbeitet, welche auch umfassend und nicht nur als männliche Ansprache verstanden werden kann. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir eine Frau abgebildet haben? Das ist nicht zufällig. Sie sehen, die Wahl der Worte, aber auch der Protagonistin ist wohl überlegt und keinesfalls wertend.

  2. Den Spendenaufruf für Pro Senectute 2019: SACKSTARK!!!
    Wie ENTsorgt = ausgedeutscht: nicht ernstgenommen = unglaubwürdig, unsichtbar gemacht werden, mundtot gemacht werden wollen, komme ich mich immer wieder vor, im Umgang mit Gemeindebehörden; nach Apotherinnenwechsel in der Apotheke meines Vertrauens – ich war jahrelange zufriedene Kundin….. Seit ich in einem städtischen Alterszentrum lebe, erlebe ich immer wieder solche Entwertungen, Diskriminierung.

    Pro Senectute, individuelle Finanzhilfe, = vertrauenswürdige Anlaufstelle half mir einerseits finanziell weiter und andrerseits fühlte ich mich ernstgenommen.
    Die Sachbearbeiterin verstand es fachlich die richtigen Fragen zu stellen = Ueberprüfen ob ich den Kriterien entspreche, welche punktueller, finanzieller Hilfe zukommen darf.
    Ihre Sozialkompetenz hervorragend, sie behandelte mich mit Würde – mit einem Wort: KOMPETENT und auf Augenhöhe.

  3. Grüezi Frau Stamm
    genau das Gleiche habe ich mir auch gedacht! Ich habe mich deswegen bei Pro Senectute per Mail gemeldet und mich über diesen Slogan beschwert! Ich fand es unerhört, dass eine von mir sehr geschätzte Organisation sich so einen Fauxpas leistet. Wer hat sich das nur einfallen lassen? Leider habe ich keine Antwort auf mein Mail erhalten….
    Gisela Bigler