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Fake News und Gerüchte erkennen

Die Corona-Krise ist der Nährboden für zahllose Fake News, die aktuell z.B. darüber kursieren, welche Mittelchen gegen das Coronavirus helfen würden. Die traurige Tatsache: Weder Leinsamenöl, Zwiebeln, Knoblauch, Cannabis-Öl oder UV-Desinfektionslampen – um die aktuell bekanntesten Gerüchte zu nennen – töten das Virus, noch verhindern sie seine Ausbreitung.

Eine aktuelle Falschmeldung der letzten Tage stammt von der Uniklinik Wien. In der Sprachnachricht auf WhatsApp hiess es fälschlicherweise, dass Ibuprofen-Tropfen für die schweren Coronafälle in Italien verantwortlich seien. Die Sprecherin stellt sich dabei als „Elisabeth, die Mama von Poldi“ vor. Die medizinische Uni Wien widersprach direkt per Twitter.

Eine solche Quelle sollte uns direkt stutzig machen. Denn gerade die Quelle einer Nachricht ist einer der ersten Indikatoren, um die Glaubwürdigkeit von Nachrichten zu überprüfen, und die „Mama von Poldi“ ist da sicherlich keine Ernst zu nehmende Quelle gerade auch für eine Nachricht mit einer solchen Relevanz.

Einfache Selbstdiagnose? Gibt es nicht!

Eine häufig verbreitete WhatsApp-Nachricht empfiehlt, 10 Sekunden die Luft anzuhalten. Wer dabei kein Engegefühl im Brustbereich empfinde, sei gesund. Dieser Tipp ist genau so unsinnig wie die Empfehlung, alle 15 Minuten einen Schluck Wasser zu trinken. So würden die Corona-Viren in den Magen gespült und dort von der Magensäure zerstört. Tatsächlich ist das Virus nur über einen Abstrich aus dem Mund-Rachen-Raum erkennbar, und vor einer Infektion hilft nur Abstand halten von anderen Menschen sowie häufiges Hände waschen, bzw. der Hinweis, möglichst nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen.

Dieser Tage hat Instagram angekündigt, Tools zu entfernen, die behaupten, per Gesichtsscan eine Corona-Infektion zu erkennen. Wir können aber auch selbst aktiv mögliche Fake News hinterfragen. Eine gute Orientierung bietet die Seite „myth busters“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie listet die weltweiten Mythen und Gerüchte rund um das Corona-Virus auf. Finden wir also eine Nachricht auf unserem Smartphone in dieser Liste, sollten wir sie nicht mehr weiterleiten.

Fake News-Check leicht gemacht

Neben der Quellen-Recherche gibt es einige weitere, einfache Punkte, anhand derer wir mögliche Fake News identifizieren, bzw. die Glaubwürdigkeit von Nachrichten verifizieren können:

  • Die URL: Ein Schreibfehler ist hier häufig kein Versehen sondern ein erstes Anzeichen für Fake News
  • Eine reisserische Titelzeile und ein ebensolcher Text sollte uns direkt wachsamer werden lassen
  • Bietet die vermeintliche Nachricht nachvollziehbare Belege und verweist auf uns bekannte, vertrauenswürdige Quellen?

Grundsätzlich sollten wir gerade in den jetzt so aufgeregten Zeiten, ungewöhnlichen Nachrichten mit einer gesunden Portion Skepsis und Vorsicht begegnen. Wenn wir Verdacht schöpfen, hilft ein Check.

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