«Österreich lockert den Lockdown – zieht die Schweiz nach?», titelte der Tagesanzeiger nach dem Entscheid der österreichischen Regierung. Auch bei uns in der Schweiz planen der Bundesrat und die Kantone Lockerungen bei den Massnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus nach wie vor so gut wie nur möglich einzudämmen. Aber er bittet auch durchzuhalten, bis der Höhepunkt der Virus-Krise aus gesundheitspolitischer Sicht zu verantworten sei. Er will vor allem die Ostertage abwarten, schauen, wie wir alle reagieren. Halten wir die Weisungen ein, gehen wir immer auf zwei Meter Abstand? Diese vom Bundesrat und den Kantonen verordneten Massnahmen waren angemessen und zeigen doch langsam Wirkung. Darum haben wir, auch meine Frau und ich, beide über 70, Geduld und Vertrauen in die Behörden.
Nach dem ersten Schock über die angeordneten Massnahmen haben wir uns mit Hilfe von Sohn und Schwiegertochter sowie lieben Nachbarn zuhause arrangieren können. Dank findigen Gewerbebetrieben, die auch nicht in der Schockstarre versunken sind, konnten wir uns über das Internet sogar Unerlässliches liefern lassen. Wir sind froh, dass es in der Schweiz kein sogenanntes Ausgehverbot gibt wie zum Beispiel in Österreich und in anderen Nachbarländern. Und wir wollen auch keines!
Natürlich müssen wir Seniorinnen und Senioren im Durchschnitt mehr Risiko tragen und haben daher mehr Rücksicht zu nehmen, um uns vor Ansteckungen zu schützen. Aber müssen es gar Massnahmen zu einer verschärften Selbstquarantäne von älteren Leuten sein, wie man lesen konnte? Oder liegt der Schrebergartenverein richtig, der seinen Mitgliedern schrieb «Alle über 65 sollen zuhause bleiben. Sonst droht die Schliessung aller Gärten!!“. Auch das stand in der Zeitung zu lesen.
Und ganz wichtig ist für uns, dass Lockerungen für die Wirtschaft nicht mit zusätzlichen Einschränkungen für die älteren Personen verbunden werden sollten. Und „Wildwuchs in der Auslegung“ der angeordneten Massnahmen muss vermieden werden. Was wir Seniorinnen und Senioren erwarten sind zwar Lockerungen für die Wirtschaft und die Gesellschaft, aber wie bisher mit Bedacht und Augenmass – auch und gerade für die Seniorinnen und Senioren!
Dr. Hans Rudolf Schuppisser ist Mitglied des Schweizerischen Seniorenrates SSR und Vorstandsmitglied Zürcher Rentner-und Seniorenverband ZRV

Herr Schuppisser’s Artikel trifft ins Schwarze , genauer definiert ins «Rote», das Herzblut aller noch rüstigen Seniorinnen/Senioren., zu denen ich mich, trotz einigen Jahen auf dem geraden Buckel, zähle. Senior ist auch nicht gleich Senior. Senioren mit 65 sind ev. Senioren mit 90 plus nicht gleichzustellen, oder irre ich mich eventuell??
Meine Erfahrung der jüngst erlebten Zeit basiert auf dem jüngsten Trauma mit dem Verlust meines geliebten Partners. Mit vorangegangener Spitalzeit von 2 Monaten, erlebte ich bereits eine sog. Quarantäne, zwischen meinem Heim und dem Spital , hin und zurück und immer wieder, ohne
jegliche Erholung, Mein Körper und meine Seele schrien buchstäblich nach Freiheit, die ich mir, Corona hin oder her, in den Wäldern rund um meinen Wohnort Zug, erlaubte. Die Stille des Waldes, die wundervolle Luft, das Neuerwachen der Natur, hat mich mit der Gewissheit erfüllt dass «ALLES AUF ERDEN SEINEN SINN HAT». Diese Erfahrung hat mir geholfen, den unerträglichen Druck , trotz den auferlegten Einschränkungen, loszulassen. Ein schlechtes Gewissen hat mir mein junges Seniorenherz nicht aufzwingen können. Auf die kommende neu zu erlebende Freiheit total, freue ich mich unbändig, auch Senioren/innen sind noch voll dazu fähig!!unbändig.