StartseiteMagazinGesellschaftEin Land der Solidarität

Ein Land der Solidarität

Der Freiwilligen-Monitor präsentiert neueste Zahlen zur Freiwilligenarbeit in der Schweiz: 6 von 10 Personen setzen sich regelmässig gemeinnützig für die Gesellschaft ein. Und 7 von 10 Personen leisten ab und zu Nachbarschaftshilfe – nicht nur in Notsituationen wie der Corona-Pandemie.

Zum vierten Mal seit 2007 präsentiert der Freiwilligen-Monitor umfassende Zahlen zur Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Die erforschten Trends dienen Verbänden und Vereinen, Hilfswerken und Nachbarschaftshilfen bei deren Werbung und Begleitung von Freiwilligen. Getragen wird der Freiwilligen-Monitor von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), dem Migros-Kulturprozent, der Beisheim Stiftung sowie 30 Partnerorganisationen. Die wissenschaftliche Bearbeitung lag bei Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung. Publiziert wird der Freiwilligen-Monitor im Seismo-Verlag. Der Freiwilligen-Monitor erscheint auch auf Französisch sowie als PDF zum kostenlosen Herunterladen.

Ergebnisse auf einen Blick

  • 62 Prozent der Schweizer Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren engagieren sich regelmässig für andere Menschen, für die Gesellschaft oder die Natur: 16 Prozent in Organisationen, 23 Prozent ausserhalb von Organisationen und 23 Prozent in- und ausserhalb von Organisationen.
  • Die Zahl der Freiwilligen ist in den letzten 20 Jahren konstant geblieben. Es gibt jedoch beträchtliche Unterschiede bei der Art des Engagements und zwischen den Bereichen, in denen man sich engagiert. Während beim Sport, bei den Interessenverbänden und im öffentlichen Dienst eine Abnahme der formellen Freiwilligenarbeit zu beobachten ist, haben die Freiwilligen in Spiel-, Hobby- und Freizeitvereinen, in kulturellen Vereinen sowie in sozialen und karitativen Organisationen zugenommen.
  • Bei der informellen Freiwilligenarbeit handelt es sich oft um Care-Arbeit. Die Personen, die betreut werden, sind zur Hälfte Verwandte oder Bekannte der Helfenden. Informelle Freiwilligenarbeit wird häufiger von Frauen geleistet, und viele Helfende sind pensioniert.
  • Nachbarschaftliche Hilfeleistungen sind weit verbreitet. 72 Prozent der Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren erbringen im Laufe eines Jahres nachbarschaftliche Hilfeleistungen wie z.B. Briefkasten leeren, Einkaufen oder Pflanzen giessen. Hilfeleistungen sind in der Stadt ebenso üblich wie auf dem Land.
  • Um das Potenzial der Nicht-Freiwilligen zu nutzen, müssen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freiwilligenarbeit gefördert werden, die Engagements sinnvoll erscheinen und die Einsätze flexibel organisiert sein. 40 Prozent der Nicht-Freiwilligen würden sich im Sozial- oder Umwelt-Bereich engagieren, nur 10 Prozent würden in den Bereichen Politik oder Religion wirken.
  • Herausforderung, Verantwortung und abwechslungsreiche Tätigkeiten motivieren mehr als Geld: Wer sich freiwillig in Vereinen und Organisationen engagiert, will mit anderen Menschen etwas unternehmen und bewegen, ihnen helfen, sich dabei weiterentwickeln, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern sowie Spass haben.
  • Über 5000 Personen nahmen am Freiwilligen-Monitor teil. Die Befragten wurden vom Bundesamt für Statistik mittels Zufallsverfahren ausgewählt und repräsentieren die Schweizer Wohnbevölkerung ab 15 Jahren. Die Befragung wurde 2019 durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.freiwilligenmonitor.ch

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