FrontDigitalImmer mehr ältere Menschen nutzen das Internet

Immer mehr ältere Menschen nutzen das Internet

74 Prozent der Seniorinnen und Senioren sind heute digital online unterwegs. Vor zehn Jahren waren es noch 38 Prozent. Dies ergab eine heute präsentierte nationale Studie “Digitale Senioren 2020” von Pro Senectute Schweiz.

Der digitale Graben zwischen Jung und Alt wird immer kleiner. Vor zehn Jahren wurde eine erste nationale Befragung durchgeführt. Damals benutzten lediglich 38 Prozent der über 65-Jährigen digitale Angebote. Jetzt bei der dritten Befragung im September 2019, welche die Universität Zürich im Auftrag von Pro Senectute Schweiz bei rund 1100 Seniorinnen und Senioren durchgeführt hat, sind es 74 Prozent. Damit hat sich der Anteil fast verdoppelt. Mehr als verdoppelt hat sich der Anteil der mobilen Nutzung des Internets in den letzten fünf Jahren, nämlich von 31 auf 68 Prozent.

Noch rund 400 000 Senioren ohne Internet

Wie Alain Huber, Direktor Pro Senectute Schweiz, und Peter Burri, Leiter Kommunikation Pro Senectute Schweiz, an der Video-Medienkonferenz ausführten, besteht immer noch ein digitaler Graben zwischen Jung und Alt. So gibt es hochgerechnet immer noch rund 400 000 Seniorinnen und Senioren, die das Internet nicht nutzen. 2010 waren es noch über 820 000. Es sind vorwiegend ältere Menschen über 80, die nur selten oder gar nie online unterwegs sind. Bei den 65- bis 79-Jährigen nutzen gemäss Studie 95 Prozent, bei den 80- bis 84-Jährigen noch 54 Prozent und bei den über 85-Jährigen nur 35 Prozent das Internet. Am generellen Bild, dass Onliner eher jünger und meist gut gebildet sind und eher an neuer Technik interessiert sind, hat sich nichts geändert.

Wie bei den Jungen wird auch bei den über 65-Jährigen das Smartphone zum dominierenden Alltagsgerät bei der Informationssuche und Kommunikation. Laut Studie nutzen aktuell 69 Prozent der befragten Seniorinnen und Senioren ein Smartphone, 81 Prozent davon täglich. Trotz dieser Entwicklung bleiben Fernsehen (93 Prozent) und Radio (83 Prozent) die wichtigsten Informationsquellen für die Generation 65plus. Die jüngeren Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 bis 75 Jahren schauen sogar noch etwas öfter Fernsehen als Menschen im Alter über 80 Jahren.

Neue digitale Angebote im Aufwind

Bei der Nutzung von digitalen Dienstleistungen zeigt sich, dass weit verbreitete Anwendungen wie Geldautomat oder ÖV-Ticketautomat von den meisten Befragten regelmässig genutzt werden, während bei neueren Anwendungen wie dem Benutzen von Self-Checkout-Kassen oder dem kontaktlosen Bezahlen noch Vorbehalte vorhanden sind. Dass heisst aber nicht, dass ältere Menschen nicht an neuen digitalen Angeboten und Apps interessiert sind. So werden heute Instant-Messenger und Gesundheits-Apps sowie Fitness-Armbänder auch bei Seniorinnen und Senioren immer beliebter. Just die gegenwärtige Corona-Krise dürfte die Nutzung von Apps wie Facetime, Zoom und WhatsApp zur Kommunikation mit Angehörigen und Freunden sowie das Online-Shopping auch unter der  älteren Generation beschleunigt haben und damit auch die digitalen Kompetenzen älterer Menschen. Leider liefert die Studie darüber keine Ergebnisse, da sie vor der Corona-Krise durchgeführt wurde.

«Als Altersorganisation ist es uns wichtig, Seniorinnen und Senioren mit der digitalen Welt vertraut zu machen und ihnen mit Kursen und konkreter Unterstützung die Möglichkeiten der Digitalisierung zu eröffnen», sagt Alain Huber. Noch immer gibt es aber ältere Menschen, die keinen Zugang zum Internet und zu digitalen Angeboten haben. «Wir müssen dafür sorgen, dass diese Seniorinnen und Senioren nicht ausgegrenzt werden und den Anschluss an die Gesellschaft verlieren», so Huber. Auch Seniorweb ist bestrebt, mit verschiedenen Kurs- und Workshopangeboten im eigenen Lerncenter seniorlearn die digitalen Kompetenzen der über 65-Jährigen zu fördern und zu stärken.

1 Kommentar

  1. Cet article est comme tous vos articles très intéressant. Juste une remarque dans l’énoncé des âges : je crois que vous avez mentionné «65-69» au lieu de «65-79» ans. Wenn nicht dann gibt es ein «Loch» zwischen 64-69 und 80 -85 alt. Merci de corriger !!! Uebrigens je transmets vos emails jede Woche à 5 amis/connaissances seniors actifs du Welschland / Tessin die auch Deutsch sprechen. Mit freundlichem Gruss an allen bei Seniorweb.

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