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Vom Wert einer Umfrage

Wissen wir jetzt, wie es um uns und unser Verhältnis zur Internet-Welt steht? Ist es erfreulich, dass rund 74 Prozent der Seniorinnen und Senioren heute digital online unterwegs sind? Oder ist es betrüblich, dass über 400`000 ältere Menschen den Weg ins Internet noch nicht gefunden haben? Und welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Sicher ist eines: Die technologische Entwicklung wird stetig und immer schneller voranschreiten, wird uns immer stärker in ihren Bann ziehen, so weit, dass ein normales Leben ohne digitale Vernetzung in Zukunft kaum mehr möglich sein wird. Keine Nachrichtensendung ohne den Hinweis auf die wirklichen, die vertiefenden Informationen im Internet. Kein reibungsloser Billett-Bezug bei den SBB beispielsweise, als am weiterhin umständlichen Automaten anzustehen, um eines zu beziehen. Keine Umfrage, die leicht und spontan erledigt werden kann. Und viele behördliche Formulare sind so kompliziert ausgestaltet, dass sie sich digital nur schwer korrekt und auf Anhieb ausfüllen lassen. Und immer wieder stellt man am Laptop, PC, Smartphone fest, wie fragil die Internet-Welt nach wie vor ist, wie sensibel einzelne Geräte sein können, wie sorgfältig sie bedient werden müssen, wie unterschiedlich die Empfangsbedingungen sein können, ob in der Stadt oder auf dem Land.

Und wenn nun durch die Umfrage von Pro Senectute (siehe Artikel von Linus Baur „Immer mehr ältere Menschen nutzen das Internet“) statistisches Zahlen-Material vorliegt, das besagt, dass vor zehn Jahren nur rund die Hälfte, also 38 Prozent, internetaffin waren, wird offensichtlich, dass sich auch die älteren Menschen der digitalen Online-Entwicklung nicht entziehen. Im Gegenteil. Und das ist sehr gut so. Obwohl, wie bei jeder Umfrage, zu berücksichtigen ist, dass Befragte nicht gerne zugeben, dass sie nicht auf dem Laufenden, also eher Online-Muffel sind. Sei`s drum.

Weit wichtiger jedenfalls werden aber auch zunehmend die Fragen, wie gehe ich mit diesen technologischen Entwicklungen im Alltag um, komme ich ohne Support zu Rande, kann ich mir Hilfestellungen von aussen leisten, wann muss ich mir ein neues Handy, einen neuen Laptop zu tun, um à jour zu bleiben? Auf welches System setze ich, auf PC, auf Apple oder sonst eines? Schnell stelle ich fest, dass die Systeme nicht kompatibel, dass sie unterschiedlich zu bedienen sind, dass mögliches Zubehör unverschämt teuer ist, dass jedes neue Gerät neues Zubehör bedingt, wie Ladegerät, Anschlusskabel an einen Beamer beispielsweise. Auch stelle ich fest, dass die Bildqualität des Fernsehens über das Internet noch recht tief ist, dass damit augenscheinlich wird, welche Entwicklung noch vor uns liegt. Eben zum Guten.

Es geht also nicht so sehr um die Frage, ob die ältere Generation internetaffin sein will, als vielmehr darum, wie es um die persönliche Kompetenz des Einzelnen steht: Wie komme ich mit dieser Technologie mit ihrer stetigen Weiterentwicklung tatsächlich ohne stetige Betreuung zu Rande? Es geht vielmehr um die Qualität der Internet-Nutzung und nicht in erster Linie um die Quantität.

Die Umfrage von Pro Senectute liefert zwar wertvolles Zahlenmaterial, geht aber nicht weiter auf diese qualitativen Fragen ein. Diese Fragen und deren Beantwortung werden aber immer bedeutsamer, weit wichtiger, wenn mehr ältere Menschen die Chancen und Möglichkeiten des Internets auch tatsächlich nutzen. Und ganz bedeutsam ist und wird das Internet im Alter, im hohen Alter, wenn die Mobilität beispielsweise schwindet, weil es die Verbindung zur Aussenwelt, zur Gesellschaft, zur Familie sichert, das Einkaufen, den Behördenkontakt, das eBanking ermöglicht. Die Umfrage zeigt, dass diese Altersgruppe noch am schwächsten mit dem Internet vertraut ist. Grund genug, sich insbesondere um diese Altersgruppe zu kümmern. Die Nachfolgenden haben es leichter, weil das Internet die Arbeitswelt längst erreicht hat. Doch der Support wird auch ihnen zunehmend fehlen. seniorweb.ch kann die Lücke fühlen. „seniorlearn“, das Seniorweb-Lerncenter, ist eine ganz gute Adresse dafür.

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