FrontKolumnenDas Miteinander der Alpenländer

Das Miteinander der Alpenländer

Die Schweiz ist durch die Coronavirus-Pandemie (COVID-19) besonders tangiert. Es ist wie es ist: Das «Corona-Virus» hat und wird den für die Alpenländer so wichtigen «Winter-Tourismus» in einzelnen Sparten lahmlegen. Das Fundament aller Alpenländer ist nun einmal die intakte Berg- und Naturwelt, zu deren Erhaltung wir gemeinsam in der ökologischen Pflicht stehen.

Ende 2020 freuen wir uns voraussichtlich darüber, dass der CO2-Ausstoss erstmals deutlich fallen wird. Hoffen wir, dass uns in der «Berg-Welt» Schnee, Gletscher und Permafrost erhalten bleiben und sich die Veränderungen der alpinen Kryosphäre dank der Corona-Phase langfristig stabilisieren. «Ökologie und Umweltwandel» tangiert nämlich nebst den Grossstädten in erster Linie die Berg- und Alpenlandschaft. Tragen wir Sorge zur Umwelt und damit zu unseren Bergregionen! Stadt und Land werden dankbar sein!

Der Winter steht kurz bevor

Die Skinationen rüsten sich! Fakt ist und bleibt: Dem Wintertourismus kommt in den Bergregionen eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zu. Werden die Gäste die Destinationen der Alpenländer während der Wintersaison besuchen? Sind die Alpenländer und Winterdestinationen vorbereitet? Was ist nun aber zu tun? Welche Zukunftsvisionen sind gefragt? Die Alpenländer im Herzen von Europa – Schweiz, Österreich, Deutschland, Norditalien – müssten in Zukunft vermehrt gemeinsame Lösungen suchen, am gleichen «Bergbahnen-Seil» ziehen und die richtigen Perspektiven anvisieren. Die Hauptrolle spielen menschliche Verhaltensformen, gepaart mit einer zielführenden Strategie zur Bewältigung der Epidemie sowie ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen.

Wenn man sich an die Vorschriften hält, müsste doch die «Bewegungsfreiheit» auf den Berg- und Seilbahnen sowie den Pisten den Wintertourismusgästen stets das gesuchte und gewünschte Erlebnis und Wohlgefühl bieten. Gerade deshalb müssten diese «Nachbar-Länder» vermehrt eine einvernehmliche «Krisen-Sprache» sprechen und ihre Rolle als Gastgeber ernst nehmen. Wenn sich im «globale Dorf» schon kein Globalisierungsmodell zur Bewältigung der Krise herausgebildet hat, so müsste man doch erwarten, dass zumindest die Länder zu Füssen der stabilen Bergwelt die Bodenhaftung nicht verlieren?

Auch während der aktuellen Situation müssten die Player der Tourismusdestinationen somit ihre Gäste verwöhnen, gute Gastgeber bleiben und grenzüberschreitend etwas offenherziger eingestellt sein. Ob in Stadt- oder Berggebiet: Halten wir uns an die vorgegebenen Sicherheitsmassnahmen – Maskenpflicht, nötige Distanz –, die Vorschriften und Weisungen. Und mit dieser Voraussetzung lassen wir die Bewohner der urbanen Regionen an der Freiheit in den Bergen nach dem Prinzip der «gemeinsamen Gastfreundschaft» teilhaben. Nicht Konkurrenz ist angesagt, sondern ein Miteinander auf der Suche nach gemeinsamen Strategien und Lösungen zum Wohle aller.


Roman Weissen war Gemeindepräsident von Unterbäch, Walliser CVP-Grossrat, Stabsmitarbeiter bei zwei Generalstabschefs, Info-Beauftragter des damaligen Auslandsgeheimdiensts SND und Info-Chef von Seilbahnen Schweiz.

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