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Corona-Zeit: Seniorweb bietet Hilfen an

Die Corona-Pandemie verschärft die psychische Not. Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Belastungen. Seniorweb bietet für Menschen, die sozial isoliert sind oder unter Einsamkeit und negativer Stimmung leiden, Hilfen an, vermittelt Kontaktstellen, die kompetente Unterstützung anbieten.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat Ende November eine Übersichtsstudie über den Einfluss von Covid-19 auf die psychische Gesundheit veröffentlicht. Die Studie zeigt auf, dass psychische Belastungen und Krankheiten ungleich verteilt sind und bestimmte Bevölkerungsgruppen in besonderem Mass treffen.

Menschen über 65 besonders betroffen

Betroffen sind vorab Menschen über 65 Jahre, die sozial isoliert sind oder Vorerkrankungen aufweisen. Diese litten verstärkt an Einsamkeit oder negativer Stimmung. Aber auch Jugendlichen und Personen mittleren Alters macht das Covid-19 zu schaffen. Jugendliche vermissen vorab die Kontakte zu Gleichaltrigen und Personen mittleren Alters machen die Mehrfachbelastungen durch Arbeit und Homeschooling geltend. Dies trifft besonders auf Alleinerziehende und Eltern von Kindern unter 12 Jahren zu.

Die Studie weist weiter darauf hin, dass auch Suizidgedanken im Zusammenhang mit der Corona-Krise zugenommen haben. Dagegen wurden bei der psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung bislang keine grösseren Engpässe festgestellt, hingegen musste die Kinder- und Jugendpsychiatrie mehr Notfälle behandeln. Allgemein wird in der Studie festgehalten, dass Faktoren wie Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen, Einsamkeit oder familiäre Konflikte während der Pandemie verstärkt auftreten können, gleichzeitig sind bewährte Strategien zur Stressbewältigung eingeschränkt, so etwa der Austausch im Familien- und Freundeskreis.

Niederschwellige Hilfsangebote gefragter denn je

Die Studie hält abschliessend fest, dass zu den mittel- und langfristigen Folgen der Krise noch keine empirischen Ergebnisse vorliegen und dass der weitere Verlauf der Pandemie eine grosse Rolle spielen wird. Und dieser verheisst gegenwärtig eher eine vermehrte Verschlechterung der psychischen Gesundheit. Deshalb sind Informationsplattformen und Hilfsangebote gefragter denn je. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr ist die Nutzung niederschwelliger Hilfsangebote markant gestiegen. So lagen gemäss Studie die täglichen Nutzerzahlen zum Teil doppelt so hoch wie im Jahr zuvor.

Mit der Aktion «Sorgen in der Corona-Zeit. Hier erhalten Sie Unterstützung» bietet Seniorweb eine Auswahl solcher niederschwelliger Hilfsangebote an. Im Vordergrund stehen Angebote, die helfen sollen, psychische Belastungen wie Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit zu überbrücken und Betroffene in der Krise mit konkreten Hilfeleistungen zu entlasten, so zum Beispiel Einkäufe oder andere Kurierdienste machen oder mit dem Hund raus gehen.

 Dank Vermittlungshilfen weniger alleingelassen

Die Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus fordern Kontaktverbote auf allen Seiten. Gerade für Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen, die zum Schutz ihrer Gesundheit nun besonders isoliert leben, kann das besonders hart sein. Auch Betroffene von psychischen Krankheiten wie Depression trifft die aktuelle Situation hart. Physische Distanzierung bedeutet jedoch nicht, dass wir uns auch psychisch distanzieren müssen. Über Video-Anrufe, Telefonate oder Briefe können wir in Kontakt mit Freunden und Familie bleiben. Und für Menschen ohne engere Bezugspersonen gibt es Vermittlungshilfen, mit denen regelmässig telefoniert werden kann. Unsere Auswahl an Angeboten listet einige solcher Hilfen auf. So lässt sich die Isolation besser aushalten und Betroffene fühlen sich weniger alleingelassen.

Link zum Seniorweb-Angebot «Hier erhalten Sie Unterstützung»

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2 Kommentare

  1. «Betroffen sind vorab Menschen über 65 Jahre, die sozial isoliert sind oder Vorerkrankungen aufweisen»: Ist man einmal Fünfundsechtzig, fühlt man sich -selbst wenn man glaubt. noch (einigermassen?) rüstig zu sein- schon irgendwie «allein», besonders, wenn man den ersten Schritt zum 90. Lebensjahr unternommen hat. Die «hohe Obrigkeit» laesst eine Unzahl von Einschraenkungen, Verboten u.aehnl. vom Stapel. Zum Beispiel: Auf die Strasse gehende oder Autofahrer dürfen nur zwischen 10h und 13h dort gehen oder fahren. Das wirkt leider dementsprechend. Wir sind aeltere Menschen, aber eine Kleinkinder. Die hohe Obrigkeit sollte dies vor Augen halten. Wir haben vielleicht weniger Kraft, aber dementsprechend mehr Erfahrung. Und man Achte auch unser Alter. Da wohnt allerhand drin! Lasst euch beraten……..

  2. Gerade vor ca. 2,5 Stunden lief die Zeit für 65+ ab. Aber meine Schwester und meine Frau hatten noch allerhand zu erledigen. Meine Schwester pries meine Gattin, die jeder Situation bestens gewachsen ist. Ja, mein Leben verlâuft deshalb weitaus leichter als es sonst hâtte sein können. Denn in unserer Alterskategorie ist man auf viel Geschick angewiesen. Schon mal die Polizei, die das Überschreiten der gewâhrten Freistunden mit «saftigen Bussen belohnt». Man ist immer froh, wenn man mit seinem Auto «unbehelligt»an den «Hütern des Gesetzes» vorbeifâhrt. Aber auch die jüngeren Generationen, denen das Gesetz viel mehr zeitlichen Raum gewâhrt, haben nicht immer Verstaendnis für 65+. In unserer Stadt, wo die zumeist überfüllten Gehsteige und Strassen (mit einer sonst Unmenge an Fussgaengern und Vehikeln) eigentlich eher menschenleer sind, muss man das darauf zurückführen, dass die Leute lieber in ihrer Sommerwohnung bleiben wollen. Auch wir haben eine (mit toller Aussicht) können aber dieses Glück als 65+1’ler nicht auskosten. Denn abrupte «Neuverordnungen» sind in Lage,, uns im Hausarrest zu verbarikaturieren. Allerdings können Jüngere die Vorteile der Sommerwohnung bis zur Neige auskosten.Sie gehen sogar Schwimmen, denn die Temperaturen des Meeres sind immer noch semisommerlich. Also werden die Bewohner der Sommerwohnungen nicht eher in ihre Winterwohnungen zurückkehren bis intensiver Schnee die Leute zur Rückkehr in die Stadt zwingt. (Denn sie haben sonst in der Sommerwohnmung eine Heizung, die mit Erdgas gespeist wird.)
    Ja, so verlâuft das Leben in Istanbul, von wo aus wir frohe Weihnachten und ein tolles Neujahr wünschen.
    Ismet Damgacı-«Wahlschweizer»ç

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