FrontLebensartStefan Schulthess: „Für mich zählt die Zukunft“

Stefan Schulthess: „Für mich zählt die Zukunft“

Die Schiffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) AG hat eine lange Tradition. Das erste Dampfschiff, die „Stadt Luzern“ verkehrt seit 1837 auf dem Vierwaldstättersee, einem der Tourismusschwerpunkte der Schweiz. Heute gehören fünf historische Raddampfer und 15 Motorschiffe zur ganzjährig verkehrenden Flotte. Seit September 2005 ist Stefan Schulthess Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee.

Herr Schulthess, in der heutigen Pandemie-Situation funktioniert ja alles eingeschränkt. Trotzdem, auf was für Highlights auf dem See dürfen wir uns für das laufende Jahr freuen?

Stefan Schulthess: Das sichtbarste Highlight wird sicher die Wiederinbetriebnahme unseres Flaggschiffes „DS Stadt Luzern“ am 1. Mai nach einer fast drei Jahre andauernden und 13 Millionen teuren Generalrevision sein.

Die Schweiz ist ja nicht nur ein Land der Berge, sondern auch ein Land der Seen. Jeder unserer grossen Seen hat seine Besonderheiten. Was macht den Vierwaldstättersee so speziell?

Der Vierwaldstättersee, eingebettet in ein wunderschönes Bergpanorama, mit der Stadt Luzern und den idyllischen Ferienorten wie Weggis und Vitznau am Fusse der Rigi, beeindruckt mit seiner Vielseitigkeit und mit der tollen Dampfschiff- und Motorschiff-Flotte der SGV.

Aktuell bin ich viel auf dem See. Meist mit dem Nachmittagskurs nach Beckenried retour. Dann frage ich mich, was unsere «Wunderschiffe», Diamant, Saphir, Cirrus, machen, wenn sie nicht eingesetzt werden können. Müssen Motorschiffe auch von Zeit zu Zeit «bewegt» werden, damit sie keinen Schaden nehmen?

Nein, «bewegt» werden müssen sie nicht, aber selbstverständlich werden sie regelmässig gepflegt und unterhalten. Wir investieren jedes Jahr mehrere Millionen Franken in den Unterhalt unserer Flotte. Und allzu lang stehen unsere Schiffe glücklicherweise ja auch nicht unbenutzt in der Werft.

Das Dampfschiff «Unterwalden.

Seit langem hat mich unsere Werft, die heute als Shiptec AG firmiert, fasziniert. Ich gehe davon aus, dass hier Fachleute aus aller Welt beschäftigt sind. Und dass diese Fachleute auch in «aller Welt» auf anderen Werften bei entsprechenden Kundenaufträgen gefordert und eingesetzt werden?

Das stimmt, in der Shiptec AG arbeiten Fachleute aus sechs verschiedenen Ländern und diese arbeiten an Schiffbauprojekten in der ganzen Schweiz und im grenznahen Ausland. In der Tavolago AG, dem 2006 gegründeten Schwesterunternehmen der SGV AG und für den Gastrobetrieb zuständig, arbeiten übrigens sogar Mitarbeitende aus 25 verschiedenen Ländern.

Sie, Herr Schulthess, sind «Herr der Flotte» auf dem Vierwaldstättersee. Buben träumen häufig davon Polizist oder Lokomotivführer zu werden. Wie war das bei Ihnen, hatten Sie schon immer eine Neigung zu See und Schifffahrt?

Na ja, als «Herr der Flotte» würde ich mich nicht bezeichnen. Das sind eher unsere Schiffführer und Kapitäne und nein, als Bub wollte ich – wie viele andere auch – Pilot werden. Den Zugang zur Schifffahrt und zur Tourismusbranche habe ich erst viel später gefunden.

Die «Stadt Luzern» (1837) ist der älteste Dampfer auf dem Vierwaldstättersee. Sie wird in diesem Frühling nach einer drei Jahre dauernden Revision wieder in Betrieb genommen. (Alle Bilder zur Verfügung gestellt von der SGV)

In welcher Stimmung haben Sie den Vierwaldstättersee am liebsten? Bei strahlendem Sonnenschein oder eher «Grau in Grau»?

Weder noch. Die schönste Stimmung hat man im Frühling oder Sommer an einem schönen Tag auf dem ersten Schiffskurs um 6 Uhr 20 ab Luzern, wenn man der aufgehenden Sonne entgegenfährt.

1 Kommentar

  1. Die «Stadt Luzern» (Foto oben) ist, entgegen des obigen Textes, nicht das älteste, sondern das jüngste Dampfschiff der Vierwaldstätterseeflotte (Stapellauf 1928). Man kann sich bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee informieren.
    Freundliche Grüsse

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