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Kann man auch so sagen

Kurz und klar ist gut verständlich. Leider wissen das in den Medien nicht alle, die professionell eine Tastatur malträtieren. Sonst gäbe es viel weniger zu schmunzeln. Und Lachen ist ja gesund, ganz ohne Impfzwang.

Kennen Sie Hundejoga, Doga genannt? Da arbeitet sich der menschliche Part auf der Jogamatte ab. Und der Hund? «Es kann gut sein, dass einer ab und zu in eine Ecke pinkelt. Das wird jeweils mit viel Humor aufgenommen», steht im Bericht. Von mir aus. Hauptsache aufgenommen.

Manchmal fehlen ganz einfach die Worte: Da wird von einer «Wand aus gestapelten Holzscheiten» berichtet. Andere sagen einfach Holzbeigen. Im selben Text wird «von fein gefalteten Armee-Wolldecken» berichtet. Wer schon mal im Militär oder in der Pfadi war, hat mit dem Adjektiv «fein» im Zusammenhang mit den kratzigen Decken doch etwas Mühe – sorgfältig oder akkurat gefaltet würde eher zutreffen.

Und nochmals Holz: «Eine maschinell gefällte Fichte wird in Sekundenbruchteilen entastet und zerteilt und die Stämme zum Schluss in Windeseile aufeinander gestapelt». Nein, da wird kein Computerspiel beschrieben. Da war offensichtlich ein Journalist am Werk, der in der Regel über Abfahrtsrennen oder 100-Meter-Sprints schreibt. Aber lustig ist die Vorstellung ja schon. Zumal es am Schluss noch um junge Birken geht, «die ihre Köpfe nun der Sonne entgegen strecken können.» Holzköpfe.

Bleiben wir bei den Fichten: «Einkäufer wühlen sich mit klammen Fingern durch zahlreiche Tannen – meist im (sic!) Feierabend, wenn es dunkel ist und fest in der Hoffnung, dass sich der auserwählte Baum nicht doch als zu hässlich erweist für das glorreiche Familienfest.» Also wer sich so durch einen Text wühlt, dem ist ein Ratgeber zum Thema «Sag es treffender» zu wünschen. Unter dem aus dem Boden gewühlten Weihnachtsbaum, am glorreichen Fest.

Wo vielleicht auch ein betagter Gast sitzt, mit dem niemand gerechnet hat. Aber: «Zahl der Ausbrüche in Altersheimen steigt rasant» hat ein lieber Bekannter in seiner Zeitung gelesen und sich gefragt, wie streng wohl die Senioren und Seniorinnen gefangen gehalten werden, dass sie immer wieder ausbrechen müssen.

Und noch etwas Weihnächtliches: «Ein Tirggel sollte im Mund zergehen, «gsüggelet» werden und nicht verbissen». Zürcher wissen es: Ein Tirggel ist ein traditionelles Gebäck, hergestellt aus Mehl, Wasser und Honig und ziemlich hart. Förster wissen es: Junge Bäume müssen vor Rotwild geschützt werden, denn diese verbeissen die Triebe und Rinde. Das heisst Wildverbiss. Tirggelverbiss allerdings kommt bei den Menschen nicht vor. Die verbeissen sich zwar manchmal in ein Thema. Aber einen Tirggel zerbeissen sie – oder eben nicht. Wenn sie richtige Zürcher sind.

Zum Schluss noch in eigener Sache: Dass wir Journis sehr, sehr gebildet sind, wissen wir natürlich. Manchmal wäre es allerdings, zum Zwecke einer besseren Lesbarkeit sinnvoller, unsere sprachlichen und geografischen Finessen nicht in den Fokus zu stellen. Und nicht «der Palermitane Liedermacher» zu schreiben, sondern einfach der Sänger aus Palermo. Besserwisserisch ist in der Medienwelt kein sehr positives Etikett.

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