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Sagenhafter Alpenraum

Sagen lassen einen erschauern, staunen und faszinieren gleichzeitig. Gibt es Geister, Drachen, Hexen und Teufel? Die Ausstellung «Sagenhafter Alpenraum» im Forum Schweizer Geschichte in Schwyz geht den Geheimnissen auf die Spur.


Eingangsbereich

In einem dunklen Raum stehen hunderte brennende Kerzen auf dem Boden. Man hört einen Kauz, Glockengeläut und ein Gewitter. Die Kerzen stellen arme Seelen dar, die beispielsweise auf der Bettmeralp beim Aetschgletscher im Wallis nachts durch die Gegend ziehen. Der Phantasie der Besucher sind keine Grenzen gesetzt.


Stube mit Herrgottswinkel

Was sind Schutzzeichen? Und wie wahr sind Sagen? Die Ausstellung  widmet sich bis zum 2. Oktober 2022  den Erzählungen aus dem zentralen Alpenraum und beleuchtet deren Ursprung sowie Verbreitung.

Die Teufelsbrücke, das Sennentuntschi und natürlich Wilhelm Tell: Diese Beispiele zeigen, wie reich der zentrale Alpenraum an bekannten Sagen ist. Sagen werden im Gegensatz zu Märchen für «wahr» gehalten und weisen stets einen Bezug zu einem Ort, einer Person, einem Ereignis oder einer bestimmten Zeit auf.

Sagen berichten von aussergewöhnlichen, übernatürlichen oder wunderbaren Ereignissen; Geister, Hexen und Teufel finden darin ebenso Eingang wie historische Vorkommnisse und Figuren. So wundert es nicht, dass Sagen faszinieren, erschauern lassen und oftmals auch erzieherische, gesellschaftskritische sowie moralisierende Funktionen ausüben.


Gemälde «Devil’s Bridge», Teufelsbrücke, um 1893. Johannes Weber (1846-1912), Aquarell. Staatsarchiv Uri

Doch warum und wie entwickelte sich das Sammeln von Sagen? Steckt hinter den kurzen Erzählungen Aberglaube, Volksglaube oder gar ein Stück Geschichte, wie wir sie von Wilhelm Tell zu kennen glauben? Und was kann man darunter verstehen, wenn Sagenmotive «wandern»?

Diese und zahlreiche weitere Fragen zum Thema «Sagen» beantwortet die Ausstellung. Im Vordergrund stehen die Entstehung und die Weiterverbreitung, aber auch die Funktion und die Wirkung von Sagen.


Heinrich Jenny (1824-1891), «Wilhem Tell mit Sohn», 1868, Öl auf Leinwand. Tell-Museum Bürglen

Die Ausstellung widmet sich den mündlich wie schriftlich überlieferten Sagen, aber auch der Schwarzen Spinne, des Pilatusdrachen, oder der Blüemlisalp.

Die Besucherinnen und Besucher können zudem an Hörstationen vielen weiteren Sagen aus dem Alpenraum lauschen, tauchen ein in unheimliche Geschichten – und realisieren nach der Ausstellung, welche Bedeutung und Wirkung Sagen auch für die heutige Zeit oder die eigene Person haben.

Per Knopfdruck kann man über Kopfhörer Sagen und Märchen aus verschiedenen Kantonen und Sprachen hören.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm lädt Interessierte dazu ein, sich vertieft mit unterschiedlichen Aspekten zum Thema «Sagen» auseinanderzusetzen: Spannende Führungen mit Expertinnen und Experten geben Einblicke und interessante Hintergründe zu deren Rezeption, Herkunft und verschiedenen Motiven der Sagen. Familienführungen und Amulett-Ateliers lassen Gross und Klein in die Sagenwelt eintauchen.

An den «Erzählabenden» können typische Sagen aus den Kantonen Uri, Tessin, Wallis oder Schwyz hautnah erlebt werden.
Titelbild: Die brennenden Kerzen sollen die armen Seelen darstellen
Mehr unter: https://www.forumschwyz.ch/de

Fotos: Josef Ritler

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