FrontKolumnenFerienland Schweiz:  «Belle Époque Suisse 2022 +»

Ferienland Schweiz:  «Belle Époque Suisse 2022 +»

Wir befinden uns inmitten der Sommer-Ferienzeit. Es mag sein, dass für die Schweizer Landsleute nach der Corona-Zeit wieder vermehrt ferne, südliche Länder auf dem Programm stehen. Die Generation 65+ bleibt vorwiegend in ihren Zweitwohnungen, wenn sie über solche verfügen. Dennoch, die Menschen haben ihre Reiselust wiederentdeckt. Das führt derzeit teilweise zu Chaos an den Flughäfen in der Schweiz, Europa und darüber hinaus. Die Warteschlangen an den Flughäfen sind aktuell besonders lang. Vor allem, wer mit dem Flugzeug in den Urlaub jetten will, muss mit stundenlangen Wartezeiten rechnen – wegen des Personalmangels an den Flughäfen stehen Menschen in langen Schlangen für Check-in und Security. Es gibt aber durchaus auch andere Wege und Ziele in Richtung Urlaub. Denken wir nur an die Feriendestinationen der Schweiz – in welchen Orten auch immer – mit ihren Seen und Bergen, die gerade in der aktuellen Zeit nicht an Attraktion verloren haben. Zumindest stellen wir fest, dass in den Berg- und Seegebieten die Türen und Fenster der Hotels und Feriendomizile offenstehen und man es gerade in der Schweiz voll geniessen kann. Wir freuen uns natürlich, dass es augenfällig ist, dass die «Aktuelle Belle Époque Suisse» vermehrt an Bedeutung gewinnt.

Apropos «Belle Époque»? Wer an die Belle Époque denkt, hat seine eigenen Vorstellungen davon, welchem exakten Zeitraum diese Epoche zuzuordnen ist. Unbestritten ist sicherlich, dass sie irgendwann zwischen 1871 und 1914 lag. Aber bereits früher, in den 1830er Jahren, wurde das Reisen – dank der Industrialisierung – für eine breitere Bevölkerungsschicht möglich. Fremde besuchten die Schweiz gerne, um Kur- und Heilbad-Aufenthalte zu geniessen. Die Städte an den grossen Schweizer Seen und die Alpen waren bereits um diese Zeit äusserst beliebt. Die Eisenbahn war ein wichtiges Verkehrsmittel für den Tourismus, sie vereinfachte das Vorankommen und machte den Fremdenverkehr attraktiver.

In den 1860er und 1870er Jahren kam die Hotelbau-Welle dazu. Schweizer Hotelpioniere mit bekannten Namen waren der Zeit voraus. Diese Entwicklungen hatten natürlich auch ihren Einfluss auf die Umwelt. Bisher unberührte Gebiete wurden plötzlich für den Fremdenverkehr attraktiv. Arbeitsplätze wurden damit geschaffen. Die Tourismusgeschichte der Schweiz war geprägt von einer Auf- und Ab-Bewegung. 1871 blieben die Besucher beispielsweise wegen des deutsch-französischen Kriegs abrupt aus. Darauf folgte die goldene Zeit des Tourismus, die «Belle Époque». Berühmte Persönlichkeiten aller Länder verbrachten ihre Ferien in der Schweiz, die Hotels wurden immer luxuriöser und das Fremdenverkehrsgeschäft boomte.

Die Schattenseite dieser goldenen Zeit geht allerdings oft vergessen: Krankheiten und Seuchen machten die Runde. Die Angestellten arbeiteten zu miesen Arbeitsbedingungen. Die soziale Kluft zwischen Reisenden und Einheimischen war gross. Die Reiseinfrastruktur wurde immer stärker ausgebaut. Man bohrte Tunnels in die Berge für die Eisenbahn, baute Bergbahnen und gestaltete mit Zuversicht und Charm die Alpen-Regionen von Arosa, Bürgenstock bis Zermatt. Die Zweitwohnungen kamen später dazu. Den Besuchern wurden neue Aktivitäten, wie Wandern, Bergsteigen und auch Wintersport geboten. Die Natur und Berglandschaft konnte mit Hilfe von neuen Liften und Zahnradbahnen bequem erlebt werden. Eine neue Entwicklung im Reisegeschäft folgte der nächsten, es war und ist kein Ende in Sicht. Die Schweizer Destinationen gewinnen zunehmend an Attraktion und Beliebtheit für die in- und ausländischen Gäste.

Das aktuelle Angebot des Tourismuslandes Schweiz mit seinen Top-Kurorten, wie auch die kleineren Ferienorte, sind gerade in der heutigen Zeit vermehrt auch im Sommer – natürlich auch im Winter – die gesuchte Alternative für den Urlaub. In- und ausländische Gäste lieben die Schweizer Destinationen als Urlaubsorte und identifizieren sich vermehrt mit der «Aktuellen Belle Époque Suisse». Die Tourismuspioniere der Schweiz nutzten die Pandemie auch als Chance, ihre touristische Infrastruktur zu modernisieren und sich auf dem Markt neu aufzustellen. Erfreuliche Entwicklung mit zielführenden touristischen Angebots-Perspektiven.

ITS Coop formuliert das Angebot Schweiz treffend wie folgt: «Majestätische Gipfel, kristallklare Seen, Gletscher und tausende von Flusskilometer, beschauliche Orte und pulsierende Städte – das alles ist die Schweiz. Rund 7’000 Seen laden zur sommerlichen Erfrischung ein, 9’000 Velo- und 4’500 Mountainbike Kilometer bieten genügend Abwechslung für jeden Geschmack und tausende Kilometer Wanderwege von leicht bis anspruchsvoll garantieren Naturerlebnisse für Jung und Alt. Im Winter ist die Schweiz ein Paradies für Schneesportler und alle, die ein märchenhaftes Wintererlebnis in einer beeindruckenden Bergwelt suchen. Bestens präparierte Pisten, Loipen und Winterwanderwege erwarten die Feriengäste. Und wenn der Magen knurrt, laden heimelige Bergrestaurants und Hütten zum Verweilen ein.»

Was wollen wir noch mehr? Schweizer mit Erholungsbedürfnis, bleibt zu Hause in der Alpenrepublik und Erholungssuchende der globalen Welt wählt die Destination Switzerland, die «Belle Époque Suisse 2022 +».

1 Kommentar

  1. Das nenne ich mal ein Statement für das Reiseland Schweiz! Unsere Naturschönheiten haben ihren Glanz noch nicht verloren und können noch bestaunt und erlebt werden. In Ihrem „Werbespot“ fehlt mir jedoch der Hinweis darauf, dass wir die Natur nicht nur konsumieren, sondern mit mehr Respekt und bewussterem Handeln schützen sollten, besonders auf Reisen.
    Infolge der Klimaveränderung ist ein einschneidender Wandel unserer Umwelt unausweichlich und schon heute Tatsache. In den nächsten Jahrzehnten werden infolge steigender Temperaturen der Wasser- und Schneemangel zunehmen. Die Permafrostböden werden weiter auftauen und instabiler werden, Felsabbrüche und Lawinen sind die Folgen. Die Gletscher werden weiter abschmelzen und aus unseren Bergen langfristig verschwinden. Viele Wälder werden infolge Trockenheit absterben, die Brände werden zunehmen. Das Artensterben wird weiter fortschreiten. Das Wetter wird noch verrückter spielen, als in den letzten Jahren. Ein generelles Umdenken wird erforderlich sein, auch für die Tourismusindustrie.
    Reisen sollte meines Erachtens wieder kostbar werden, so wie in der Belle Époque des 19. Jahrhunderts. Im Unterschied zu damals, können sich heute auch die weniger betuchten Leute ab und zu eine Reise leisten, obwohl die Schweiz, auch für Einheimische, ein teures Ferienland ist. Der öffentliche Verkehr sollte viel billiger sein, dann hätten wir auch weniger Autos auf den Strassen und wohl auch mehr Musse unsere kurze Lebenszeit auf unserem Heimatplaneten Erde bewusster zu geniessen.

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