7 KommentareBundesratswahl 2022: Entscheid mit Signalwirkung - Seniorweb Schweiz
StartseiteMagazinKolumnenBundesratswahl 2022: Entscheid mit Signalwirkung

Bundesratswahl 2022: Entscheid mit Signalwirkung

Die Vereinigte Bundesversammlung hat am 7. Dezember 2022 als Nachfolge von Bundesrat Ueli Maurer (SVP) und Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) Albert Rösti (SVP) und Elisabeth Baume-Schneider (SP) in den Bundesrat gewählt. Bereits im ersten Wahlgang wurde der Berner Oberländer Albert Rösti mit 131 Stimmen gewählt. Im dritten Wahlgang wurde Elisabeth Baume-Schneider, als erste Bundesratsmitglied aus dem Kanton Jura, mit 123 Stimmen gewählt. Freude und Begeisterung auf der Seite der Gewählten und ihren Regionen! Am letzten liessen sich die beiden neuen Bundesratsmitglieder in ihren Heimatkantonen feiern: Rösti in Kandersteg und Uetendorf. Baume-Schneider in Delsberg und Les Breuleux. Auch der neue Bundespräsident Alain Berset wurde am Nachmittag in seiner Freiburger Heimat empfangen.

Für die einen ein Vorweihnachtsgeschenk, für andere eine Wahl mit Fragezeichen? Urbane und ländliche Regionen, Parteien, Öffentlichkeit sowie Medien begleiteten und kommentierten aus verschiedener Interessen-Optik die Wahl und die darauffolgende kollegiale d/m Übergabe/Verteilung der Departemente. Wahlen und Kommentare in einem föderalen Rechtsstaat unterliegen klar und deutlich der Freiheit von allen involvierten Personen, in welcher Verantwortlichkeit diese letztlich stehen und handeln. Möglich wäre sogar, dass gemäss Verfassung alle volljährigen und nicht entmündigten Schweizerinnen und Schweizer in die Landesregierung gewählt werden könnten. Wer sich zur Wahl stellt und vorgeschlagen wird, will gewählt werden. Es gibt logischerweise auch in einer Demokratie Wahlinstanz und Kandidatur immer Gewinner und Verlierer? Die Akzeptanz des Entscheides gehört zur demokratischen Regel!

Was wir nach der Wahl zur Kenntnis nehmen mussten: Die grosse Departement-Rochade im Bundesrat bleibt aus. Karin Keller-Sutter, FDP, wechselt ins Finanzdepartement (EFD), das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) übernimmt an ihrer Stelle Neo-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, SP. Albert Rösti, der zweite neue Bundesrat, erhielt das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) der abtretenden Simonetta Sommaruga. Die weiteren Departemente bleiben unter bisheriger Führung: Ignazio Cassis, FDP, Aussendepartement (EDA); Alain Berset, SP, Innendepartement (EDI); Viola Amherd, MITTE, Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS); Guy Parmelin, SVP, Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

Bundesratswahl mit Überraschungseffekt

Es versteht sich, dass es bei jeder «Bundesratswahl» immer wieder Interpretationselemente hinsichtlich Vor- und Nachteile gibt. Bei der Wahl vom 7. Dezember 2022 fühlen sich in erster Linie die urbanen Regionen unberücksichtigt. So liest man als Beispiel, dass «die grossen Städte wie Zürich und Basel, die eigentlichen Fortschrittsmotoren des Landes sind, überhaupt nicht mehr vertreten sind.». Es wir die die Angst suggeriert, dass «Millionen von Menschen, die im urbanen Grossraum leben, arbeiten und die Schweiz voranbringen, die Wohlstand für uns alle schaffen, in der Landesregierung ohne Stimme bleiben». Bei den nächsten Bundesratswahlen werden die «Wahl-Korrekturen» sicher stattfinden. Nun, so tragisch mag es doch nicht sein, dass angeblich die «urbane Welt der Schweiz» an Einfluss und Macht verliert? Es ist vielleicht sogar von Vorteil, dass gewisse politische Weichen – im gemeinsamen Interesse von Stadt und Land – aus neutraler Sicht gestellt werden. In der föderalen Schweiz ist und bleibt ein rücksichtsvolles Miteinander oberste Pflicht. Erwähnen wir nur die «Zweitwohnungs-Initiative», das Volksbegehren, welcher das Schweizer Volk vor zehn Jahren mit einem Ja-Anteil von 50,6 Prozent zugestimmt hat: Heute gehören nicht nur die alpinen Feriendestinationen zu den wirtschaftlichen Verlierern, sondern vor allem auch die Menschen aus den Städten, weil der Kauf von Zweitwohnungen – das Angebot wird immer weniger – in ländlichen Tourismusregionen immer mehr unerschwinglich werden.

Die Neugewählten werden uns nicht enttäuschen

Die sieben Mitglieder der Landesregierung haben die Verteilung der Departemente wie üblich untereinander entschieden. Verteilt wurde nach dem Anciennitätsprinzip. Es wurde eine kollegiale Lösung gefunden, so Bundespräsident Cassis. Ziel des Bundesrates sei es gewesen, die beste Aufgabenverteilung im Interesse des Landes zu finden. Der Bundesrat als Kollegialbehörde und oberste Regierung der Schweiz, steht vor grossen Herausforderungen. Die einzelnen Departementchefs f/m sind keine Diktatoren. Die Ängste sind unbegründet, dass Bundesrat Rösti die Interessen der «Klimawandel» vernachlässigen werde, wie auch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die Anliegen der Städter ausser Augen lässt, oder Bundesrätin Karin Keller-Sutter den finanzpolitischen Spürsinn nach dem Muster von Bundesrat a.D. Ueli Maurer nicht haben werde. Departements übergreifend steht das Kollegium vor grossen Aufgaben und es dürfte erwartungsgemäss ein eingespieltes Regierungsteam sein.

Herausforderungen für alle

Ich denke, dass wir überzeugt sein können, dass sich unser Bundesrat in seiner neuen Zusammensetzung auch ab dem Jahr 2023 voll im Interesse und Dienste unseres Landes engagieren wird. Die korrekte, einvernehmliche Ablösung der bisherigen erfolgreichen Amtsträger Simonetta Sommaruga und Ueli Maurer ist gelungen. Der grossen Herausforderungen gibt es Department übergreifend. Erwähnen wir, zwar unvollständig, Fragestellungen der Aktualität.

EDI: Mit dem Ja zu der Revision der Alters- und Hinterlassenen Vorsorge (AHV) wurde ein Grundpfeiler eingeschlagen, der Raum für weitere Überlegungen und Lösungsansätze zulässt. Nebst der AHV, also der ersten Säule, wird auch die Revision der Pensionskasse, der zweiten Säule, im kommenden Jahr ein wichtiges Geschäft des Eidgenössischen Departements des Innern sein. Doch nicht nur die Altersvorsorge wird ein viel diskutiertes Thema bleiben. Das EDI ist auch dafür verantwortlich, eine mehrheitsfähige Lösung für die steigenden Gesundheitskosten zu erarbeiten. Bundesrat Alain Berset Bundespräsident im Jahr 2022 erklärte unmissverständlich: «Meine Leidenschaft für das Innendepartement (EDI) ist unverändert gross. In der Gesundheitspolitik gebe es viele Baustellen wie die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen.»

EJPD: Ein Dauerbrenner im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement ist und bleibt die Zuwanderungsproblematik. Diese wird seit Jahren vorwiegend von der rechten Seite kritisiert. Mit den Zahlen der Zuwanderung und dem «Wie weiter?» wird sich auch die neue Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider beschäftigen müssen. Weiter wird in diesem Departement der Krieg in der Ukraine Spuren hinterlassen. In diesem Kontext werden wohl auch die Diskussionen über den 2022 erstmals eingesetzten «Schutzstatus» weitergehen. Die Schweiz zeigt sich solidarisch und hat erstmals den Schutzstatus S aktiviert. So kann den Menschen aus der Ukraine rasch und unkompliziert Schutz gewährt werden.

EDA: Die Verhandlungen mit der Europäischen Union und eine mögliche Annäherung diese ist ein ständiges Diskussionsthema im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten. Die entsprechenden Verhandlungen bleiben nach wie vor das wichtigste Dossier im EDA. Bundesrat Ignazio Cassis wird sich weiterhin intensiv mit der Streitbeilegung des institutionellen Rahmenabkommens auseinandersetzen müssen. Schwierig wird es, eine Lösung zu finden, die für alle Parteien befriedigend ist. Der Aussenminister bemerkt schon mal zielführend: «Beide Seiten (EU und CH) suchen pragmatisch nach Lösungen. Es bleien Differenzen, die überwunden werden müssen.» Unsere bilateralen Verträge mit der EU sind mehr als ein Freihandelsabkommen». Die «Neutralitätsfrage» hat die Mitarbeitenden und den Vorsteher dieses Departement im vergangenen Jahr intensiv beschäftigt. Die Debatten über die Neutralität der Schweiz stand auch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. In welche Richtung sich diese Diskussion noch entwickelt und welchen Stellenwert sie in nächster Zeit einnehmen wird, ist unklar.

VBS: Nehmen wir es vorweg: Bundesrätin Viola Amherd, die erste Verteidigungs- und Sportministerin der Schweiz, hat in der ehemaligen «Männerdomäne VBS» hervorragende Arbeit geleistet. Im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport ist und bleibt ein Schlüsseldepartement. Diskussionselemente gibt es in verschiedenen Bereichen. Die Beschaffung des Militärjets des Typs F-35 könnte auch nächstes Jahr für Gespräch sorgen. Auch wenn die «Stopp F-35 Initiative» im September zurückgezogen wurde. Der Nationalrat hat sich im Mai 2022 zurecht dafür ausgesprochen, das jährliche Armeebudget schrittweise auf sieben Milliarden Franken zu erhöhen. Im Fokus des VBS bleibt allemal der Nachrichtendienst des Bundes (NDB), das wohl wichtigste sicherheitspolitisches Instrument der Schweiz als bedeutender Banken- und Wirtschaftsstandort. Der NDB befasst sich mit der Früherkennung und Bekämpfung von Terrorismus, gewalttätigem Extremismus, Spionage, der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren Trägertechnologie sowie Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen.

EFD: Für das kommende Jahr sind die Bundesfinanzen noch im Lot. Der Bund bilanziert für das Jahr 2023 ein ausgeglichenes Budget – auch weil Kosten für geflüchtete Ukrainerinnen ausserordentlich verbucht werden. Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die neue Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements ist, wird sich vorwiegend mit der Finanz- und Schuldenbewirtschaftung auseinandersetzen müssen. Denn es ist möglich, dass die Vorgaben der Schuldenbremse von 2024 bis 2026 nicht eingehalten werden können. Auch die «Coronapandemie» hat in diesem Departement Lasten hinterlassen. Denn obwohl die Probleme der Pandemie nicht mehr so akut scheinen, wird der Abbau der Coronapandemie-Schulden nach Ueli Maurer auch Karin Keller-Sutter beschäftigen.

UVEK: Das UVEK erfüllt im Rahmen der vorbildlichen Verkehrspolitik dank der bedeutenden Investitionen und den guten Verbindungen von Eisenbahn, Postauto, Tram, Bus, Schiff und Seilbahn, ja dem auf einen starken öffentlichen Verkehr insgesamt, eine zentrale Rolle. Der perfekt funktionierende öffentliche Verkehr hat eine grosse Bedeutung für den Zusammenhalt des Landes zwischen Stadt und Land. Bundesrat Albert Rösti wird sich jedoch zunächst wohl dem Energiedossier widmen müssen. Eine mögliche Leitfrage in diesem Departement könnte sein: «Wie kann die Energieversorgung gesichert werden?» Doch auch hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Auch die Klimapolitik und die Umsetzung des CO2-Gesetzes sind nach wie vor grosse Baustellen in diesem Departement. Es stellt sich die Frage, wie die Schweiz im Hinblick auf den Klimaschutz weiterverfahren möchte.

WBF: Bundesrat Guy Parmelin, der nach wie vor Vorsteher des Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung ist, wird sich weiterhin damit beschäftigen müssen, wie man die Schweiz als Forschungs- und Wirtschaftsstandort stärken kann. Die «Stromsparpläne» stehen im Fokus der Diskussionen. Ferner werden auch in diesem Department die Folgen des Ukraine-Krieges die Beamten auf Trab halten. Das WBF wird sich wie bis dato mit den Folgen der Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland und den darauffolgenden Sperrungen von Vermögenswerten und Liegenschaften befassen müssen. Je nach Konjunkturlage und Inflationsrate muss sich dieses Departement auch damit auseinandersetzen, ob man eventuell auch Strukturpolitik betreiben muss. Das WBF muss damit auseinandersetzen müssen, welche Unternehmen man wie stützen kann.

Spenden

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, Sie zum Denken angeregt, gar herausgefordert hat, sind wir um Ihre Unterstützung sehr dankbar. Unsere Mitarbeiter:innen sind alle ehrenamtlich tätig.
Mit Ihrem Beitrag ermöglichen Sie uns, die Website laufend zu optimieren, Sie auf dem neusten Stand zu halten. Seniorweb dankt Ihnen herzlich.

IBAN CH71 0028 7287 1801 7101 L

7 Kommentare

  1. Was für ein Signal meinen Sie genau? Was Sie fein säuberlich und geordnet kommunizieren, ist nichts, was wir nicht schon längst aus den Medien wissen. Ihre Auslegung dieser Bundesratswahl ist Interpretationssache, ziemlich einseitig und ziemlich bürgerlich, wie ich finde. Die Konkordanz, bleibt auf der Strecke, die Wirtschaftslobby gestärkt. Dies verändert m.E. zusehends das Gleichgewicht in unserer Gesellschaft. Noch zur Information, nach der Auswertung der AHV-Abstimmung hat die Mehrheit der Frauen die Vorlage abgelehnt. Und das Versprechen, die Frauen in der BVG-Revision besser zu stellen, wurde mit dem bisherigen Entscheid des Ständerats, bereits gebrochen. Dies ist wahrlich ein Signal.

  2. Danke, Herr Weissen, für die gute, emotionslose und sehr ausgewogene Zusammenstellung. Sie hebt sich wohltuend ab vom kaum zu ertragenden Gezeter bezüglich Departementsverteilung (als ob die Schreibenden im BR-Zimmer gesessen hätten!) und von den durch nichts begründeten Vor-Verleumdungen der neu gewählten Mitglieder.
    Jeder der weiss, wie belastend ein Bundespräsidium ist, kann dem auf Berset ausgeübten Druck, ausgerechnet im Präsidialjahr das Departement zu wechseln, kein Verständnis entgegen bringen.
    Diejenigen, die kritisieren, Amherd hätte im UVEK mehr für das Wallis herausholen können, haben immer noch nicht begriffen, dass ein(e) BR für das ganze Land da ist und dass der Satz «never change a winning team» auch für die VBS-Chefin gilt.
    Auch die von Journalisten immer wieder neu ins Feld geführten Gräben (offenbar gibt es keine andern, ernster zu nehmenden Kritikpunkte) habe ich satt:
    Stadt-Land-Graben: der grösste Tei der Schweiz besteht aus Agglomerationen,
    Röstigraben: die meisten BR-Mitglieder sind mehrsprachig, insbesondere die zwei neu gewählten,
    Finanzausgleich-Graben: die entsprechenden Gesetze verabschiedet das Parlament,
    etc. etc.

  3. Ja, Frau Mosimann, der Beitrag von Herrn Weissen enthält nichts Neues. Und was es mit der Signalwirkung auf sich hat, ist mir auch nicht klar.
    Doch weshalb meinen Sie denn, dass die «Konkordanz auf der Strecke bleibe»? Immerhin bleibt die parteipolitische Zusammensetzung des Bundesrates gewahrt und deshalb wird auch die «Wirtschaftslobby» (Wer soll das eigentlich sein: Grossunternehmen, KMU, Bauern, Gewerkschaften oder alle zusammen?) im BR nicht gestärkt. Ich weiss auch nicht, welchen Entscheid des Ständerates Sie meinen, wenn Sie behaupten, dass er das «Versprechen, die Frauen in der BVG-Revision besser zu stellen, bereits gebrochen» habe. Fakt ist doch, dass er die versicherte Lohnuntergrenze deutlich reduziert hat und zudem sollen 15 Jahrgänge der Übergangsgeneration lebenslang einen Rentenzuschlag auf den BVG-Renten erhalten. D a s ist ein positives Signal, Frau Regula Mosimann !

    • Mit einer kurzen Antwort kann ich leider bei diesen komplexen Themen nicht dienen.
      Die Konkordanz bleibt auf der Strecke, weil die Grünen und die GLP nicht im Bundesrat vertreten sind. Jede politische Partei hat das Recht auf einen der sieben BR-Sitze, gemessen an ihren Wählerzahlen, was ausschliessen sollte, dass Parteien doppelt vertreten sind. Dass keine Vertreter der Städte gewählt wurden, entbehrt jeder Logik, da 85 % der Bevölkerung in Städten oder städteähnlichen Agglomerationen leben. Da können wir bei künftigen Entscheiden nur auf das Parlament hoffen.

      Die Wirtschaftslobby wird mit dieser BR-Wahl gestärkt, da ein Mann neu an der Spitze des für unsere Zukunft ausserordentlich wichtigen Departementes UVEK gewählt wurde, welcher in seiner beruflichen Vergangenheit, insbesondere die Beziehungen zu mächtigen Wirtschaftszweigen wie AKW, BKW, Swissoil, Autoimporteuren und Agrarlobby gepflegt und mit seiner Firma beraten hat. Dazu hat der neue Departementsvorsteher eine rechtspopulistische Partei im Gepäck, deren Sponsor ein vorgestriger und erzkonservativer Milliardär ist, welcher über einen eigenen Medienapparat verfügt und es seit Jahren versteht, die Tatsachen bis zur Unkenntlichkeit zu minimieren und nicht davor zurückschreckt, die Öffentlichkeit plakativ und mit menschenabwertenden Symbolen, z.B. gegen Ausländer, zu beeinflussen.

      Was die Revisionen der AHV und BVG und die betroffenen Frauen betrifft, gibt es diverse aktuelle Publikationen, die die Fakten klarlegen, sofern eine einfache Bürgerin oder Bürger, ohne versicherungstechnisches Wissen, bei diesen rechnerischen Gebilden noch durchsteigt. Der Schiefe Turm von Pisa ist in jedem Fall erklärbarer und der benachteiligt meines Wissens auch niemanden. Der Vergleich mit einem Turm und nicht mit den drei Säulen drängt sich mir auf. Dabei müssten wir nur EINE gut ausgebaute, effektive und für alle nachvollziehbare Altersrentenversicherung etablieren, die jeweils leicht an die veränderten Lebensumstände angepasst werden könnte.
      Eine vom Staat verordnete, obligatorische Zusatzversicherung BVG, die die Arbeitnehmer*innen erneut zum Zwangssparen verdonnert und dann noch einen entscheidenden, demokratisch absolut nicht nachvollziehbaren Fehler machte, die Verwaltung und die lukrative Gewinnabschöpfung von im letzten Jahr total 1159 Milliarden Franken erwirtschafteten Rentengelder, in die Hände privater Rentenversicherer zu geben, hat uns von Anfang an in die absurde Schieflage unseres Rentensystems gebracht. Ich nenne das Rentenklau. Dies sind Tatsachen, die in der Tat Signale aussenden; sie gehen jedoch m.E. in eine völlig falsche Richtung und widersprichen der realen, monetären Erwartungshaltung eines demokratischen Landes.

  4. Roman Weissen
    Geschätzte Frau Mosimann und Herren Vogel und Hübscher für die Kommentare,
    Eure Gedanken habe ich mit Interesse gelesen…, obschon mein Ausführungen NICHTS NEUES enthalten sollen… Auf alle Fälle haben wir nun Ergänzungen. Es freut mich natürlich sehr, dass Sie meine Kolumne kommentieren. Ich akzeptiere die «Verschiedenheit der Meinungen» in jedem Falle und bin voll und ganz der Auffassung, dass «Auslegung jeder Bundesratswahl Interpretationssache ist»… Gewiss, auch eure Elemente könnte man in einer NEUEN Kolumne einbeziehen… Es ist nun mal Fakt, dass man in einer Kolumne bei Gott nicht alle Elemente integrieren kann! Besten Dank in jeder Hinsicht und ich wünsche allseits frohe Weihnachtstage und fürs NEUE Jahr 2023 meine allerbesten Wünsche!

  5. Merci fürs feedback, Herr Weissen. Meistens kriege ich keine Antwort auf meine Kommentare (auch wenn sie provozierend sind) und komme mir vor wie der Schreiber in der Wüste, den wahrscheinlich gar niemand liest.
    Auch Ihnen alls Gute im Neuen Jahr, auf echt schweizerisch:
    Bella Festa daz Nadal ed in Ventiravel Onn Nov!
    Bun Natal e un felic Ann Növ!
    Joyeux Noël et Bonne Année!
    Heit ä schöni Wienecht und rütsched guet übere!

  6. Kurz und bündig, Ich bin dieser Diskussion überdrüssig. Lasst unsere Bundesrätinnen und Bundesräte ihre Arbeit machen und dann können wir allenfalls kommentieren und reklamieren.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Newsletter & Mitgliedschaft

Lernen Sie uns über den kostenlosen Newsletter kennen und werden Sie Mitglied von Seniorweb.

Beliebte Artikel

Mitgliedschaften für Leser:innen

  • 20% Ermässigung auf Kurse im Lernzentrum und Online-Kurse
  • Reduzierter Preis beim Kauf einer Limmex Notfall-Uhr
  • Vorzugspreis für einen «Freedreams-Hotelgutschein»
  • Zugang zu Projekten über unsere Partner
  • Massgeschneiderte Partnerangebote
  • Buchung von Ferien im Baudenkmal, Rabatt von CHF 50 .-