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Impressionen aus Dresden

Dresden ist für seine Barockarchitektur bekannt. Aufgrund ihrer Schönheit und des Einflusses italienischer Baumeister wurde die Stadt bis 1945 auch Elbflorenz genannt.

Dresden einmal besuchen, stand schon länger auf meiner Wunschliste. Die Stadt ist mir durch die Malerei des 18. Jahrhunderts bekannt. Doch die barocken Gebäude selber zu sehen, wie etwa das Residenzschloss, die Frauenkirche oder den Zwinger, ist doch noch etwas anderes; wenngleich heute vieles rekonstruiert ist. Der Feuersturm vom 13. Februar 1945 – wie hier die Bombardierung am Ende des Zweiten Weltkriegs genannt wird – zerstörte Dresden weitgehend. Die einstige DDR baute einiges wieder auf, doch viele Ruinen blieben bestehen.

Die Frauenkirche am Neumarkt wurde ursprünglich von 1726 bis 1743 erbaut und galt als grösster Sandsteinbau mit einer steinernen Kirchenkuppel.

Der im 18. Jahrhundert erbaute Kuppelbau der Frauenkirche prägte während zweihundert Jahren das Stadtbild Dresdens. Die DDR beliess die Kriegsruine als Mahnmal. Erst nach der Wende wurde die Frauenkirche von 1993 bis 2005 wieder aufgebaut mit Spenden aus aller Welt.

Die Frauenkirche blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits die Vorgängerkirchen waren der Mutter Gottes geweiht und Frauenkirche genannt. Ursprünglich katholisch ist sie seit der Reformation evangelisch-lutherisch.

Der Barockbau, die Gestaltung des Innenraums, auch die Malereien in der Kuppel wurden nach aufwendigen Recherchen in noch erhaltenen Archivalien erneuert. Die zerstörte barocke Silbermann-Orgel jedoch wurde durch eine moderne Orgel ersetzt.

Seit 2005 ist die Frauenkirche wieder eine offene Bürgerkirche und beliebtes Ziel der Touristen. Um 12 Uhr mittags wird es jeweils still, eine kurze Andacht verbunden mit Orgelmusik bringt Ruhe in das Touristengewusel. So erleben die Interessierten die Kirche nicht nur als Kunstereignis, sondern auch als eigentlichen Ort der Einkehr.

Die Orgel und der Altar in der Frauenkirche sind übereinandergesetzt und gehen optisch ineinander über.

Das Residenzschloss ist ein Renaissancebau in der Innenstadt und war Sitz des Dresdner Hofs und der sächsischen Kurfürsten (1547-1806) und Könige (1806-1918). Bereits im Barock wurde der Bau dem Zeitstil angepasst, ebenso im 19. Jahrhundert. Infolge der Luftangriffe brannte das Schloss bis auf die Grundmauern nieder. Seit 1991 wird es renoviert und ist heute als Museum öffentlich zugänglich. Neben den Paraderäumen können hier das Münz- und Kupferstich-Kabinett, die Rüstkammer und die Türckische Cammer besichtigt werden sowie das Grüne Gewölbe.

Das Dresdner Residenzschloss, Blick vom Zwinger aus.

Das Grüne Gewölbe mit der Schatzkammer ist seit 2006 im Erdgeschoss wieder eröffnet. Der Juwelendiebstahl von 2019 machte die Sammlung weltweit bekannt. Heute erhält man nur Zugang mit einem Zeitfenster-Ticket und muss Sicherheitsschleusen passieren.

Die Preziosen in den Gewölbekammern zeugen vom Reichtum und vom erlesenen Geschmack der sächsischen Kurfürsten und Könige. August der Starke hatte hier zwischen 1723 und 1730 eine Wunderkammer aus neun Räumen eingerichtet, die bereits seit 1724 besichtigt werden konnten. Die majestätischen Kleinodien wie Porzellan, Gold- und Silberobjekte sowie Schmuck und Edelsteine sind auch heute wirkungsvoll zur Schau gestellt.

Historische Aufnahme des Pretiosen-Saals im Grünen Gewölbe, 1904. Der Name leitet sich von den ehemals malachitgrün gestrichenen Säulenbasen und -kapitellen in den Gewölberäumen ab.

August der Starke (1670-1733) gehörte zu den schillerndsten Figuren höfischer Prachtentfaltung und absolutistischer Selbstdarstellung nach dem Vorbild des französischen Sonnenkönigs Louis XIV. Als protestantischer Kurfürst von Sachsen konvertierte Friedrich August I. zum römisch-katholischen Glauben, gewann dadurch die polnische Krone und regierte ab 1709 in Personalunion als August II. König von Polen und Grossfürst von Litauen. Unter ihm erlebte Dresden eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte.

Seine rege Bautätigkeit und seine ausgeprägte Sammelleidenschaft liessen Dresden zur prunkvollen barocken Metropole werden, die bis heute nachwirkt. Sein Nachfolger hatte dieselben väterlichen Interessen und wurde zum grössten Kunstmäzen seiner Zeit. Mit seiner kriegerischen Aussenpolitik führte er das wohlhabende Sachsen jedoch in den Ruin.

Brunnen in der Anlage des Zwingers. Der Name Zwinger geht auf die mittelalterliche Bezeichnung für einen Festungsteil zwischen der äusseren und inneren Festungsmauer zurück.

August der Starke war auch der Auftraggeber des Zwingers, der zwischen 1710 bis 1728 als Orangerie, höfischer Festspielplatz und Park entstand. Die reich verzierten Pavillons, Balustraden, Figuren, Vasen und Brunnenanlagen zeugen von der Prachtentfaltung während seiner Regentschaft. Eigentlich war der Zwinger als Vorhof einer monumentalen Schlossanlage, die bis zur Elbe reichen sollte, geplant. Doch nach seinem Tod wurde diese Idee fallen gelassen.

Der Zwinger wurde im Krieg schwer beschädigt, doch bereits zur Zeit der DDR in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. Hier sind die Porzellansammlung und der Mathematisch-Physikalische Salon untergebracht. Ebenso die Gemäldegalerie Alte Meister mit der berühmten Sixtinischen Madonna von Raffael. Allerdings wurde dieser Gebäudeflügel erst Mitte des 19. Jahrhunderts von Gottfried Semper angebaut, und wie die Semperoper Sempergalerie genannt. Semper wurde auch der Architekt der ETH, des Polytechnikums, in Zürich.

Bernardo Bellotto, Zwingerhof, um 1752. Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden. Da der Zwingerhof derzeit eine grosse Baustelle ist, die Brunnenanlagen werden renoviert, hier eine historische Ansicht (siehe auch Titelbild von 2006).

In der Gemäldegalerie Alte Meister sind auch die zahlreichen realistischen Veduten von Dresden im 18. Jahrhundert ausgestellt. Gemalt hatte sie der venezianische Künstler Bernardo Bellotto (1722-1780), der sich Canaletto nannte nach seinem berühmten Onkel Giovanni Antonio Canaletto (1697-1768), bei dem er in Venedig die Malerei erlernte. Bellottos Stadtansichten sind bis heute für den Wiederaufbau eine wichtige Referenz.

Bei einem längeren Aufenthalt in Dresden gibt es noch viel zu entdecken: etwa die Semperoper, die Kathedrale, die Neustadt mit ihren schmucken Cafés und Boutiquen und in der Umgebung das Elbtal und die Sächsische Schweiz mit den bizarr geformten Sandsteinfelsen, auch Schloss Moritzburg und Meissen sind nicht weit.

Titelbild: Gartenanlage im Hof des Zwingers, Dresden. Foto: Stephan Czuratis, 2006, Wikimedia Commons
Fotos: rv

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