StartseiteMagazinKultur«Attacco!» heisst es am Theater Luzern

«Attacco!» heisst es am Theater Luzern

Der Teamgeist im Luzerner Opernensemble ist eindrücklich. Am Sonntag stellten einige der heranreifenden jungen Sängerinnen und Sänger unter dem Titel “Attacco!“ die Produktionen der neuen Saison vor. Operndirektorin Ursula Benzing führte auf sympathische Art durchs Programm.

Das Luzerner Theater gibt sich als offenes Haus. Intendantin Ina Karr und ihr Team machen auch neben den Premieren mit originellen Produktionen auf sich aufmerksam. So möchten sie ein breiteres Publikum für sich gewinnen. Dazu gehört auch die Operngala anfangs Saison, ein pfiffiger Durchgang durch sechs Premieren vom Barock bis in die Moderne.

Ganz unterschiedlich Stile

Der Aufwand dafür ist nicht zu unterschätzen. Das Luzerner Sinfonieorchester begleitet an der Operngala die entsprechenden Ausschnitte live, es stand dieses Jahr unter der Leitung von Gastdirigentin Teresa Riveiro Böhm. Die Proben für die künftigen Produktionen haben noch nicht begonnen, die Ausschnitte müssen also eigens vorbereitet werden. Zudem ist der Wechsel von einer Barockoper zu Bellini und Puccini nicht einfach, das ist ganz andere Musik. So braucht die Barockmusik einen Cembalisten und eine Continuogruppe zur Begleitung der Koloraturarien.

Das Luzerner Sinfonieorchester begleitete die einzelnen Auftritte. Hier mit Elizabeth Bailey.

Von Beginn weg aber war klar: das Team freut sich auf die neue Saison! Alle machten begeistert mit, das war nicht einfach eine Pflichtübung. Den Anfang machte Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper «I Capuleti e i Montecchi» (Premiere: 3. Dez.), die in Luzern konzertant gegeben wird. Sie handelt von einer Familienfehde mit tragischer Liebesgeschichte à la Romeo und Julia. Ein Highlight daraus ist die Arie der Giulietta, Elizabeth Bailey sang sie an der Operngala herzergreifend.

Interessante Stimmen im Ensemble

Gleich mehrmals zu hören war die isländische Sopranistin Eyrún Unnarsdóttir, Ensemblemitglied seit der Spielzeit 21/22. Sie ist die perfekte Besetzung für die beiden Barockopern, die das Luzerner Theater diese Saison produziert: Henry Purcells «Dido und Aeneas» ist ein Meilenstein der Operngeschichte, sie hatte bereits im September Premiere. Daraus wurde am Sonntag der Hexenchor gesungen.

Auch der Chor wurde aufgeboten für diese besondere Programmvorschau. (Alle Fotos Theater Luzern/Ingo Hoehn)

Der Brite Purcell schrieb ganz andere Barockmusik als der Italiener Antonio Vivaldi. Dessen Oper «Giustino» wird mit der Premiere am 2. Mai 2024 erstmals in Luzern zu hören sein. Sie zeugt von Vivaldis überbordenden Temperament, in der Geschichte geht’s drunter und drüber. Die berühmte Arie der Ariana sang Unnarsdóttir an der Operngala mit ihrer geschmeidigen Sopranstimme ausgezeichnet.

Puccinis „La Bohème“ als Highlight

Unnarsdóttir wird aber auch in Puccinis beliebtester Oper «La Bohème» zu hören sein, in der Rolle der Mimi (Premiere: 9. März 2024). Wir befinden uns in der unbeschwerten, aber eher armen Pariser Künstlerszene. Mimi leidet an Schwindsucht, ihr Liebhaber Rodolfo (Merunas Vitulskis) sang an der Gala mit ihr das Liebesduett. Leider hat er das Geld nicht, um ihr zu helfen, weshalb sie sterben muss. Auch Tania Lorenzo Castro ist in der „Bohème“ zu erleben, sie spielt und singt die temperamentvolle Musetta mit ihrer kecken Art.

„Hänsel und Gretel“ mit Nebenveranstaltungen

Tania Lorenzo Castro passt aber auch gut in Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Köstlich, wie sie an der Gala mit ihrem Bruder Hänsel herumschäkerte, den Solenn’ Lavant Linke als Hosenrolle sang. Premiere dieser Produktion ist am 11. November. Das Luzerner Theater möchte aber schon vorher darauf einstimmen, mit einem «Operncafé» am 4. November und einer öffentlichen Probe am 6. November. So kann man auch einmal anders Theaterluft schnuppern.

Saisonprogramm: www.luzernertheater.ch

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