StartseiteMagazinKolumnenWarum die Friedensinitiative so wichtig ist

Warum die Friedensinitiative so wichtig ist

Der eine hält seine letzte Rede, der andere will wiedergewählt werden und der dritte lässt nicht locker: Der will noch einmal ins Weisse Haus einziehen. Der eine ist 83 Jahre alt, der andere 81 und der dritte des Trios Infernal würde ebenfalls gute 80, wenn er die wichtigste Nation der westlichen Welt, die Vereinigten Staaten, wieder vier Jahre lang regieren kann: Donald Trump (78).

Einer hat es gemerkt: Christoph Blocher (83). Er lebe nicht mehr so lange und sang vor seinen 1000 Getreuen im Albisguetli einen selbstgedichteten Vers zur Melodie des «Schacher Seppli» zu Gott vor der Himmelstür: «…Ich sueche mir e neui Stell / Eini wo mir würdig isch / Ich säges churz, mit nur eim Satz / Ich bi da, mach Du mir Platz.»

Nach dem Tagesanzeiger «tobte der Saal». Eine Standing Ovation der Tausender Schar schwappte durch den Saal für den Mann, den sie in der SVP ohnehin schon «Heiland» genannt haben. Ganz wird er nicht verstummen. An einer, seiner immerwährenden bewaffneten Neutralität wird er stur festgehalten, obwohl sie die Handlungsfähigkeit der Schweiz begrenzen, ihr jede Flexibilität berauben würde, um aktiv als Friedensvermittlerin in Aktion treten zu können.

Und die anderen zwei? Mit Trippelschritten, im leichten Laufschritt, versucht Joe Biden (81), alle Zweifel an seiner Fitness zu widerlegen und erreicht damit gerade das Gegenteil von dem, was er erreichen will: Seine körperliche Versehrheit wird offensichtlich. Dennoch: Seine politische  Bilanz ist weit besser als immer wieder behauptet wird. Vor allem seine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Und insbesondere sind seine transatlantisch ausgerichtete Position, seine Sorgen um Europa, aktuell zum Freiheitskampf der Ukraine gegen Putins brutalen Angriffskrieg, für Europa, selbst für die Schweiz überlebenswichtig.

Entscheiden sich die US-Amerikanerinnen und -Amerikaner in 10 Monaten, am 5. November, aber für Trump, so entscheiden sie sich auch gegen das atlantische Bündnis, genauer gegen die Nato, gegen Europa und insbesondere gegen den Freiheitskampf der Ukraine. Schon jetzt wird akribisch alles vorbereitet, tausende Mitarbeitende erkoren, die umsetzen sollen, was Trump in seiner ersten Amtszeit verpasst hat. Und er wird Rache nehmen an denen, die ihn für 95 Delikte überführen wollten. Zumindest für einen Tag will er Diktator werden, hat er grossmäulig angekündigt, innert 24 Stunden will er den Krieg in der Ukraine beenden. Er wird Putin anrufen. Die beiden werden die Welt aufteilen wollen. Gott sei Dank, so schnell wird es nicht gehen. Es gibt noch eine andere grosse, selbstbewusste Macht, die mitreden will und wird: China.

So ist es für  jede Friedensaktion höchste Zeit. Gerade noch rechtzeitig hat der Bundesrat endlich reagiert. Zumindest Bundespräsidentin Viola Amherd und Bundesrat Ignazio Cassis, der Aussenminister, haben couragiert Mut gefasst und lanciert, was es dringend braucht: eine Friedenskonferenz, zu der sie als Nation der guten Dienste all die Beteiligten in die Schweiz einladen wollen. Statt sich dahinter zu stellen, melden die grossen Medien Bedenken an: «Ist das nicht gar naiv?», meinte beispielsweise der Tagesanzeiger. Und die SVP will schon gar nichts davon wissen, nach ihr wird Selensky eh zu sehr verehrt. Sie hält sich da lieber an Wilhelm Tell. Die sollen doch zuerst mal bei der russischen Botschaft in Bern anrufen und nachfragen «Was Moskau davon hält? «, riet  SVP-Nationalrat Walter Gartman herablassend in der Arena, treu nach seiner Partei. Das ist schon längst passiert. Und die Antwort war vorauszusehen, genauso wie Putin Absicht hinlänglich bekannt ist: die Ukraine in die Knie zu zwingen. Auf dem Weg nach Europa.

Auf jeden Fall ist die Bundespräsidentin voll und ganz  zu unterstützen. Ihr ist der Rücken zu stärken und Cassis mit starken Argumenten auszustatten, wenn er nächstens nach China reist und alles zu unternehmen versucht, China von der dringend notwendigen Konferenz zu überzeugen. Alte Männer hin oder her.

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1 Kommentar

  1. Für mich ist es nicht wichtig, wer diese Friedenslokomotive in Fahrt bringt und wo die Verhandlungen stattfinden. Hauptsache, sie finden baldmöglichst und unter einer Führung statt, die sich zum Ziel setzt, die demokratischen Werte als hohes Gut zu bewahren, Respekt und Schutz für alle Völker und ihre Lebensweisen zu gewährleisten und zu unterstützen sowie das Recht jedes souveränen Landes auf eigenes Territorium anzuerkennen sowie Sanktionen bei Zuwiderhandlungen festzulegen und rechtlich zu verankern.

    Was es heisst im Krisenmodus erfolgreich zu vermitteln, zeigen uns die weltweit tätigen Helfer des Schweizerischen Roten Kreuzes IKRK, das aufgrund des unermesslichen Elends des zweiten Weltkrieges, gegründet wurde. Ohne politische Rechte und oft unter Lebensgefahr, helfen weltweit kompetente und mutige Menschen im Namen der Menschlichkeit und ohne Parteinahme, den von Krieg und Elend Betroffenen in Krisengebieten.

    Ein sehr eindrückliches Gespräch mit der amtierenden IKRK-Präsidentin Frau Mirjana Spoljaric Egger, über die Macht von Kriegsherren und die Ohnmacht der betroffenen Menschen, über finanzielle Hürden in der Schweizer Politik und die Ignoranz der Medien. Nachzusehen und -hören in der Sendung Sternstunde Philosophie vom 17. Januar 2024 auf SRF1.

    https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-philosophie/video/mirjana-spoljaric-egger—ikrk-praesidentin-auf-hei?urn=urn:srf:video:0edd7489-e77a-4cdf-98e1-54e385a7af15

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