StartseiteMagazinDigitalDie Narronen von Laufenburg

Die Narronen von Laufenburg

Das Städtchen am Hochrhein ist seit dem Frieden von Lunéville, also seit 1801 geteilt. Aber die Fasnacht feiert die «Altfischerzunft 1386» grenzenlos: mit der Tschättermusik und dem Narro-Lauf wie seit 1386, sagt die Legende.

Der getragene Rhythmus der Tschättermusik in den engen Gassen der beiden Laufenburg kann einen in Trance bringen: D Müllere het si het ist der Vers der Trommeln, begleitet von Pauken und allerlei Lärminstrumenten wie Hörnern, Glocken, Pfannen, Klappern und riesigen Sägeblättern.

Mit dem 1. Faissen am Donnerstag, 25. Januar früh um fünf Uhr war Fasnachtsanfang, gleichzeitig im minderen (deutschen) und im mehreren (schweizerischen) Laufenburg. Am zweiten Faissen wiederholt sich das Spiel, bis es am dritten Faissen, dem Schmutzigen Donnerstag zum Höhepunkt kommt: Die Tschättermusiken beider Laufenburg vereinen sich und bringen beim Zug durch die Gassen dies- und jenseits des Rheins die Mauern mächtig in Schwingung, des nachts ein gespenstisches Ritual.

Am schmutzigen Donnerstag nachmittags landen Zunftbrüder per Schiff an und bringen einen riesigen Salm mit. Fischer und Flösser waren die Laufenburger, bis der Laufen, ein gefährlicher Rheinfall, Ende des 19. Jahrhunderts gesprengt wurde. Das Narrengewand besteht aus Stoffblätzli, einer Kappe mit Pelzbesatz und einer aus Lindenholz geschnitzten Larve, oft ein Erbstück, sowie einem Fischernetz um den Leib, das zum Narrolauf gut gefüllt wird.

Nach den bei der alemannischen Fasnacht üblichen Umzügen und Festen folgt am Fasnachtsdienstag der Narrolauf: Die Zunftbrüder – historisch mussten sie für Witwen und Waisen sorgen – gehen durch die vereinte Stadt und werfen Esswaren wie Würste, Brötchen oder Orangen aus. Die Kinderschar bettelt mit Sprüchen, die seit Menschengedenken immer dieselben sind. Ein Beispiel:

Fahr ufe, fahr abe, fahr Laufeburg zue,
wie tanze die Narre, wie chläpp
ere die Schue.

Mehr über diese besondere alemannische Fasnacht gibt es auf der Homepage der Narro-Altfischerzunft 1386. Fotos: © René und Elisabeth Bühler.

Klicken Sie auf ein Foto unten, dann öffnet sich das Galerie-Modul. Mit den Pfeilen rechts oder links = die Fotos vorwärts oder rückwärts bewegen.

Und hier gibt es den Sound der Tschättermusik, allerdings ein bescheidenes Abbild davon.

 

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