Der Ruf der Berge

Wie findet man gefährdete Vögel? Die Vogelwarte Sempach setzt  neuerdings Aufnahmegeräte ein, die die Geräusche der Vögel aufnehmen.

Für die Wirksamkeit von Schutzmassnahmen sind Informationen über Aufenthaltsort und Bestandsgrösse von Vögeln entscheidend. Einige sensible Arten leben aber in abgelegenen Gebieten, was die Datenerhebung stark erschwert. Seit einiger Zeit setzt die Vogelwarte hier das passive akustische Monitoring ein. Eine neue Studie über das Alpenschneehuhn in den Schweizer Alpen zeigt die Möglichkeiten, die diese neue Methode bietet.

Das Alpenschneehuhn ist durch den Klimawandel besonders gefährdet. Sein Bestand geht aufgrund des schrumpfenden Lebensraums zurück, und weiterer Druck durch Tourismus verschlechtert seine Situation zusätzlich. © Markus Varesvuo.

Um Vögel in einem Gebiet nachzuweisen, denken wohl die meisten automatisch an eine Sichtbeobachtung. Oft ist das Hören aber wichtiger, da Vögel singen oder mit Rufen in Kontakt bleiben. Dies gilt besonders für Arten, die schwer zu entdecken sind, weil sie beispielsweise nachts oder in schwer zugänglichen Lebensräumen leben. Hier kommt das passive akustische Monitoring zum Einsatz, bei dem Aufnahmegeräte in bestimmten Gebieten aufgestellt werden.

Die Aufnahmen von 700 000 Schneehuhnrufen an 10 Orten in den Schweizer Alpen ermöglichte es dem Forschungsteam der Vogelwarte, wertvolle Informationen über das Rufverhalten des Alpenschneehuhns zu gewinnen. © Amandine Serrurier.

Einmal gespeichert, werden die Aufnahmen mithilfe von Algorithmen analysiert, die darauf trainiert sind, die Rufe der Zielart zu erkennen. Diese neue Methode hat die Vogelwarte unter anderem bei einem Projekt zum Alpenschneehuhn eingesetzt. Dieses ist potenziell gefährdet, da sich sein Lebensraum durch den Klimawandel verändert. Dank passivem akustischem Monitoring konnten Alpenschneehühner in einem Gebiet nachgewiesen werden, von dem man bis dahin glaubte, dass es verlassen sei.

Die Aufnahmen zeigten auch, dass der Höhepunkt der Gesangsaktivität zwischen Mitte März und Ende April liegt, also etwa einen Monat früher als der Zeitraum, in dem die bisherigen Felderhebungen durchgeführt wurden. Das passive akustische Monitoring ermöglicht es also, die bisher stattfindenden Kartierungen zu ergänzen und zu verbessern. «So erfahren wir mehr über Arten, die der herkömmlichen Zählung entgehen. Dies trägt auch dazu bei, Schutzmassnahmen zu verbessern,» erklärt die Vogelwarte.

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