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«Kiss Me, Kate» im Emmental

Ein Hauch von Broadway schwebt über dem Emmental. Auf der Moosegg zeigen die Freilichtspiele diesen Sommer das Erfolgsmusical «Kiss Me, Kate». In der turbulenten Beziehungskomödie sind auf der Waldbühne zahlreiche exzellente Profi-Sängerinnen und -Sänger sowie ein grosser Chor zu bewundern. Regie führte Martin Schurr.

Wenn das Wetter mitspielt, ist ein Sommerabend auf der Moosegg zwischen Langnau und Biglen ein Hochgenuss. Bei der Première vergangene Woche stimmte alles: Es blieb den ganzen Abend trocken und relativ mild, Solisten sowie Chor waren hochmotiviert, und zum Schluss verzauberten der Erdbeermond und die Scheinwerfer die Tannen rund um die Waldbühne in ein romantisches Liebeslicht.

Musik und Liedtexte des Musicals stammen von Cole Porter, das Buch von Samuel und Bella Spewack. Die Uraufführung fand am 30. Dezember 1948 im «New Century Theatre» in New York statt. Seit den 50er Jahren eilt das Musical auch im deutschen Sprachraum in Film, am TV und auf Bühnen von Erfolg zu Erfolg.

Akteure der «Der Widerspenstigen Zähmung» von William Shakespeare.

Zur Handlung: Fred Graham (Simon Burkhalter) spielt die Hauptrolle des ‚Petruchio‘ in der von ihm inszenierten Komödie «Der Widerspenstigen Zähmung» von William Shakespeare. «Kiss Me, Kate» ist ein Theater im Theater, ein Spiel im Spiel. Die weibliche Hauptrolle der Katharina vergibt Produzent Fred an seine Ex-Ehefrau, den Hollywood Star Lilli Vanessi (Stefanie Verkerk). Zwischen den beiden kommt es privat wie beruflich immer wieder zu Streit- und Eifersuchtsszenen.  Auch, weil Graham seiner neuen «Flamme» Luisli Leuenberger (Melanie Kurmann) die Rolle der Bianca, der jüngeren sanften Schwester Katharinas, anvertraut hat.

Am Premierentag erhält Lilli versehentlich einen Blumenstrauss von Fred, der eigentlich für Luisli bestimmt war. Der Text auf der Begleitkarte verrät die Verwechslung. Plötzlich verschwimmen für Lilli Fiktion und Realität. Sie ist wütend und enttäuscht, weil sie feststellen muss, dass Freds Aufmerksamkeit ihrer Schwester gilt. Auf der Bühne beschimpft und schlägt sie ihren Petruchio (Fred) mehr, als es in der Rollenbeschreibung vorgesehen ist. Lilli wird nicht nur im Stück, sondern auch privat, zur «Widerspenstigen».

Zwei der drei Ganoven, die den Produzenten zu erpressen versuchen.

Fred (Petruchio) ist irritiert und wehrt sich. Das Ganze endet in einer nicht vorhersehbaren Rangelei der beiden, mitten auf der Bühne. Lilli ist entsetzt und weigert sich weiterzuspielen. Sie zeigt Anstalten, sofort abzureisen und verlangt nach ihrem Verlobten, dem Produzenten der Show. Dieser soll sie, am besten mit einem Krankenwagen, abholen und auch gleich noch heiraten.

Unterdessen machen drei Ganoven Fred ihre Aufwartung. Sie besitzen einen Schuldschein mit seiner Unterschrift und verlangen die Zahlungseinlösung. Fred ahnt nicht, dass Luislis Freund, Bill Cahun, dahintersteckt. Dieser hat wieder einmal beim Spielen viel Geld verloren und den Schuldschein mit Freds gefälschter Unterschrift gezeichnet. Fred, dem sehr daran gelegen ist, seine Shakespeare-Aufführung erfolgreich zu beenden, verfügt nicht über das nötige Geld und macht den Ganoven den Vorschlag, ihnen den Betrag zu zahlen, sollte es ihnen gelingen, Lilli wieder auf die Bühne zu bringen. Mit sanfter Gewalt und einigen «Überredungskünsten» schaffen sie es tatsächlich. Aber nur vorübergehend.

Fred gesteht Lilli seine Liebe.

Während des zweiten Aktes erfahren die Ganoven, dass ihr Auftraggeber gestorben ist, und somit auch ihr Auftrag, das Geld einzutreiben. Da nun niemand mehr Einfluss auf Lilli hat, verschwindet die Sängerin. In diesem Augenblick merkt Fred, dass er seine Ex-Frau noch immer liebt. Zum Schluss kehrt Lilli zurück und spielt ihre Rolle doch noch zu Ende. Das Happy End ist perfekt.

Stimmige Ohrwürmer

Während gut zwei Stunden gehen die besten Cole-Porter-Melodien, begleitet von zwei Pianisten, fliessend ineinander über. Als Zuschauer geniesst man bei «Wunderbar», «Küss mich doch, Kate», «Wann kann ich dir traun?», «Ich will mich reich beweiben hier in Padua» oder «Es ist viel zu heiss» ausdrucksvolle Stimmen sowie beste Unterhaltung. Unterstützt von einem grossen Chor pendeln die Protagonistinnen und Protagonisten zwischen Sehnsucht und Enttäuschung, Melancholie und Zorn, Liebe und Hoffnung.

Das Happy End in doppelter Herzform.

Besonders eindrucksvoll sind die präzise Choreografie (Stefanie Verkerk) und Martin Schurr), die tollen Kostüme (Manon Noemi Criblez) sowie die vielen originellen Perücken (Marina Keller). Die aufwändige Inszenierung ist aber vor allem eine fantastische Ensembleleistung, in welcher jede und jeder ein Maximum an Gesangs- und Spielfreude zeigt. Den immer wieder erfrischenden Humor des Leiters der Freilichtspiele, Simon Burkhalter, kennt man bereits. Weitere Details seien hier nicht verraten.

Titelbild: Die Solistinnen und Solisten werden von einem tanzfreudigen Chor unterstützt. Alle Fotos Simon Schwab.

Aufführungen bis 25.6.

LINK

Freilichtspiele Moosegg

 

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