Faktenchecks

Was in der Zeitung steht, ist wahr! Das stimmte zwar nie so ganz, aber der Begriff der Fake News, wo alle alles behaupten, publizieren und weiterverbreiten dürfen, der ist doch neueren Datums.

Aber Meldungen kritisch lesen und sich nicht von Schlagzeilen oder grossen Namen oder viel Geschrei beeindrucken lassen, das war schon immer gut. Dass diese kritischen Blicke auch in der Vergangenheit des öftern ziemlich vernebelt wurden, zeigt die Weltgeschichte.

Beschäftigen wir uns lieber mit den kleinen Fakten des Alltags: «Eine beheizbare Sitzbank in der Stube erinnert daran, dass das Gebäude einst ein Pfarrhaus war.» Fakt eins: Die Bank am Kachelofen macht die Stube gemütlich. Fakt zwei: Nur Pfarrers konnten sich das leisten, alle andern froren sich im Winter den Hintern ab. Fakt drei: Stimmt so nicht. Vielleicht waren die Ofenbänkli in den Häusern der einfacheren Leute kleiner und weniger stark beheizt, aber eine Sitzgelegenheit am Ofen war kein Privileg der Wohlbetuchten. Oder von denen, die einen direkten Draht zum Himmel hatten.

Oder ein Beispiel in eigener Sache: «Ich erklärte ihnen von diesem Sammlertick …» – sagt ein Sprachprofis, der schräge Redewendungen und Sprichwörter sammelt. Fakt eins: Fehler können jedem passieren, auch Sprachaffinen. Fakt zwei: «Ich erzählte ihnen von …» oder «Ich erklärte ihnen meinen Sammlertick» wäre beides richtig, eine Mélange allerdings geht nicht. Übrigens: Ich sammle keine Sprichwörter!

«Die Spitzensportlerin und ihr Partner sowie ihr Coach erwarten ihr erstes gemeinsames Kind.» Fakt eins: Das ist eine Ehe zu dritt! Fakt zwei: So ein Quatsch! Der Partner ist auch ihr Coach – und das «sowie» einfach überflüssig.

«Auch für kurzangebundene Naschkatzen gibt es ein Angebot». Fakt eins: Katzen lieben es gar nicht, angebunden zu werden. Ist auch nicht tiergerecht. Fakt zwei: Geht es um menschliche Naschkatzen, fragt man sich, weshalb die wohl angebunden werden. Weil sie so kurzentschlossen sind? Dass Naschkatzen kein ganzes Menü, auch keine Pizza verdrücken können, liegt auf der Hand. Das wäre ja essen und nicht nur naschen. Fakt drei: Was kurzangebundene Naschkatzen so futtern, wird aus diesem Text nicht klar.

Und wenn dann noch Alkohol dazu kommt, weil «Weine den Weg in einen genussvollen Abend ebnen», kann der Faktencheck ohnehin vergessen werden. Zu hoffen ist dann einzig noch, dass dieser eingeebnete Abend nicht zum Ausrutscher wird.

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