Der Film vereint Wissenschaft, Kunst und Philosophie und untersucht, wie KI die Zukunft der Menschheit positiv gestalten könnte.
Zum Film «Wider Than the Sky»
“Mehr als der Himmel fasst das Hirn
denn, wenn man sie vergleicht,
wird dieses jenen inkludier’n
und dich dazu, ganz leicht.
Tiefer als Meere reicht das Hirn
denn, denk sie, blau an blau:
wie Schwämme Wasser absorbier’n,
nimmt dies die andern auf.
Soviel wie Gott wiegt das Gehirn,
denn, wenn man sie vergleicht,
sie grundsätzlich so differier’n
wie WORT vom Laut abweicht.“
Emily Dickinson (Übersetzung Bertram Kottmann. Original Titel: ‚Wider Than the Sky‘)
H.G. Wells schrieb, unsere Zivilisation befinde sich in einem Rennen zwischen Wissen und Katastrophe. Eine „Black-Box“-Gesellschaft, regiert von dunklen Algorithmen und unkontrollierten Technologien, könnte die Waage zugunsten der Katastrophe kippen lassen. «Wider Than the Sky» hat mir die Augen für das wahre Wesen der Künstlichen Intelligenz geöffnet. Sie ausschliesslich als technisches Meisterwerk darzustellen, ist Teil einer Erzählung, die ihre Privatisierung legitimieren soll. Die eigentliche Wahrheit liegt in einem kaum beachteten, geradezu gegensätzlichen Bereich: Die KI ist ein Erbe der gesamten Menschheit. Ihre Wurzeln sind zutiefst spirituell, denn ohne das über Jahrtausende gesammelte Wissen, die Schönheit und die Kunst, die Menschen hervorgebracht haben, gäbe es sie nicht. Vielleicht sollten wir das Wort «künstlich» fallen lassen – und stattdessen von einer «kollektiven Intelligenz» sprechen. Ein bewährtes Vorbild existiert bereits: Wissenschaftlerinnen und Künstler aus aller Welt arbeiten in internationalen Teams, teilen ihre Erfahrungen und ihr Wissen frei – verbunden allein durch ihr Menschsein und geeint im Ziel, dem Wohl der Menschheit zu dienen. Während dieser kollektive Geist gedeiht, offenbart uns Emily Dickinsons Gedicht die unergründliche Dimension dessen, was die Menschheit zu erschaffen in der Lage ist. Wir sehen, wie Künstliche Intelligenz halluziniert, träumt, Gedichte schreibt – und uns zunehmend auch in zutiefst menschlichen Bereichen überrascht und uns somit einen Spiegel vorhält.
(Anmerkung der Regisseur Valerio Jalongo für sein Dokumentar «Wider Than the Sky»)
Der Film «Wider Than the Sky» läuft im Kino ab 2. Oktober





