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Verbindungen und Verbundenheit

Am 8. März, war internationaler Tag der Frau. Wie haben Sie diesen Tag verbracht? Frauen, habt ihr an einer Demo für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen teilgenommen? Habt ihr euch Blumen gekauft oder welche geschenkt bekommen?

Männer, habt ihr eure weiblichen Lieben begleitet zu den Demos? Habt ihr Blumen gekauft für sie, sie eingeladen oder für sie gekocht? Und was ist an den restlichen 364 Tagen mit der Gleichberechtigung, den Blumen und dem Kochen? Bleiben die Frauenhäuser überfüllt und dauern auch subtile, aber äusserst wirksame Formen von psychischer Gewalt und Mobbing an Frauen und an Männern an?

Ich finde, es gab wenig zu feiern am 8. März, insbesondere, wenn man weg vom eigenen Tellerrand in die Welt schaut. Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln und den Folgegenerationen? Fragen über Fragen, und wir können nicht so tun, als gäbe es sie nicht oder müssten wir als die Grosselterngeneration uns nicht mehr darum kümmern.

Ja, wir kümmern uns. Um Enkelkinder, Partnerinnen, Freunde, um uralte Eltern, um Haustiere, um Pflanzen und um unsere eigenen Angelegenheiten, so lange wir dazu in der Lage sind! Verbundenheit zählt. Darum geht es. Ein klein wenig habe ich mich doch gefreut gestern über das, was wir bereits erreicht haben, insbesondere für die Töchtergeneration. Keine wird schief angeschaut, wenn sie ihre gute Ausbildung nutzen will, Vollzeit arbeitet und sich gegen Kinder entscheidet. Oder bin ich auf einem Auge blind? Und dass neben Papa-Mama-Kind auch andere Familienformen möglich sind, dass es Kitas gibt, die leider noch immer zu teuer sind, dann aber nicht automatisch beflissene Grosseltern in die Lücke springen, sondern dass sie frei entscheiden, ob sie die Aufgabe übernehmen wollen oder nicht und dass beides in Ordnung ist.

Heisses Thema, ich weiss und sage nur dazu: Nein sagen kann man auch im sogenannt vorgerückten Alter noch lernen. Und, apropos Lücke ich springe nun und kehre auf mein angestammtes Kolumnenfeld zurück: Ich hab am 8. März zur Feier des Tages der Frau blau gemacht, nix gearbeitet und nix gekocht, war lange spazieren und dann im Kino. ‘Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke’ hab ich mir angeschaut, eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Joachim Meyerhoff.

Seit Januar in den Kinos: «Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke». Nach Joachim Meyerhoff, verfilmt von Simon Verhoeven. Von links: Senta Berger, Bruno Alexander, Michael Wittenborn. Bild zvg

Meine Frage dazu: Wie halten Sie es mit Literaturverfilmungen? Falls Sie entsprechende Filme im Kino anschauen, lesen Sie zuerst das Buch und schauen sich hinterher den Film an oder umgekehrt? Ich plädiere übrigens unbedingt für das Kino. Klar, auch am Fernsehen werden Literaturverfilmungen gezeigt, oder man streamt sie und noch gibt es entsprechende DVD’s.

Aber im Kino ist es schöner, die grosse Leinwand, die Dunkelheit, der bequeme Sessel, Menschen, die sich das Gleiche anschauen und es doch unterschiedlich erleben. Früher war ich strikt gegen Literaturverfilmungen, auch gegen Hörbücher, heute sehe ich Vorteile auch in diesen Verbindungen, die mehrere Sinne ansprechen. Allerdings lese ich vorher das entsprechende Buch, um mir erst eigene Bilder zu machen. Und Sie?

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1 Kommentar

  1. Der Frauentag am 8. März 2026 war für mich eher ernüchternd. Ich erinnerte mich an den Aufschwung in den 1980/90iger Jahren. Frauen und Männer demonstrierten auf den Strassen und protestierten lautstark gegen die Ungleichbehandlung von Frau und Mann. Inzwischen hat sich für die Frauen Vieles zum Besseren gewandelt, besonders im Westen. Doch laut aktuellem Bericht der Vereinten Nationen, zum Stand der Gleichberechtigung weltweit, gibt es in keinem Land der Welt eine vollkommene Gleichstellung von Frau und Mann. Sexuelle Gewalt gegen Frauen hat sogar drastisch zugenommen. Welche Grausamkeiten besonders Frauen in allen kriegerischen Auseinandersetzungen seit Jahrhunderten ertragen müssen, hat mich zur Atheistin werden lassen. Wo ist die hör- und sichtbare Loyalität der Männer gegenüber den Frauen und Schwächeren in der Gesellschaft und warum gibt es keine Weigerung auf persönlicher und politischer Ebene, Konflikte immer mit Gewalt lösen zu wollen?

    Literaturverfilmungen schätze ich sehr, wenn sie der ursprünglichen Geschichte treu bleiben, geeignete Schauspieler:innen dafür engagieren und das Umfeld stimmig ist. Eine neue literarische Welt erschloss sich mir durch die 1995 ausgestrahlte britische Fernsehverfilmung der BBC des inzwischen weltberühmten Romans von Jane Austin «Pride and Prejudice» (Stolz und Vorurteil), mit Jennifer Ehle und Colin Firth in den Hauptrollen. Inzwischen habe ich viele ihrer Bücher gelesen und DVD’s angesehen und werde mir ihr Gesamtwerk, das es neu als Hörbuch zu kaufen gibt, «für’s hohe Alter» sichern.

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