Neulich brachte ich ein Paket zur Post, das nach Österreich zu meiner Freundin gesandt werden sollte. Ich schreibe mit Absicht «sollte» als eine Person, die nicht oft Pakete ins Ausland schickt. Bislang war ich gewohnt, eine sauber lesbare Etikette anzubringen, auf der Poststelle wurde der grüne Zettel für den Zoll angebracht und gut wars.
Nicht so aber dieses Mal. Im örtlichen Volg-Laden, wo sich unsere Poststelle befindet, fragte mich die Kassierin freundlich, ob ich die Sendung schon angemeldet hätte. Angemeldet? Wo? Wie? Warum? Seit einer Weile muss man scheinbar im Internet Auslandsendungen anmelden. Dann druckt man die entsprechende Etikette aus oder man lässt sich einen Code aufs Handy senden, den man bei der Poststelle vorzeigen muss. Ich bin ja zum Glück noch einigermassen technikaffin und traute mir das schon zu. Allerdings warnte mich die Kassierin: «Das händi Sie dänn aber nöd in 2 Minute…».
Und tatsächlich: Ganze 40 Minuten kämpfte ich mich durch die teils schwer verständlichen Erläuterungen – zumindest für Nicht-Postangestellte –, was wie versendet werden darf und was auf keinen Fall. Dazu kamen Hinweise zu Paketgrössen, Gewichtsklassen und allerlei weiteren Vorgaben. Ich fühlte mich bereits ganz auf einer Linie mit dem Comedian Claudio Zuccolini, der in seinem Bühnenprogramm «Der Aufreger» ähnliche Situationen herrlich anschaulich beschreibt. Trotzdem verging mir langsam das Lachen
Denn je länger ich auf meiner Informationssuche war, je mehr überlegte ich mir, wie das wohl Ü90-Senioren lösen würden. Also jene Menschen, die zum Teil ohne Handy gut auskommen, ohne PC sowieso. Diese werden schliesslich auch für den Toilettengang im Hauptbahnhof Zürich gepiesackt oder beim Lösen eines Zug-Tickets. Und jetzt also auch noch die Post? Ein Unternehmen, das immer mehr Filialen schliesst (und sie dafür in Volg-Filialen auslagert), es den Kunden schwer macht, zum Teil auch mit unmöglichen Öffnungszeiten. Aber ja, man kann sich helfen lassen bei der Post-Filiale (sofern es eine gibt), kostet dann aber nochmals 5 Franken.
Bis 2028 sollen schweizweit rund 170 Standorte geschlossen oder in Partner-Filialen (entspricht Postagenturen in lokalen Geschäften) umgewandelt, werden, teilte die Post mit. Die Grundversorgung und Postdienstleistungen sollen jedoch im Dorf und Quartier erhalten bleiben, versprach der «gelbe Riese». Dienstleistung? Bis im Juni (Stand 4.6.26) hat die Post allein in diesem Jahr bereits in 40 Gemeinden ihr Angebot geändert. Also ausgelagert oder ein Angebot für «Postgeschäfte an der Haustür erledigen» geschaffen. Wie das an der Haustür wohl mit der Anmeldung des Ausland-Pakets verlaufen wäre? Ich schüttle den Kopf und denke an die zahlreichen Betagten in meinem Bekanntenkreis, die wohl jedes Mal ihre Kinder oder Enkelkinder für solche Fälle bemühen müssen.
Gewiss, ich habe es zum Schluss geschafft, die nötige Etikette ausgedruckt und am Paket angebracht. Kostenpunkt für die Beförderung: Fr. 25.50 (für 700 Gramm)! Und jetzt verrate ich Ihnen auch, was im Päckli war: 3 Pakete Schoko-Popcorn aus der Migros, die meine Freundin seit ihren Kindertagen so sehr liebt und mit denen ich ihr eine Freude machen wollte. Ich bin sicher, sie wird Luftsprünge machen – aber nur, wenn sie die mühselige Vorgeschichte nicht kennt.


Ein Horror!
Die Schweiz, die wir in der Schule gelernt haben, gibt es schon lange nicht mehr.
Alle müssen ein handy oder einen PC haben. Und Englisch können. Ohne ist man weg ‚vom Fenster‘. Es wird von allen staatlichen Stellen erwartet. Nur daran etwas berappen wollenl weder der Staat noch dessen Betriebe. Und es gibt im ganzen Land und in keinem Kanton eine Verordnung oder ein Gesetz, alle müssten auf digital sein…
Mein Sohn lebt in österreich. Da auch unsere AHV nicht zum Leben reicht, habe ich mich mit Bekannten zusammengeschlossen. Wir fahren gemeinsam über die GRENZE DE kaufen da viel günstiger ein und können Pakete nebenbei gleich im Einkaufsshop aufgeben und ZU EINEM VIIIEEL GÜNSTIGEREN PORTO. Meist 5 od. 6 Euro.
Walter WEBER
Super – herzlichen Dank für diese Informationen für alle Senioren/Innen; ich als alter Zöllner rege mich dauern darüber auf.
Bereits seit zwei Jahren fahren wir immer Im November nach Jestetten / DE (Raum Eglisau-Rafz) und bringen unsere verpackten Kleinkalender mit für unsere Freunde in EUROPA und USA. Damit fahren wir zur dortigen Post und geben sie auf. Die Empfänger in BERLIN rufen bereits am Folgetag an, um sich für den Erhalt des Kalenders zu bedanken = super Service. Da gilt noch A-Post…
Für USA geht das seit 2026 NICHT mehr. Es darf kein Hinweis auf Inhalt oder den Absender auf den Brief sein an meine Schwester in Arizona/USA. Der Flug & Landtransport verzögert sich etwas. Aber an Weihnachten ist der Brief dort.
Heinz Zimmerli
Ich kann mich nur allen Beschwerden zu den Postsendungen in’s Ausland anschliessen! Unsere Post hat den Verstand von «Service Public» vollständig verloren. Dazu möchte ich noch eine weitere Tatsache hinzufügen. Nicht nur beim versenden von Paketen stimmt einiges nicht mehr. Ich bastle in meiner Freizeit Tiffany-Lampen. Dazu muss ich viel Material und Werkzeug mangels Erhältlichkeit in der Schweiz in Deutschland einkaufen. Nun treffe ich aber bei immer mehr Geschäften auf den Hinweis «Wir liefern nicht in die Schweiz»! Nach Hinterindien aber schon! So muss ich mir mit einer Lieferadresse in Konstanz D aushelfen.
Warum lefern sie nicht mehr in die Schweiz. Weil der Aufwand mit Zoll- und Post-Formalitäten zu aufwändig ist.. So fahre ich dann jeweils mit dem Auto aus dem Raum Zürich nach Konstanz und hole mir die Sendungen da ab! Äusserst umweltfreundlich und jedesmal ein Ausflug ohne viel Neues! Aber mit 81 Jahren habe ich ja Zeit!…
Seit meinem 10. Lebensjahr bastel(t)e ich Jahr für Jahr für meine ehemaligen Eltern, Grosseltern, mich selbst und seit einigen Jahren auch für meinen im Ausland DE lebenden Sohn, Adventskränze. Halt einfach so eine Tradition, die mir und den Beschenkten jeweils grosse Freude bereitet. Ich lege jeweils auch die mit Nägeln präparierten Kerzen bei, und auch kleine Süssigkeiten aus der Schweiz. Nicht, dass es diese Produkte und Kränze nicht auch in Deutschland gäbe, aber selbstgefertigte erzeugen auch etwas Heimatgefühl. Bis anhin konnte ich das Paket am Schalter aufgeben, eben mit den CHF 5.– Zusatzgebühr, obwohl ich das mehrseitige Formular selber ausfüllen musste, inkl. genau deklariertem Inhalt im Wert von max. CHF 30.-. Dass der Versand des Pakets schlussendlich eine ganze Woche dauerte und das Porto CHF 50.– kostete, ist ja schon happig,, der Empfänger musste jedoch nochmals Euro 10.– für Zollgebühren nachzahlen!! – Service public – ??
Mindestens so schlimm ist der Kauf eines Bahnbillets mit Platzreservation (Sitz/Velo) in EU Länder. In den Bahnreisebüros wird man bloss auf die entsprechenden Apps verwiesen. Danach verbringt man Stunden am Handy. Mit Glück klappts.
🚂 + 🚴♀️ + 🪑 + 🐕🦺 = 👿
🚂🇩🇪 + 🧑🦽➡️ + 🪑 = 👿 👿
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Für Menschen, die nicht regelmässig Auslandspakete verschicken, ist dieser ganze Ablauf mit Anmeldung, Etikette, Gewicht, Paketgrössen und Vorgaben wirklich nicht mehr selbsterklärend. Gerade beim Versand nach Österreich merkt man schnell, dass es nicht nur um Porto geht, sondern um viele kleine Details, die vorher stimmen müssen. Ich habe mir dazu auch einmal eine Übersicht von Shipstage angesehen https://shipstage.com/blog/versand-nach-osterreich-alles-zu-kosten-dauer-anbietern — eher aus Neugier, weil dort Kosten, Laufzeiten und Anbieter etwas strukturierter erklärt werden. Für Privatpersonen bleibt es trotzdem mühsam, wenn ohne Handy oder Computer kaum noch etwas geht.