FrontGesellschaftEin stilvolles Hotel mitten in der Natur

Ein stilvolles Hotel mitten in der Natur

Ist es der dunkelgrüne Wald, der rauschende Wasserfall, das Fehlen störenden Zivilisationslärms – um das Hotel Giessbach herum scheint man dem Alltag enthoben.

Das Berner Oberland ist mit Ferien- und Ausflugszielen reich ausgestattet. Sommers wie winters finden dort Reisende, Sportler und Wagemutige Ferienziele aller Art, hohe Gipfel, Nervenkitzel oder Wandermöglichkeiten. Am Giessbach, am steilen Südhang über dem Brienzer See, sieht man jedoch die attraktiven Viertausender nicht. Eine Bahn, die zu spektakulärer Gipfelsicht führt, gibt es auch nicht. Gleitschirmflieger schweben höchstens in weiter Ferne vorbei. Für wilde Ruderabenteuer ist selbst der Giessbach zu steil und andere Trendsportarten finden keinen Platz.

Ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen bieten sich in verschiedene Richtungen an: zum Beispiel den Berg hinauf zur Axalp oder zur Schweibenalp oder am Ufer des Brienzer Sees entlang nach Iseltwald. Auch nach Brienz zu wandern und von dort mit dem Schiff zum Giessbach kann reizvoll sein.

Für die gelungene Restaurierung wurde das Hotel vom Int. Rat für Denkmalpflege als «Historisches Hotel des Jahres 2004» gewürdigt.

Von Franz Weber vor dem Abbruch gerettet

Über das Hotel Giessbach berichteten die Medien schweizweit, als es anfangs der 1980er Jahre aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Franz Weber – wir kennen ihn heute noch als äusserst streitbaren Kämpfer für Umweltanliegen – hatte den Giessbach entdeckt, als die früheren Besitzer beschlossen hatten, das 1872 erbaute und nun im Verfall begriffene Gebäude abzureissen. Solche grandiosen Hotelpaläste waren im 19. Jahrhundert, als das Reisen in Mode kam, an vielen malerischen Orten in den Alpen errichtet worden, ungeachtet der Zweifel, ob sich ein Hotel in der entsprechenden Gegend dauerhaft halten könnte oder nicht.

So geriet auch dieses mit der Zeit auf die schiefe Ebene des wirtschaftlichen Verlustes, trotz der Wasserfälle, die dem Hotel den Namen gaben und die schon im 19. Jh. eine gewisse Anziehungskraft besassen. Der damals noch jüngere Franz Weber startete eine einmalige Kampagne, indem er eine Stiftung «Giessbach dem Schweizervolk» gründete und mit den gesammelten Geldern das Hotel und seine Umgebung schrittweise renovierte, verschönerte und mit neuesten, umweltgerechten Technologien modernisierte. 

Die Eingangshalle in Richtung Salon

Die Wiedereröffnung fand 1984 statt, zunächst war nur das Restaurant in Betrieb, ab 1985 auch etappenweise das Hotel. Aber auch in den folgenden Jahren musste Franz Weber noch einige Kämpfe mit den Behörden ausfechten, bis Hotel und Umgebung in alt-neuer Schönheit erstrahlten.

Für Geniesser, Naturliebhaber und Ruhesuchende

Heute präsentiert sich das Grandhotel innen und aussen als gepflegtes Schmuckstück. In den Innenräumen haben vor allem Franz Webers Frau und Tochter die repräsentativen Fin-de-siècle-Gesellschaftsräume wiedererstehen lassen.

Links eine restaurierte Truhe im Korridor, rechts ein Kinderschlitten im Treppenhaus.

 

Im Restaurant isst man zuverlässig gut und gepflegt; zudem gibt es viele Spezialveranstaltungen. Fünfmal in der Saison wird klassische Kammermusik aufgeführt, und passend zu den Räumlichkeiten lockt das Hotel in jeder Jahreszeit Tänzerinnen und Tänzer zu einem Ball an.

Die Bahn sieht nostalgisch aus, fährt aber mit modernster Technik.

Am stilvollsten reist man per Schiff an, von Brienz oder von Interlaken her direkt zur Anlegestelle Giessbach. Wer nicht gut zu Fuss ist oder mit Gepäck ankommt, kann die knallrote Standseilbahn nehmen, die vom Ufer über eine steile Schienenkonstruktion mit dicken gemauerten Stützen direkt zum Hotel führt. Auch wer zu Fuss hinaufwandert, sieht das Bähnchen, wie es durch die Luft zu schweben scheint.

Ob wir im Giessbach nur rasten und weiterwandern, eine Mahlzeit geniessen oder die Nacht verbringen – die Giessbachfälle begleiten uns unweigerlich. Nach starken Regenfällen rauschen sie besonders eindrucksvoll. Malerisch ergiesst sich das Wasser zwischen dem dichten dunklen Wald von hoch oben über viele Felsstufen bis zum See. Durch diese Fälle gewinnt die Landschaft eine geheimnisvolle, ja mystische Dimension. Die Giessbachfälle gelten als Kraftort. Das kann jeder verstehen, wie er mag. Kraft tanken kann man dort allemal.

Informationen zum Hotel Giessbach

Unter dem Titel «nahreisen» veröffentlicht die Seniorweb-Redaktion bis Ende August wöchentlich besuchenswerte Nahziele. Jedem Redaktionsmitglied war es freigestellt, ein beliebtes Nahziel auszuwählen.

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