Wie jedes Jahr stellt das Kunstmuseum Luzern Werke von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern aus. «Dieses Jahr sind wir nicht nur zentral!, sondern auch extragross. XL ist sowohl die diesjährige Ausstellungsfläche wie die Anzahl an Bewerbungen,» erklärt die Kuratorin Eveline Suter.
Mit 322 Dossiers gab es über 100 Einreichungen mehr als bisher. Die sechsköpfige Jury hat davon 43 für die Ausstellung ausgewählt. Die 45 Künstlerinnen und Künstler sind zwischen 1943 und 2008 geboren und stehen für mehrere Generationen herausragender künstlerischer Arbeit in und aus der Region.
Maria Zgraggen, Ohne Titel Nr. 1, 2025, Acryl auf Leinwand, Courtesy of the artist
Die grosse mediale Spannweite von klassischer Malerei und Zeichnung zu Sound- und Videoinstallationen verbindet sich mit inhaltlicher Vielfalt: Die Folgen der Digitalisierung werden ebenso aufgegriffen wie die Kunstgeschichte oder die Spielregeln dieser Ausstellung.
Marianne Halter & Mario, Marchisella, Singsong, 2025, Holz, metallene Dachziegelelemente, 8 Lautsprecher, Courtesy of the artist
Die Videoarbeit modern love von Judith Albert beschäftigt sich mit der Bedeutung von Nähe im Zeitalter digitaler Technologien. In der Werkserie Diachronos, Deakzession und Massendinghaltung verarbeitet Anna-Sabina Zürrer Kunst- und Kulturgeschichtliche Diapositive, die Bibliotheken oder Museen entsorgen, zu einer leuchtenden kinetischen Skulptur.

Julian Stettler, Ist das, was ist?, 2025, Inkjet-Print auf Papier, Courtesy of the artist
Verschiedene Werke setzen sich mit der Erfassung der Welt auseinander. Sebastian Utzni hat in Sience-Fiction-Comics Zukunftsvisionen für 2025 recherchiert und dabei überraschend treffende Voraussagen gefunden. Auch die Serie Ist das, was ist? von Julian Stettler thematisiert Möglichkeiten des Weltverstehens von wissenschaftlichen Instrumenten bis hin zu schamanischen Objekten.
Martin Bütler, Wesen (kleiner Ast), 2025, Öl und Hautleim auf Baumwolle, Courtesy of the artist
Persönliche Ängste sowie kollektive Erinnerungen werden ebenfalls reflektiert und anhand Zentralschweizer Bräuche wird Gleichberechtigung und Teilhabe thematisiert. Die Installation Thunder Extract 1-2025 spiegelt Nathalie Bissigs intensive Beschäftigung mit alpinen Landschaften wider: Sie begibt sich auf Spurensuche nach uralten Erzählungen von Naturgewalten: Wie erklärten sich Menschen zu früheren Zeiten zum Beispiel Blitz und Donner?

Barbara Davi Shiver, 2025, Holz, Farbe, Courtesy of the artist
Am Eröffnungstag wurde neben dem Jurypreis/Preis der Zentralschweizer Kantone, der Prix Visarte Zentralschweiz und der Förderpreis Solo der Kunstgesellschaft Luzern vergeben. Dieser beinhaltet im Folgejahr eine Einzelausstellung im Rahmen von zentral!.

Jennifer Kuhn, The Gardener, the Refugee and the Flaneur, 2025 Öl auf Leinwand, Courtesy of the artist
Geehrt wurden Stephan Wittmer – für sein langjähriges, mutiges und experimentelles Engagement in der Kunstvermittlung und Eveline Suter – Kuratorin von ZENTRAL! XL – für ihre ausserordentliche Jury-Arbeit und ihren Beitrag zu einer starken, sichtbaren Kunstlandschaft in der Zentralschweiz. Die Kunstgesellschaft Luzern verlieh Teo Petruzzi aus Uri den Ausstellungspreis Solo. Das Werk «Der sichere Hafen» gibt intime Einsichten in die Innenwelt der Schweizer Nationalbank.
Gregory Tara Hari, Doomed to wander the earth as old as time, 2021/2024 Gouache auf Baumwolle, Holz, 3-teilig Courtesy of the artist
Und diese Künstlerinnen und Künstler stellen aus: Judith Albert, Samantha Aquilino, Irene Bisang, Nathalie Bissig, Andreas Brunner, Jonas Burkhalter, Martin Bütler, Selina Camenzind, Barbara Davi, Miranda Fierz, Asi Föcker, Jutta Galizia, Stefan Gritsch, Marianne Halter & Mario Marchisella, Gregory Tara Hari, Otto Heigold, Stephanie Hess, Sofia Hintermann, Susanne Hofer, Luzia Imhof, Max Kellenberger, Simon Kindle.
Stephanie Hess, Tischlein deck Dich 2, 2025, Öl auf Tischdecke. Courtesy of the artist
Arthur Korsunskyi, Jennifer Kuhn, Markus Kummer, Matteo Laffranchi, Paul Lussi, Guy Markowitsch, Angela Mathis, Benedikt Notter, Sepideh NourManesh, Peter Regli, Christoph Rütimann, Celia & Nathalie Sidler, Bertilla Spinas, Rebekka Steiger, Julian Stettler, Daniella Tuzzi.

Miranda Fierz, Al eats humanity, 2025, Öl auf Leinwand, Courtesy of the artist
Sebastian Utzni, Rolf Winnewisser, Gerta Xhaferaj, Maria Zgraggen, Anna-Sabina Zürrer. In der Jurywaren: Raphael Egil, Künstler; Martin Gut, Künstler, Vorstandsmitglied Visarte Zentralschweiz; Christian Kathriner, Künstler; Anna-Brigitte Schlittler, Dozentin ZHdK. Eveline Suter, Kuratorin Kunstmuseum Luzern sowie Jurypräsidentin; Barbara Zürcher.Die Ausstellung dauert bis 8. Februar 2026.
Titelbild: Jonas Burkhalter, Chronology Nr.1-3, 2025,3-D Print in PETC, Dreischichtplatte, Lack, Tischbeine, Courtesy of the artist
Fotos: Josef Ritler


Wie kann ich es machen, wenn ich meine Bilder auch ausstellen will ?
Ich mache Bilder als heilige Geometrie, auf diese Weise fange ich die Energie
ein, die das Thema mir erzählt und bringe es so auch für die anderen aufs Papier.
So wird die Energie auf unsere Ebene gebracht und wirkt.
Mein Vorbild war schon immer die Emma Kunz, natürlich mache ich es auf meine
Art und Weise, anders geht es gar nicht. Danke für die Möglichkeit .