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Neue Präsidentin von Pro Senectute kritisiert 13. Rente

Alenka Bonnard heisst die neue Präsidentin des Stiftungsrats von Pro Senectute Schweiz. Die Nachfolgerin von Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kritisiert die Gestaltung der 13. AHV-Rente. Damit kämen viele zu Geld, das sie gar nicht nötig hätten.

Die Juristin leitet den Stiftungsrat von Pro Senectute seit heute, dem 1. April. Damit steht eine 42-Jährige der wichtigsten Schweizer Altersorganisation vor. Nach eigenen Aussagen will sie Brücken zwischen jung und alt schlagen. Im Interview mit den Tamedia Publikationen betonte Bonnard, dass das Alter nicht nur die heutige ältere Generation betreffe, sondern alle.

«Viele brauchen das Geld gar nicht»

Mit Diskussionen muss Bonnard mit ihrer Stellungnahme zur 13. AHV-Rente rechnen. Sie kritisiert, dass diese heute für alle Seniorinnen und Senioren ausgerichtet werde. Viele seien auf dieses Geld gar nicht angewiesen. Umgekehrt löse die neue Rente keineswegs die Probleme der Menschen in Armut. Alenka Bonnard fordert stattdessen gezieltere Anstrengungen und nennt eine Stärkung der Ergänzungsleistungen als Möglichkeit.

Erwartungsgemäss spricht sich Bonnard bei der politischen Diskussion für Pragmatismus aus. Eine Erhöhung des Rentenalters sei nicht mehrheitsfähig. Sie befürwortet Anreize, damit Menschen freiwillig länger arbeiten. Ausserdem seien die grossen Leistungen älterer Menschen noch stärker zu würdigen. Bonnard nennt als Beispiel die Betreuung von Angehörigen oder Enkeln. Sie kritisiert, dass Teile der Gesellschaft die ältere Generation als reformfeindlich darstelle.

Ãltere darf man nicht auf die Kosten reduzieren

Bonnard sieht sich als Brückenbauerin. Diese Funktion sei nötig um den immer noch bestehenden Generationengraben zu überwinden. Auch heute noch würden Ältere gesellschaftlich nicht immer akzeptiert. Gefährlich sei auch, dass Seniorinnen und Senioren häufig auf ihre Kosten reduziert würden. Um dem entgegenzuwirken, plädiert sie für Projekte, die den Austausch zwischen jüngeren und älteren fördern.

Bonnard ist seit mehreren Jahren Mitglied des Stiftungsrats von Pro Senectute Schweiz. Sie kennt die föderalen Strukturen und ist mit den strategischen Fragestellungen der Gesamtorganisation vertraut.
Sie bringt Erfahrungen aus der öffentlichen Verwaltung, aus politischen Gremien und aus der Unternehmensführung mit. Valenka Bonnard ist Juristin. Sie wurde in Lausanne geboren. Mit ihren zwe kleinen Kindern lebt sie heute in Zürich. Hauptberuflich arbeitet sie für die Denkfabrik Staatslabor in Bern.

Bilder: Pro Senectute

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10 Kommentare

  1. Auch ich habe für die 13. AHV Rente gestimmt, obschon ich sie nicht unbedingt brauche. Es sind grundsätzliche Überlegungen, weil die AHV die einzige Rente ist, die in einem hohen Mass umverteilt: wer mehr verdient, bezahlt auch mehr ein und unterstützt so Menschen mit kleineren Einkommen. Wer eine 2. und 3. Säule hat und in diese einzahlen kann, profitiert von beträchjtlichen Abzügen bei den Steuern, wenn er oder sie das schlau plant. Wer wenig verdient, kann das nicht. (Eine Änderung in diesem System wurde leider von unseren Parlamenten abgelehnt. Es hätte zu sinnvollen Mehreinnahmen geführt.) Es wäre am sinnvollsten, die AHV wo immer möglich zu stärken, damit man davon leben könnte, statt auf Ergänzungsleistungen angewiesen zu sein. Die bürgerliche Mehrheit in unseren Parlamenten will das nicht. Das 3-Säulensystem ist für die gut verdienenden eine gute Lösung, für Teilzeiter und wenig Verdienende, das sind auch viele Frauen, aber nicht.

  2. Ich ärgere mich auch über all die Diskussionen zur Beschaffung der Finanzierung der 13. AHV.
    In meinem privaten Leben, gebe ich nie mehr aus, als ich mir leisten kann. Ich bin überzeugt, dass man vor der Abstimmung viel mehr hätte publik machen sollen, dass dieses Geld gar nicht einfach zur Verfügung steht. Hätte man damals gewusst, dass man dann die Mehrwertsteuer erhöhen oder dass Arbeitende mehr Lohnprozente würde abgeben müssen, wäre die Abstimmung wahrscheinlich anders verlaufen.
    Ganz sicher hätte es andere Möglichkeiten gegeben, um Menschen die es nötig haben, zu unterstützen.

  3. Man mag die 13. AHV-Rente richtig finden oder nicht, das ist nicht der Punkt. Das Abstimmungsvolk hat sich mehrheitlich für diesen «Weihnachtsbonus» entschieden und fertig. Solange die Schweiz diese finanzielle Absicherung im Alter für alle in der Verfassung festschreibt, gibt es nichts zu stänkern. Oder gab es etwa ein lautes Aufmucken von gutsituierten Rentnern, die den 13.ten freiwillig abgeben und z.B. in einen Fonds für Härtefälle spenden wollten? Sie könnten ja jetzt die Gelegenheit wahrnehmen und bei der harzenden Finanzierung einspringen und ein paar Millionen, die sie nicht benötigen, in den AHV-Topf abgeben. Realitätsfremd???

    Zu denken gibt mir vielmehr, dass die neue Pro Senectute Präsidentin Alenka Bonnard, sich in ihrem ersten öffentlichen Statement gegen den Volkswillen, den rechtlichen Anspruch auf eine 13. AHV-Rente für alle, ausspricht. Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass de facto diese Stiftung, der sie jetzt vorsteht, vor allem durch viele freiwillige Mitarbeiter:innen und die finanzielle Unterstützung privater Geldgeber, also Schweizer Bürger:innen funktioniert. Doch dass eine Juristin zuerst an das Geld und erst später an das Volk denkt, ist eigentlich nicht überraschend.

    • Frau Mosimann ich bin ganz Ihrer Meinung. Frage mich auch, ist diese Dame die richtige Person für Pro Senectute.

    • Frau Mosimann dokumentiert mit Abs. 1, dass sie (immer noch—!) an das «Christkind» glaubt und im 2. Absatz beleidigt sie zudem eine Person, die sachlich und zukunftsorientiert denken kann.

    • Je suis tout à fait d’accord avec Mme Mosimann. Cette jeune Bonnard ne dispose d’aucune légitimité pour me représenter, moi modeste AHV-Rentner. Qu’elle parvienne elle aussi à la retraite avant d’énoncer de telles incongruités et bêtises nous concernant. Mais qui a pu choisir une telle personne pour nous représenter ??? Pour moi, la 13ème rente en décembre sera une nécessité pour tenir la tête hors de l’eau. En effet, pour quelques dizaines de francs, je n’ai pas droit aux prestations complémentaires; donc les fins de mois sont plutôt tendues. «warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig», excellent résumé pour beaucoup d’autres AHV-Rentner. Amicales salutations de Morges.

  4. Dem Kommentar von Frau Mosimann ist sachlich nichts beizufügen. Ich frage mich bloss, ob die neue Präsidentin von Pro Senectute am richtigen Ort ist. Es gibt nicht bloss «reiche» und «arme» AHV-Bezüger. Auch viele sozusagen dazwischen. Und die sind sowieso die Geprellten (wie der Mittelstand generell).

  5. Ich bleibe dabei: Viele kennen die Verhältnisse der älteren Rentnerinnen nicht: Es sind vor allem Frauen, die ihren Beruf während der Familienzeit nicht ausgeübt haben, später wieder eingestiegen sind und damit über eine kleine Berufsrente verfügen.Viele ältere Lehrerinnen zum Beispiel.
    Diese sind mit einem Durchschnitts- einkommen von 4800 Fr. froh um die 13. AHV Rente.
    Es liegt in der Natur der Schweizer, nicht den Staat um finanzielle Hilfe zu bitten, sondern sich nach der Decke zu strecken.
    Im übrigen bin ich es leid, dass mir Menschen um 40 und 50 sagen, wie wir Alten zu leben und zu denken haben.

  6. Ich spreche mich dezidiert für einen automatischen jährlichen Teuerungsausgleich aus. Einer, der nicht vom das Parlament angenommen (oder meist abgelehnt) werden muss. Selbst in den doch eher unsozialen USA ist das Standart. Das ist kein Zückerchen über dessen Finanzierung wir uns nun streiten können, sondern eine absolut notwendige Massnahme.

  7. Ich bin auch der Meinung, dass Rentner/innen mit hohen Einkommen und/oder Vermögen auf die 13. AHV verzichten (können). Ich habe ein gutes Einkommen mit AHV und Pensionskasse, ich brauche diese 13. AHV nicht, im Gegenteil, dieser erhöht mein steuerbares Einkommen und damit meine Steuerbelastung zusätzlich. Ich gehe nicht davon aus, dass durch diese Auszahlung der steuerbefreite Abzug um diesen Betrag erhöht wird. Ich würde diesen Betrag auch spenden, wenn es eine allgemein gültige Möglichkeit dafür gäbe. Natürlich gibt es in der Schweiz sehr viele ältere Menschen, die diese zusätzliche AHV dringend benötigen und denen ich diese auch von Herzen gönne. Dafür suche ich mir ein Projekt, wohin ich meine AHV für einen guten Zweck spenden kann

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