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Der Blinzel-Engel

Dürfen Kinder stehlen, um bedürftigen Flüchtlingen zu helfen? Im Buch von Silvia Buob und Tania Piscioli findet man die Antwort. Eine höchst aktuelle Weihnachtsgeschichte.

Die vier Kinder Anna, Felix, Lisa und Peter entdecken in ihrem Baumhaus, wie sich in einer verlotterten Hütte am Waldrand Flüchtlinge  aufhalten. Ein Mann geht mit einem Kind auf dem Arm zum Bach, schöpft etwas Wasser und gibt dem Kleinen zu trinken. Die Kinder beobachten, wie zwei Frauen, in bunte Tücher eingewickelt, die Umgebung erkunden.

Aus diesem Baumhaus beobachten die Kinder die Flüchtligsfamilie.

Die Situation zu Hause und dem Dorfpolizisten zu melden, verwerfen sie.
Sie beschliessen, den Flüchtlingen zu helfen. Beim Mittagessen zu Hause schafft jedes der Kinder etwas Essbares auf die Seite und bringt es zum Traumhaus. Sie stellen das mitgebrachte Essen heimlich vor die Türe. Die Flüchtlinge sind froh über das Essen.

Überall, wo sie stehlen, hinterlassen sie als Quittung einen Blinzel-Engel

Die Kids überlegen, wie man mehr Nachschub organisieren könnte und beschliessen im Dorf auf Diebestour zu gehen und an allen Tatorten als Quittung einen selbst gezeichneten Blinzel-Engel zu hinterlassen.

Die Bevölkerung rätselt.

Die Diebstähle werden gemeldet und der Dorfpolizist hat alle Hände voll zu tun. Wie die Geschichte schliesslich ausgeht, endet in einer versöhnlichen Weihnachtsgeschichte
Die Entstehung dieses Buches war ebenfalls aussergewöhnlich.

Den Blinzel-Engel hat der achtjährige Sven Albisser vor einiger Zeit erfunden und als Advents-Geschenk der Katechetin Silvia Buob geschenkt. Im September im vergangenen Jahr fiel Silvia Buob beim Wandern im Regen die Geschichte ein, die sie sofort zu Papier brachte und mit dem gezeichneten Engel in Verbindung brachte.

Am anderen Tag ging das Bild jenes syrischen Jungen um die Welt, der nach der Flucht tot an den Strand einer türkischen Stadt gespült wurde. Das habe sie sehr getroffen, denn der Bub hätte auch eines der vier Kinder in der Baumhütte sein können, erklärte sie später.

Silvia Buob-Steffen (links) schrieb den Text, Tania Piscioli illustrierte das Buch

Sofort nahm sie mit der Illustratorin Tania Piscioli, eine seit 16 Jahren in Luzern lebende Tessinerin aus dem Verzascatal, Verbindung auf. Sie war Lehrmeisterin von Silvia Buobs Tochter Aline als Dekorationsgestalterin.
Tania Piscioli erklärte Seniorweb:“Ich habe immer davon geträumt ein Buch zu illustrieren. Als die Anfrage für den Blinzel-Engel kam, habe ich sofort zugesagt.“
An der Vernissage im Pädagogischen Medienzentrum in Luzern erklärte sie ihr einzigartige Technik. Sie schneidet jedes Element ihrer Illustration aus verschiedenen

Illustrierten zusammen und klebt sie zu einem Bild zusammen, das sie mit feinem Stiften verfeinert. Insgesamt sind 38  aussagekräftige Bilder entstanden. „Ich selber finde immer wieder neue Details und wundere mich über mich selber,“ sagte sie lachend und – das ist die andere Weihnachtsgeschichte – stillt nach der Vernissage ihr neugeborenes Kind: Tania ist Mutter einer Alissa geworden.

Bilder: Josef Ritler

Silvia Buob-Steffen, Tania Piscioli, „Der Blinzel-Engel. Eine Weihnachtsgeschichte, die verbindet“, gebunden, Rex-Verlag Luzern. ISBN 978-3-7252-1002-2. Fr. 22.80.

 

 

 

 

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