FrontKulturHeimweh nach gestern III

Heimweh nach gestern III

Was die einen mit Freude und Zuversicht quittieren, stürzt andere wie die Kultur- und die Sport-Branche in wachsende Sorge und Resignation. Die Rede ist von kalkulierbaren Lockerungen und Öffnungen für überschaubare Personengruppen und gleichzeitig das Aus für sämtliche Grossveranstaltungen bis in den Frühherbst hinein.

Statt mit der Überschrift „Freude für morgen“ aufzuwarten, muss sich der Schreibende erneut mit dem „Heimweh“-Titel bescheiden, denn das Verdikt des Bundesrates bezüglich Konzert- und Theater-Veranstaltungen, Open Airs oder vollen Fussballarenen lässt keine Interpretationen zu. Die Risiko-Abwägung konnte zu keinem anderen Entscheid führen, so bitter das für die Kulturträger, alle Künstler, aber auch für den Fussball ist. 

Die Medienmitteilung der Zürcher Tonhalle-Gesellschaft konnte deshalb lapidader nicht ausfallen: „Das Tonhalle-Orchester Zürich muss gemäss der heutigen Kommunikation des Bundesrates die laufende Saison beenden. Es dürfen bis Ende August keine Veranstaltungen mit über tausend Personen durchgeführt werden. Dies war absehbar und es ist verständlich. Und schmerzt uns dennoch sehr. Leider wissen wir mit heutigem Datum noch nicht, wann sich wieder Normalität rund um das Tonhalle-Orchester Zürich einstellen wird. Bis wir wieder Sinfoniekonzerte für Sie spielen können, wird es dauern. Unser aller Geduld ist gefordert.“

Tonhalle-Orchester vor der Maaghalle in Zürich / Foto © Priska Ketterer

Hinzu kommt, dass der Umzug in die sanierte Tonhalle wegen verursachten Bau-Einschränkungen auf September 2021 verschoben werden muss und die Tonhalle Maag als Spielstätte weiterhin gefragt ist.

Gleichzeitig traf die Hiobs-Botschaft aus Luzern ein: „Mit grösstem Bedauern teilt Lucerne Festival mit, dass das Sommer-Festival aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden muss. Es sollte vom 14. August bis 13. September stattfinden… Damit kommt es nach 1940 zum zweiten Mal in der langen traditionsreichen Geschichte zu einer Absage des Sommer-Festivals.“

Ob die Salzburger Festspiele, die ihr 100-Jahrjubiläum feiern, ab 18. Juli stattfinden können, entscheidet sich bis zum 30. Mai.

Die hart geprüften Kulturinstitute tun im Moment aber einiges, um uns bei Laune zu halten und uns mit Streaming-Angeboten über die Durstrecke hinwegzutrösten. Auch die Landeskirchen übertragen ihre Gottesdienste aus vielen Pfarreien online und weisen auf ihren Websites darauf hin.

 

Um Ihnen die Übersicht etwas zu erleichtern verweist Seniorweb auf ein paar hörens- und sehenswerte Beiträge einheimischen Schaffens, die von hohem Kunstgenuss und Informationswert sind:

Online-Spielplan im Opernhaus Zürich

Gerne sei daran erinnert, dass die folgenden Produktionen kostenfrei gestreamt werden können:

Verdis „Nabucco“ vom 1.-3. Mai

Prokofjews „Romeo und Julia“-Ballett vom 8.-10. Mai

Alban Bergs „Wozzeck“ vom 15.-17. Mai

Massenets „Werther“ vom 21.-24. Mai

Verdis „Rigoletto“ vom 29. Mai – 1. Juni

Hinweis: Das Angebot ist zu den fixierten Daten jeweils ab 18.00 bis zum Schlusstag, 24.00, abrufbar.

 

Unter dem Website-Titel Zwischenspiel – ein Podcast aus dem Opernhaus Zürich ist zudem eine 7-teilige Gesprächsserie mit folgenden Exponenten nachzuhören:

1. Intendant Andres Homoki

2. Lockdown mit Annette Dasch

3. Ballettdirektor Christian Spuck

4.Intendant Andreas Homoki und Finanzchef Christian Berner

5.Generalmusikdirektor Fabio Luisi

6. Regisseur Kirill Serebrennikov

7. Komponist Stefan Wirth

 

 

Streaming Tonhalle Orchester Zürich

Das Anklicken dieser Überschrift im Internet erlaubt Ihnen die Nutzung folgender Angebote (ohne zeitliche Beschränkung):

Solange der Lockdown anhält, serviert die Tonhalle-Gesellschaft jede Woche eine Konzertaufzeichnung des Tonhalle-Orchesters Zürich oder eine Dokumentation.

Diese Woche sehen Sie den informativen Dok-Film vom Schweizer Fernsehen SRF: Geburtstag im Exil – 150 Jahre Tonhalle-Orchester

Weiter im Angebot sind:

– Idagio – Streamen Sie Ihre Lieblingsmusik: Playlist mit Best of

 – Konzertmitschnitte und Dokumentationen (nur Audio)

– Dok-Film der Woche I: der Pianist Lang Lang in Zürich – mit 100 Kindern (unbedingt sehenswert)

– Konzert der Woche I: Lionel Bringuier und Beethovens Neunte

– Konzertmitschnitt aus Wien: Paavo Järvi dirigiert Tschaikowskis Fünfte

 

Die bereits erschienen Beiträge:

1 Kommentar

  1. Offenbar hört für Sie Kultur an der Stadtgrenze von Zürich auf. Nicht einmal ein Hinweis, dass andere Kulturinstitutionen auch Produktionen online gestellt haben, geschweige denn ein Link. Schade!

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