StartseiteMagazinKulturWände, Hallen, Wasser

Wände, Hallen, Wasser

Im kleinsten Berner Hotel, in der «casita», stellt der Grafiker, Cartoonist und Maler Bruno Fauser seine neusten Werke aus. Unter dem Titel «Walls, Halls, Water».

Seine Figuren sind seit Jahren bekannt und beliebt: Bruno Fausers Illustrationen und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Zeitschriften, zum Beispiel im amtlichen Schulblatt des Kantons Bern, «EDUCATION». Zu seinen Auftraggebern gehören eidgenössische wie kantonale Behörden, Versicherungen, Verbände, Werbeagenturen, die SBB sowie SBB-Cargo, die Telecom und die Post. Fausers Cartoons verschönerten einst die Titelseiten der offiziellen Telefonbücher. Sein Adventskalender ist Kult.

Jetzt präsentiert sich der Berner Künstler endlich wieder einmal als Maler. Er habe wieder mal einen dickeren Pinsel in die Hand nehmen und grössere Formate kreieren wollen. Statt mit Feder und Filzstift zu zeichnen, liebe er es auch, mit Acryl zu malen, kommentiert Bruno Fauser seine zweite Leidenschaft.

Galerie im Schlafzimmer des Mini-Hotels «casita».

Die seit Freitag in der «casita» in der Berner Länggasse ausgestellten grossformatigen Malereien zeigen Berge, schroffe Felswände, sprudelndes Wasser, schmelzende Gletscher. Ein Steinbruch in der Provence, leere Fabrikhallen sowie Strassenszenen mit schwarz-roten Menschen zählen zu seinen Sujets. Die kraftvollen Bilder beschreiben eine kontrastreiche Welt zwischen Natur und Urbanität. Nicht zahllose Details spielen die Hauptrolle, sondern grosse Linien und schwarze Punkte, Licht und Schatten, Bewegung und Stillstand. Fauser liebt das Grossflächige.

Pink Dancefloor (2022).

In den kontrastreichen, lebendig erscheinenden Momentaufnahmen dominieren kraftvolle Elemente, die dank abstrahierten Ausschnitten eine ebenso bewegte wie bewegende Wirklichkeit wiedergeben. Zu dieser Welt gehören nicht nur Räume, sondern auch Zwischenräume, gehört sogar die Leere. Das war schon vor Jahren so, als der Künstler seine Sicht auf New York präsentierte, auf Licht und Schatten einer amerikanischen Grossstadt.

Elba. (2022)

Fauser malt mit Acryl auf Leinwand. Seine Werke sind zwischen 70 x 90 und 160 x 120 Zentimeter gross. Besonders gelungen wirkt eine Gruppe von vier Bergbildern (je 55 x 55) unter dem Titel «Die vier kleinen Österreicher» (2017).

Für Diskussionen in der Familie sorgte dem Vernehmen nach der rosa Boden in einer düsteren Fabrikhalle, die gemäss Bildtitel («Pink Dancefloor», 2022) als Tanzarena genutzt wird.

Leere Fabrikhalle (2019)

Die Blicke in leere Industriehallen wirken neben den Bildern eisiger Berggipfel wie urbane Gegenstücke, und doch verbinden die drei thematischen Schwerpunkte «Walls, Halls Water» in dieser Einzelausstellung vor allem eines: Fauser stellt die grosse Welt auf einer Leinwand kleiner aber auch grandioser dar, als sie ist.

Aussergewöhnlich ist der Ort der Ausstellung: Das kleinste Hotel der Stadt Bern steht in der hinteren Länggasse und ist auch eine Galerie. In den vergangenen Jahren wurden hier Werke von Ingo Giezendanner, M.S. Bastian und Isabelle L., Anouk Sebald, Martin Fivian oder Ricardo Abella gezeigt. Zwischen den Ausstellungen ist die 2014 eröffnete «casita» ein Mini-Hotel. Das Gastgeberehepaar Hélène und Daniel Lüthi legen grossen Wert auf eine persönliche Betreuung. «Die Gäste sollen sich hier zu Hause fühlen und eben nicht wie ein Gast einer grossen Hotelkette», sagte Hélène Lüthi in einem Zeitungsinterview. Deshalb geben die Lüthis gerne Geheimtipps und je nach Präferenz Restaurantempfehlungen an ihre Gäste ab.

Die «casita» in der Berner Länggasse. (zVg)

Die zweistöckige Unterkunft inklusive Terrasse in einem ehemaligen Waschhäuschen verfügt im Unterschied zu den meisten Hotels nur über ein Schlafzimmer und wird von Touristen aus der ganzen Welt besucht. So meldete etwa ein australischer Gast zurück: «Die beste Unterkunft, die Sie je finden können.» Übrigens: Als Hotel ist die «casita» nur noch über ihre eigene Website oder telefonisch buchbar.

Hélène und Daniel Lüthi leben seit dreissig Jahren in der Berner Länggasse. Sie kennen und lieben ihr Quartier. Die Länggasse ist ihr Wohnsitz und gleichzeitig Ausgangspunkt ihrer ausgiebigen Reisen in Europa, Lateinamerika und Indien. In die Länggasse sind sie immer wieder zurückgekehrt, auch nachdem sie mehrere Jahre in Bolivien gelebt haben. Mit der Galerie geben sie nationalen wie internationalen Künstlerinnen und Künstlern Gelegenheit, ihre Werke zu präsentieren.

Der Künstler (zVg)

Bruno Fauser (69) ist verheiratet, lebt in Hinterkappelen und betreibt sein Atelier in den Vidmarhallen in Köniz. Das Paar hat zwei Töchter und eine Katze. Seine Hobbies sind Biken, Surfen, Skifahren und «in den Sonnenuntergang reiten», wie er auf seiner Homepage schreibt. Seine Ausbildung zum Grafiker absolvierte der Künstler in einer Werbeagentur und an der Kunstgewerbeschule in Bern.

Ausstellung in der Galerie «casita», Schwalbenweg 6a, 3012 Bern. Noch bis zum 25. August 2022, täglich 16 -20 Uhr

Homepage von Bruno Fauser

Homepage des Mini-Hotels Casita Bern

Titelbild: Bruno Fauser vor der Bildgruppe «Die vier kleinen Österreicher» (2017). Rechts das Bild «Exit (2017) Fotos PS / zVg

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