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Von der Hitze in die Kälte

Dieser Sommer hat es in sich. Die Hitze beschäftigt Mensch und Tier. Viele suchen nach einem schattigen Plätzchen oder flüchten in den Untergrund.
Dabei muss man gar nicht so weit gehen. Die Lösung kam mir frühmorgens auf einer Liege im eigenen Garten. Da war doch was vor 20’000 Jahren. Richtig: Luzern und die Innerschweiz lagen unter einer 800 m dicken Eisschicht. Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte, aber unsere Vorfahren haben 16 Gletschertöpfe entdeckt und im Jahre 1873 den Gletschergarten gegründet.


Der Eingang der Felsenwelt im Gletschergarten Luzern

Und der ist heute noch da und zieht Touristen aus aller Welt an. Und sie sehen die Gletschertöpfe – die Zeugen der letzten Eiszeit und versteinerte Muscheln und Palmblätter, die zeigen, dass Luzern vor 20 Millionen Jahren an einem subtropischen Meeresstrand lag.


Plätscherndes Wasser im unterirdischen See

Neu können die Besucherinnen und Besucher diese Reise längst vergangener Zeiten fernab vom Tageslicht fortsetzen, in einem neu erstellten Rundgang der in den Fels gehauen wurde. Die neue Attraktion hat 20 Millionen Franken gekostet.


Bilder werden an die Felswand projeziert

Auf engstem Raum wurde gesprengt, abgerissen, gebaut und gepflanzt. Rund 500 Sprengungen waren nötig. Im Felsen drin habe man fast nur positive Überraschungen erlebt, sagte einst Museumsdirektor Andreas Burri. «Wir haben Strömungsripplen vom damaligen Urmeer gefunden oder einen Rutschharnisch, der auf die gewaltigen Kräfte der Alpenfaltung hinweist. Wir konnten diese Funde so nicht erwarten.»

Durch ein kantiges Betonportal gelangt man tief hinein in den Fels, im Zickzack führt ein Weg leicht abwärts. Es ist dunkel, nass, und es tropft von den Sandsteinwänden. Die Temperatur beträgt 15 Grad Celsius.


Gletscherunterricht im Felsenweg

Licht kommt von animierten Bildern, die auf den Fels projiziert werden. Da galoppieren plötzlich Mammute vorbei. Urfische geben ein kurzes Stelldichein. So werden unterschiedliche Strukturen des Gletschers sichtbar. Der unterirdische Rundgang, der in den Fels gehauen und im Jahre 2021 eröffnet wurde, führt über einen Felsweg bis zum Bergsee: rund 40 Meter, geprägt von Klüften, Schichtungen und fossilen Einschlüssen.


Erfrischung gibt es auch auf dem Rhonegletscher (hier auf 2600 m.ü.M) Ich habe es genossen.

Wer es noch kälter haben will, dem empfehle ich die Eisgrotte im Rhonegletscher. Jedes Jahr wird die Grotte seit 1870 und auf 2300 m.ü.M gelegen von Neuem ins Eis geschlagen. Die Besichtigung der Eisgrotte dauert ca. 30 Minuten. Gäste begehen den Tunnel und die Eiskammer individuell ohne Führung. Hinweis: Geschlossene Schuhe sowie warme Kleidung (Jacke) sind von Vorteil, da es in der Grotte frisch ist. Die Grotte ist nicht rollstuhlgeeignet
Der Hitze entfliehen kann man auch in Höhlen und Grotten.
Hier ein paar Vorschläge:
. Hölloch im Muotathal SZ
. Bootsfahrt auf dem unterirdischen See in St. Léonard zwischen Sion und Sierre
. Höhle Gruebisbalm auf der Südseite der Rigi
. Höhlenmühlen am «Col-des-Roches» bei Le Locle
. Rundgang am unterirdischen Flusslauf der Orbe in Vallorbe
. Höllgrotten im Lorzentobel in Baar ZG
. Feengrotte und dem Höhlenwasserfall in St. Maurice VS
. Eisgrotte auf dem Titlis OW
Mehr darüber auf: https://www.myswitzerland.com/de-ch/reiseziele/natur/hoehlen-und-grotten/

Fotos: Gletschergarten und Josef Ritler


In der Reihe «Endlich Sommer» bereits erschienen:

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