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Mein persönlicher CO2-Fussabdruck

Mehr Klimaschutz in den persönlichen Alltag bringen. Wer will das nicht! Mein CO2-Fussabdruck ist wenig berauschend, verlangt nach weiteren Anstrengungen. Und: Die Suche nach einer natürlichen Weihnachtstanne bleibt mir nicht erspart.

Das Klima zu schützen, ist gar nicht so schwer. An Klimatipps mangelt es nicht. Der WWF Schweiz listet zehn wirksame Klimatipps auf, die einfach umzusetzen sind. Diese reichen von «Geben Sie Ihre Stimme bei Wahlen und Abstimmungen der Umwelt», «Entdecken Sie die Schönheit in ihrer Nähe», «Setzen Sie auf nachhaltigen Konsum», «Benutzen Sie anstelle des Autos öffentliche Verkehrsmittel», «Tätigen Sie klimafreundliche Investitionen», «Kaufen Sie Bio-Produkte» bis zu «Wechseln Sie zu klimafreundlichen Heizsystemen». In einem WWF-Footprint-Rechner kann man den persönlichen ökologischen Fussabdruck ermitteln.

Mehrere Tonnen über dem Durchschnitt

Das habe ich gewissenhaft getan. Mein CO2-Fussabdruck pro Jahr liegt – oh Schreck! – mehr als 5 Tonnen über dem schweizerischen Durchschnitt von 13,51 Tonnen und mehr als 12 Tonnen über dem weltweiten Durchschnitt von 6,4 Tonnen. Das Fazit meines persönlichen Footprints lautet: Würde die gesamte Wohnbevölkerung auf solch grossem Fuss wie ich leben, bräuchten wir 4,33 Planeten. Und: Würde man die von mir verursachten Emissionen in Abfallsäcke abfüllen, müsste ich täglich 831 Säcke à 35 Liter entsorgen.

Das Klima zu schützen, ist gar nicht so schwer. Oder doch?

Das ist starker Tobak, vorab, wenn mir in der Auswertung unter anderem empfohlen wird, meinen Wohnraum auf 45 Quadratmeter zu reduzieren (Einsparung 6,56 Tonnen CO2), mein Freizeitprogramm (darunter auch auswärts essen) rapide einzuschränken (maximal 150 Franken pro Monat) und die Temperatur in wenig genutzten Räumen auf maximal 19 Grad zu reduzieren (was ich schon längst mache). Selbstredend werde ich meinen Benziner bei nächster Gelegenheit durch ein strombetriebenes Fahrzeug und meine Ölheizung durch Fernwärme ersetzen, sobald der von der Stadt in Aussicht gestellte Anschluss aktuell wird.

Wir müssen nicht perfekt sein

Bleibt die Frage nach der Nützlichkeit und Wirksamkeit solcher Footprintrechner. Um den Fussabdruck mit dem Wert 1 Planet zu erreichen, müsste ich mein Leben radikal umstellen. Oder ist die Zielsetzung einfach unrealistisch und deren Erreichung schlicht unmöglich? In den Erklärungen zum Footprinter wird festgehalten, dass verschiedene Klimabelastungen individuell nicht beeinflussbar sind, da sie von der gesamten Bevölkerung verursacht werden. Also sind meine persönlichen Anstrengungen nur von geringer Wirkung gegen die Klimakrise, aber deswegen nicht weniger sinnvoll?

Bei allem Vorbehalt: Die Auswertung des Footprinters über meinen persönlichen CO2-Fussabdruck liefert durchaus einige nützliche Hinweise, die ich beherzigen werde. So werde ich beim Einkauf vermehrt auf das Bio-Label achten, meinen Fleischkonsum reduzieren, mein E-Velo, das ich bislang nur wenig nutzte, künftig strenger beanspruchen. Bei Abstimmungen achte ich schon heute auf umweltfreundliche Anliegen und die Fliegerei werde ich künftig auf ein Mindestmass beschränken. Kleine Schritte, um das Klima zu schützen.

Künstlicher oder natürlicher Weihnachtsbaum?

Künstliche Weihnachtsbäume sind im Trend. Sind solche Bäume die ökologischere Wahl? Diese Frage stellt sich mir in diesen Tagen. Seit Jahrzehnten feiern wir Weihnachten mit einer zimmerhohen natürlichen Tanne, geschmückt mit farbigen Kugeln und echten Wachskerzen. Soll ich diesmal mit der langjährigen Tradition brechen und mir die alljährliche Sucherei und Schlepperei für einmal ersparen und den gewünschten künstlichen Baum bequem aus dem Karton holen? Ist der Kauf eines künstlichen Weihnachtsbaums also eine mögliche nachhaltige Alternative?

Mitnichten. Wie Studien zeigen, liegen natürliche Weihnachtsbäume in der Ökobilanz noch vor den künstlichen Tannen. Ein künstlicher Weihnachtsbaum müsste das Wohnzimmer faktisch 17 bis 20 Jahre schmücken, um nachhaltiger zu sein als eine echte Tanne. Und eine natürliche Tanne speichert während ihrer Lebenszeit CO2 – das kann ein künstlicher Baum nicht. Eine wohltuende Erkenntnis, die ich gerne beherzigen werde.


Ein bisschen Glanz

Bisher erschienen:

Peter Steiger: Oje du fröhliche TV-Weihnachtswerbung – Seniorweb Schweiz

Maja Petzold: Keine Weihnacht ohne Engel – Seniorweb Schweiz

Bernadette Reichlin: Schön, wenn es glitzert und funkelt – Seniorweb Schweiz

Josef Ritler: Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum wie grün sind deine Blätter – Seniorweb Schweiz

Ruth Vuilleumier: Singen öffnet die Herzen – Seniorweb Schweiz

Beat Steiger: Putzen, bis es glänzt? – Seniorweb Schweiz

Sibylle Ehrismann: Eine Liebesgeschichte – Seniorweb Schweiz

Robert Bösiger: Blütenkelche erhellen den Friedhof – Seniorweb Schweiz

Linus Baur: Mein persönlicher CO2-Fussabdruck – Seniorweb Schweiz

Peter Schibli Eine Familiengeschichte – Seniorweb Schweiz

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